Wolf Schneider

geb. 1952, wuchs in Süddeutschland auf und studierte in München Naturwissenschaften und Philosophie, 1968-77 ausgedehnte Reisen in Europa und Südasien, seit 1985 Verleger, Inhaber und Herausgeber von 'connection', 'connection Special' (1987), 'connection books' (2003) und 'connection Spirit' (2005), Seminarleiter Kreativ Schreiben und Schreibcoach im Einzeltraining oder bei Schreibblockaden.

www.schreibkunst.com

Visionen für eine bessere Welt

Gesellschaftspolitik | 22.09.2011

Langfristig gesehen sind wir alle tot, sagte John Maynard Keynes 1923, vermutlich als Antwort auf die dubiose Prognose eines Wirtschaftsweisen. Das wurde seitdem zum viel zitierten geflügelten Wort, immer dann, wenn es darum ging, allzu spekulative, weitreichende Zukunftsprognosen zurück auf den Teppich zu holen. Genau genommen aber heißt es sowas wie »nach mir die Sintflut«: Ist mir doch egal, was nach meinen Tod passiert; jetzt treibe ich Raubbau an der Erde und ihren Ressourcen, in 20 oder 50 Jahren bin ich tot. Lesen

Ego und Nation

Gesellschaftspolitik | 30.05.2011

Die Jungen lösen die Alten ab, so ist das überall, auch in der Politik. Und auch dort kann man von den Alten lernen – manches, aber nicht alles. Einiges muss von den Jüngeren völlig neu durchdacht werden. Helmut Schmidt gehört zu den »Ältesten« (the elders) der deutschen Politik. Er wird gehört und gelobt für seine weise Vorausschau. Doch auch hier braucht es eine Ablöse. Lesen

Und darunter liegt: die Identität

Gesellschaftspolitik | 19.05.2011

Mit allem Respekt für die Weitsicht des Alten, der nun jenseits von Parteipolitik und fast schon jenseits des Nationalen über die Zukunft der Menschheitsprobleme nachdenkt, antwortet hier ein Jüngerer und findet, dass ein Kernthema fehlt – die Identität. Lesen

Reise nach Transistan

Gesellschaftspolitik | 13.12.2010

Wenn es denn einen Konsens gibt unter den Religionen und religiösen Bewegungen, dann ist es wohl der, die Erkenntnis der Einheit in der Vielfalt, des Ich (oder Selbst) und des Ganzen zu erlangen. Auf dem Weg zu diesem hohen Ziel gibt es jedoch keine Einheit unter den Einheitsuchern, sondern Unterschiede, Missverständnisse und Streit. Denn der Kontinent, den diese Sucher aufgebrochen sind zu erforschen, ist noch immer der große Unbekannte. Lesen

Menschwerdung

Bildungspolitik | 04.10.2010

»Ich hab wieder was gelernt«, sagt man nach einer schmerzlichen Erfahrung. So wie politisch Bewegte einst sagten, sie seien »progressiv«: Man wähnte sich zugehend auf etwas, das besser ist als das hier, jetzt. Heute ist man »spirituell unterwegs«. Gut so, aber wohin denn? Sind wir Menschen nicht schon gut – oder wenigstens akzeptabel –, so, wie wir sind? Bildung und Erziehung sind die klassischen Worte für das Streben des Menschen sich zu bessern. Lesen

Macht und Mythos des Narrativen

Gesellschaftspolitik | 02.06.2010

Vom Kinderreim über den gesellschaftlichen Tratsch bis zur Erwartung eines himmlischen Paradieses oder dem Entwurf einer politischen Vision ist unsere Kultur auf Geschichten aufgebaut. Wie wahr – oder sonstwie gehaltvoll – aber sind diese Erzählungen im einzelnen? Und wie viel Raum lassen sie, Neues zu erschaffen? Lesen

Die ganz große Tragödie

Gesellschaftspolitik | 07.01.2010

Es gibt heute circa 27 Millionen Sklaven, in absoluten Zahlen mehr als je in der Geschichte der Menschheit, sagt der US-amerikanische Journalist Benjamin Skinner, der vermutlich beste Kenner dieses Themas und der einzige, der je so lange darüber forschte: fünf Jahre lang. Im Interview aber sagte er etwas, das mich stutzig machte: Noch schlimmer als selbst die brutalste physische und psychische Sklaverei sei "die Zerstörung der Identität". Lesen

Ist die Gesellschaft reformierbar?

Gesellschaftspolitik | 04.08.2009

Ist diese Gesellschaft reformierbar? Ist sie wenigstens offen? Nicht wirklich. Es flutscht da zwar so einiges raus und rein – Ideen, Personen, vor allem Waren – was in geschlossenen Gesellschaften (Iran, Saudi Arabien, Nordkorea) nicht möglich wäre. Aber bei alledem bleibt diese Gesellschaft doch ungerührt. Sie bewegt sich nicht. Lesen

Die Dickschiffe und die Meditation

Gesellschaftspolitik | 05.03.2009

Vor ein paar Tagen las ich auf der Seite "Wissen" der SZ, dass Meditation gut ist. Wie schön, das zu lesen! "Meditation gegen Stress – Entspannung kann die Gehirnleistung verbessern" steht da in der überschrift. Das reduziert Meditation zwar auf ein Mittel zur Leistungsverbesserung, aber immerhin wird diese Jahrtausende alte Praxis hier als etwas Nützliches dargestellt und nicht als eine Verirrung von Spinnern und Sektenmitgliedern. Lesen

Urbanität

Globalisierungspolitik | 24.12.2008

Vorgestern kam die Montagsausgabe der SZ, aber ohne die New York Times Beilage. Ich war enttäuscht, denn das beste fehlte. Das beste? Erstens ist diese Beilage auf Englisch, zweitens hat sie nicht viel mit unserer Region zu tun (Oberbayern, Deutschland, Europa); sie enthält sogar eine Seite die sich nur mit der Stadt New York beschäftigt. Lesen