Kann studieren glücklich machen? Yes, it can!

08.10.2009 | Jens Mannheim

Den heutigen Bildungsanforderungen gerecht zu werden und gegenwärtigen wie zukünftigen Herausforderungen unserer Welt mit Aufgeschlossenheit und Engagement zu begegnen bedarf neuer Formen der Wissensvermittlung und der Aneignung von speziellen Kompetenzen und Fertigkeiten.

Im Jahre 2007 begab ich mich in der deutschen Ausbildungslandschaft auf die Suche nach neuen Formen der Wissensvermittlung. Bei dieser Suche stieß ich auf die international ausgerichtete Gaia University (www.gaiauniversity.de), die es sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Studierenden im Studienverlauf in der Realisierung ihrer Projektideen zur Seite zu stehen und tatkräftig zu unterstützen. Die Studierenden werden als fachkompetente Persönlichkeiten angesehen, denen mit Hilfe der Lernbegleiter/Innen auf ihrem Weg individuelle Hilfe angeboten wird.

Die Vorgabe mich bei einer Universität mit einer eigenen Projektidee zu bewerben und über das Studium dann in der Umsetzung unterstützt zu werden, gefiel mir außerordentlich gut.

Bei der Gaia University handelt es sich um eine Lerninstitution, bei der die Wissensvermittlung nicht an einen bestimmten Vorlesungssaal und dessen Örtlichkeit gebunden ist. Die Kommunikation erfolgt über das weltweit nutzbare Internet. Kommilitonen/Innen, Lernbegleiter/Innen und Fachberater/Innen sind hier in einem globalen Netzwerk virtuell miteinander verbunden. Es gibt lediglich zu Beginn und am Ende der Studienzeit eine Präsenzwoche, in der man zusammen kommt, gegebenenfalls noch einen Zwischenworkshop an einem weiteren Wochenende. Als Student verfüge ich außerdem über ein Finanzbudget mit dem ich mir bei Bedarf weitere Fachleute einkaufen kann.

Die folgenden vier Fragen begleiten die Studierenden durch die gesamte Studienzeit und bilden die Grundlage für ein effektives und nachhaltiges Arbeiten:

  • Was läuft gut?
  • Was ist herausfordernd?
  • Was ist meine Vision?
  • Was sind die nächsten, konkreten Schritte?

Diese vier Fragen sind mit ein grundlegender Bestandteil der Methode des sog. Action Learnings (siehe auch www.gaiauniversity.de/index.php?id=57&kat=0). Die Fragen finden ihre praktische Anwendung sowohl in der täglichen eigenen Projektarbeit, bei den einmal pro Woche stattfindenden Lerngruppen unter den Studierenden über Skype als auch bei den sog. Prozessbegleitungsgesprächen, die mit den Lernbegleitern/Innen regelmäßig durchgeführt werden.

Die anderthalb Jahre Studium an der Gaia University sind als ein persönlicher Lernprozess zu verstehen. In dieser Zeit erfährt man viel Neues über sich selbst und engagiert sich gleichzeitig auch für und mit der Gemeinschaft. In meinem Fall absolvierte ich das Programm Komplementärwährungen – Master zur Gestaltung nachhaltiger Geldsysteme (www.gaiauniversity.de/index.php?id=65&kat=35).

Meine Studienzeit war durchweg geprägt von erlebnisreichen Augenblicken und immer neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen galt. Es war meine Aufgabe, das von mir gesteckte Ziel der Durchführung eines Fachtages zum Regiogeld selbst in die Hand zu nehmen und von A bis Z zu planen. Hierzu zählte nicht nur die Konzepterstellung, genauso mussten auch weitere Mitstreiter/Innen und Sponsoren/Innen gefunden und für die Kommunikation nach außen die gesamte Pressearbeit organisiert werden.

Persönlich haftete ich für die Gesamtkosten von rund 4000 Euro und war somit mehr als nur ein Student im klassischen Sinne. Ehe ich mich versah, hatte die Gaia University mich zu einem kleinen Unternehmer, Social Entrepreneur gemacht. Die Übernahme dieser Verantwortung war ein tolles Gefühl! Ich war Hauptverantwortlicher und konnte im Zuge meines Masterprogramms in der realen Praxis gemeinsam mit anderen Menschen etwas bewegen und auf die Beine stellen.

Das Ergebnis unserer Arbeit war ein mit über 120 Teilnehmenden besuchter Fachtag zum Regiogeld in der Aula des Südwestrundfunks Freiburg, der neben vielen Inputs von Fachreferenten/Innen auch ein kulturelles Rahmenprogramm zu bieten hatte, sowie ein ausgezeichnetes Catering, bei dem die Bewirtung von geistig Behinderten übernommen worden ist (www.regiogeld-veranstaltung.de). Es folgten drei Lehraufträge, die mir meine damalige Ökonomieprofessorin der Evangelischen Hochschule für das folgende Sommersemester 2009 in den Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit und Pädagogik der frühen Kindheit erteilte. So schlüpfte ich von der Rolle des Studenten auch noch in die des Dozenten und erhielt darüber die Gelegenheit, auch diese Seite kennen zu lernen.

Junge Menschen, ganz gleich ob als Schüler/In, Azubi oder Student/In, müssen die Möglichkeit erhalten sich entfalten und kreativ betätigen zu können. Geschehen sollte das in meinen Augen nicht im Alleingang, sondern gemeinsam, im Team. Die Gaia University bietet hier den entsprechenden Raum.

Wer schon länger an eigenen Projektideen herumdoktert, eventuell aber bis jetzt nicht die Zeit und nötige Unterstützung fand diese zu verwirklichen, dem kann ich die Gaia University sehr empfehlen. Die hierbei erworbenen Schlüsselqualifikationen sind im Berufsleben wichtig und können jederzeit auch in anderen Zusammenhängen eine praktische Anwendung finden. Kann studieren glücklich machen? Ja, kann es, und es ist ein tolles Gefühl, nicht nur für sich allein etwas zu tun, sondern sich mit anderen auf den Weg zu machen und gemeinsam das Abenteuer Zukunft anzupacken und aktiv mitzugestalten!

Weitere Informationen zu den Studiengängen an der Gaia University im Internet unter www.gaiauniversity.de

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