Rainer Nahrendorf

Der Diplom-Politologe studierte am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin bei Ernst Fraenkel und Kurt Sontheimer politische Wissenschaften. Nach der Organisation zweier Wahlkämpfe in Hamburg und der Arbeit als Assistent des Bankenpräsidenten Alwin Münchmeyer ging er 1972 zum Handelsblatt. Der Redaktion der deutschen Wirtschafts- und Finanzzeitung gehörte er 34 Jahre an, davon mehr als 12 Jahre als Mitglied der Chefredaktion. Heute arbeitet er als freier Autor und Publizist. In "Der Pinocchio-Test" sagt er der Lüge und dem Opportunismus in der Politik den Kampf an.

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Rainer Nahrendorf über die Chancengesellschaft:

Chancen für Grauköpfe

Unternehmenspolitik | 05.02.2014

Der beim zweiten Demografiegipfel im März 2013 angekündigte „Unternehmensservice Demografie“ lässt auf sich warten. Aber auch ohne den Service rüsten sich immer mehr Betriebe mit Altersstrukturanalysen, betrieblicher Gesundheitsförderung, alternsgerechten Arbeitsplätzen und entlastenden Arbeitszeiten für die alternden Belegschaften. Nach zögerlichem Start verleihen mehrere Demografieverträge dem Anpassungsprozess Schubkraft. Lesen

Überlastschutz für die Jungen

Generationenpolitik | 30.01.2013

Als im Frühjahr 2008, um auch die Rentner am Wachstum teilhaben zu lassen, der bremsende Riesterfaktor für zwei Jahre ausgesetzt wurde und die Rentner eine höhere Rentenerhöhung kassierten, als ihnen nach der Rentenformel eigentlich zustand, sah Altbundespräsident Roman Herzog darin Vorboten einer Rentnerdemokratie. Er verwies darauf, dass die Alten immer mehr würden und die Parteien überproportional auf sie Rücksicht nähmen. Lesen

Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle

Familienpolitik | 21.11.2012

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland als Abstiegskandidaten ausgemacht. Sie prophezeit, dass große, schnell wachsende Schwellenländer wie Indien und Brasilien bis zum Jahr 2060 an Deutschland vorbeiziehen werden und das Land auf den zehnten Platz abrutschen wird. Jetzt sieht sie Deutschland noch auf fünften Rang der großen Wirtschaftsmächte. Als Grund für den Abstieg sieht sie die überalterung und Schrumpfung der deutschen Bevölkerung, die nicht durch eine verstärkte Zuwanderung kompensiert werden könne. Lesen

Die Fachkräftelücke gefährdet Deutschlands Wohlstand

Arbeitspolitik | 07.08.2012

Deutschland soll den immer tiefer sinkenden Karren aus dem Schuldensumpf der Eurokrise ziehen. Die Bürgschaften, die das Land unter dem Druck seiner schwerkranken Partner in der Eurozone übernimmt, haben astronomische Ausmaße genommen. Sie könnten, wenn sie fällig werden, das Land selbst in die Krise stürzen. Denn Deutschlands Wirtschaft leidet an einer kaum heilbaren Krankheit: der Auszehrung seines Fachkräftepotenzials durch die demografische Schwindsucht. Lesen

Macht-Navi der Kanzlerin

Politikstil | 20.01.2012

Angesichts der sich zuspitzenden Staatsschuldenkrise, die möglicherweise von der deutschen Bevölkerung hohe Solidaritätsopfer verlangen wird, sehen viele Bürger in einer großen Koalition eine stabilere belastbarere Regierung als in kleineren Bündnissen. Die dahinsiechende FDP muss zudem erst zeigen, dass sie sich regenerieren kann und nicht als Mehrheitsbeschaffer für die Union ausfällt. Lesen

Weshalb Leistung mehr zählt als Herkunft

Gesellschaftspolitik | 10.11.2011

Tellerwäscher bleibt Tellerwäscher. So lässt sich das von vielen Medien in Talkshows gezeichnete Bild einer blockierten Gesellschaft ohne Aufstiegschancen aus den Schichten mit geringem Einkommen zusammenfassen. Zwei Drittel der unteren Sozialschichten, auch 50 Prozent der Mittelschicht sind überzeugt, dass sozialer Aufstieg in Deutschland vor allem den Bevölkerungskreisen offen steht, die in der Schichthierarchie bereits relativ weit oben angesiedelt sind. Lesen

Bürgerarbeit - Eine Ausstiegschance aus der Dauerarbeitslosigkeit

Arbeitspolitik | 07.02.2011

Anders als in zurückliegenden Konjunkturzyklen verringert sich in diesem Aufschwung nach einem Anstieg auf 940 000 im Jahr 2010 auch die registrierte Zahl der Langzeitarbeitslosen. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet damit, dass es 2011 noch einmal 50 000 weniger Langzeitarbeitslose werden könnten. Im Januar 2011 waren 908 000, 43 000 weniger als vor einem Jahr, langzeitarbeitslos, d.h. ein Jahr oder länger ohne Arbeit. Lesen

Das Comeback der alten Hasen

Generationenpolitik | 08.11.2010

Wenn man genug Erfahrung gesammelt hat, ist man zu alt, um sie auszunutzen, hat der englische Schriftsteller William Somerset Maugham gesagt. Für die Arbeitswelt des Jahres 2020 wird dies nicht gelten. Die Zahl der 55- bis 64- Jährigen wird in den nächsten zehn Jahren um rund 40 Prozent zunehmen. Ein stetig wachsender Fachkräftemangel wird die ergrauende deutsche Gesellschaft kennzeichnen. Lesen

Nicht generationengerecht

Gesellschaftspolitik | 02.12.2009

Die Koalition aus Union und FDP will sich der demographischen Herausforderung stellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Dimension dieser Herausforderung und ihre politische Handlungsmaxime in ihrer Regierungserklärung vom 10. November 2009 so beschrieben. Lesen

Die Wahrheit ist konkret

Finanzpolitik | 15.10.2009

Als Gerhard Schröder in seiner Regierungserklärung nach der knapp gewonnenen Wahl Ende Oktober 2002 allzu vage blieb, ermahnte ihn die damalige Oppositionsführerin Angela Merkel erzürnt „Die Wahrheit ist konkret, Genosse!“. Das Leninzitat könnte die Kanzlerin wie ein Bumerang treffen, wenn sie in wenigen Wochen das Regierungsprogramm der schwarz-gelben Koalition vorstellen wird. Lesen