Hoffnung schenken

04.06.2006 | Tania Konnerth

In dem sehr anregenden Buch "Zu früh alt und zu spät weise?" von Gordon Livingston fand ich folgenden Gedanken: Seiner Ansicht nach ist es eine Aufgabe der älteren Generationen, den jüngeren Hoffnung zu schenken. Sie sollten vermitteln, dass das Leben lebenswert ist und dass Glück möglich ist.

Darüber habe ich eine ganze Weile nachgedacht und fast scheint mir, als liegt hierin ein Erklärungsmodell für die gesellschaftliche Grundstimmung, mit der so viele von uns zur Zeit kämpfen.

Könnte es sein, dass die älteren Generationen den jüngeren heute eben genau diese Hoffnung nicht geben? Dass sie eine düstere Zukunft voraussagen und dass sie statt Lebensfreude den Fokus auf all das legen, was das Leben schwer und unwägbar macht? Dass viel mehr über bestehende Probleme geredet wird, als dass man die Jugend ermutigt, Lösungen zu finden?

Sollten die älteren Generationen den jüngeren nicht klarmachen, dass es an ihnen liegt, die Zukunft zu gestalten? Dass ihnen so viele Türen offen stehen und dass es sich lohnt, aktiv zu werden?

Vielmehr wachsen viele Kinder mit einem klaren Mangelbewusstsein auf: Es wird schwer für dich werden, Arbeit zu finden, die Wirtschaft wird den Bach runtergehen und die Umwelt wird mehr und mehr zerstört ...

Ich glaube, es lohnt sich, hier einmal die eigenen Botschaften an jüngere Menschen zu überprüfen und sich zu ueberlegen, wie wir den Nachfolgenden wieder Mut machen können.

Denn das Leben IST lebenswert!

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