Zukunftstechnologien

18.08.2006 | Michael Musil

Als Ignaz Semmelweiss seinen ärztlichen Kollegen empfahl, sich vor der Behandlung von Patienten die Hände zu waschen, um einer Infektion vorzubeugen, wurde er verlacht. Heute ist Hygiene höchstes Gebot in allen OP's.

Im Energiesektor findet die Verhöhnung der einsamen Entwickler und Erfinder immer noch statt. Man beschränkt sich auf das, was man kennt und was man anfassen kann. Die Energiemonopolisten behüten ihre Stellungen eisern und setzen auf Technologien, die der gesamten Welt größten Schaden zufügen. Dabei ist die Lösung der menschlichen Probleme relativ einfach zu bewerkstelligen.

Abgesehen von einem zutiefst kranken Geldsystem, das selbstverständlich in enger Verbindung mit den heutigen Versorgungsstrukturen steht, ist der Energiesektor der Dreh und Angelpunkt einer zivilisierten Gesellschaft. Oil-Peak ist überschritten und die Verbräuche klettern entgegen aller Prognosen weiter. Es dürfte auf der Hand liegen, dass der Verbrauch der zweiten Hälfte der Weltrohölreserven nicht mehr den gleichen Zeitraum benötigt wie der der ersten Hälfte. Klimatische Veränderungen werden in aller epischen Breite in den Medien dargestellt. Dabei ist es heute schon nicht mehr üblich, auf die Ursachen einzugehen. Der Klimawechsel ist Fakt, der Eiger bröckelt! Umso unverständlicher erscheint es, dass immer noch Lösungsansätze weitergehender Art völlig unberücksichtigt bleiben.

In einem verschämten Papier des BMZ in Bonn ist nachzulesen, dass es Entwicklungen gibt, die eine autarke Energieversorgung ermöglichen, ohne auf fossile Primärenergie zurückgreifen zu müssen. Der Hinweis auf die Nichtförderung dieser Technologien spricht Bände. In Garching werden Milliarden in die Fusionstechnologie der heißen Art gesteckt (kalt wäre wesentlich einfacher! Siehe www.gifnet.org), und Entwicklungen die von entscheidender Bedeutung sind, werden für den möglichen Einsatz in Entwicklungsländern und Schwellenländern empfohlen. Bitteschön was spricht dagegen, hier in unseren "Energieverschwendungsregionen" Entwicklungen zu fördern, die z.B. eine Mobilität ohne fossile Energie ermöglichen, ohne Strom aus der Steckdose?

Ich würde sofort zugreifen, wenn mir ein Gerät angeboten würde, dem ich alle benötigte Energie für meinen Haushalt entnehmen könnte, das nicht größer wäre als ein Fernsehgerät, und das mir keine permanent kletternde Energierechnung bescherte.

Spinnerei - das war in der Vergangenheit das Argument, mit dem solche Gedanken bedacht wurden, bevor man sich wieder seinem Präferenzthema zuwandte. Seit dem Bericht "5001-15/Zukunftstechnologien" ist die Ausrede der "Spinnerei" nicht mehr zulässig. Hieb und stichfest sind hier sechs von vielen hundert Ansätzen ausgewählt und untersucht worden. Drei Energiegewinnungstechnologien, die z.T. in der Praxis bewährt sind, lassen aufhorchen. Würden in Wissenschaft und Forschung die Scheuklappen abgelegt, und würden Forschungsgelder von der Politik in vernünftige Kanäle gelenkt, dann könnten wir in absehbarer Zeit Probleme lösen, die uns heute auf den Nägeln brennen und vor denen wir uns drücken oder für die wir "kein Geld" haben.

Damit das alles in Bewegung kommen kann, ist es natürlich notwendig, dass man von solchen Entwicklungen weiß. Da es vermutlich nicht passieren wird, in den Mainstreammedien in großer Aufmachung von solchen Entwicklungen zu lesen, ist es notwendig, solche Informationen an der Basis zu verteilen und Mitstreiter neugierig zu machen. Dieser Beitrag soll dazu beitragen, den Bericht "5001-15 Zukunftstechnologien" bekannt zu machen. Er liegt nur in kopierter Form vor und kann beim BMZ bestellt werden (*). Ich kann mir vorstellen, dass bei entsprechender Nachfrage evtl. doch noch ein gebundenes Exemplar in der Bundesdruckerei in Auftrag gegeben wird oder dass man den Bericht als PDF-Datei auf der Seite des BMZ runterladen kann.

(*) Marco Bischof, Thorsten Ludwig und Andreas Manthey: „Zukunftstechnologien für nachhaltige Entwicklung: Unkonventionelle Ansätze zur Energiegewinnung und Aktivierung biologischer Prozesse. Eine Darstellung und Erläuterung von sechs Erfolg versprechenden Verfahren“. Forschungsberichte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bericht E 5001-15. Berlin 2005.

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