Ein neuer Geist in Wirtschaft und Politik

12.04.2005 | Karl Pilsl

Die Situation

"Durch Deutschland muss ein Ruck gehen" sagte schon vor Jahren der frühere Bundespräsident Roman Herzog. Und er hatte Recht. Viele Menschen sind frustriert und die frühere Wirtschaftsnation Deutschland ist weltweit stark zurückgefallen. Man hat es den Unternehmern schwer gemacht, in Deutschland Unternehmer zu sein oder Unternehmer zu werden.

Man erwartet, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, damit die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote wieder entscheidend niedriger wird, aber gleichzeitig macht man es den Arbeitgebern schwer, in diesem Land zu investieren oder sich selbstständig zu machen. Regierung, Finanzamt, Agenturen und Behörden machen es den Menschen immer schwerer, in Deutschland Unternehmer zu sein oder Unternehmer zu werden. Man hat sich buchstäblich aufs "verhindern" konzentriert anstatt auf das Fördern des Unternehmertums.

Man hat den Menschen gelehrt, wie man Bewerbungen schreibt und hat dadurch aus Deutschland eine Nation von Bewerbern (Arbeitnehmern) gemacht. Aber wie sollen die noch Arbeit nehmen können, wenn es bald keinen mehr gibt, der Arbeit gibt?

Man hat uns schon in den Schulen abgewöhnt, unternehmerisch zu denken, unternehmerisch zu handeln und mit Risken zu leben. Man sagt ja schon den Kindern:

"Gehe kein Risiko ein. Anstatt dass man sie lehrt, wie man mit Risiken richtig umgeht. Man spricht ständig darüber, wie viel Rechte man hat, auf wie viel Urlaub man Anspruch hat, wie man "richtig Krankenstand macht" wie man die staatlichen Sozialleistungen besser nutzen kann usw. anstatt den jungen Menschen zu sagen, wie man von all dem unabhängig werden und seine Zukunft als Unternehmer selbst gestalten kann.

Wir sind in die falsche Richtung gegangen!

Aus der früheren Wirtschaftsnation und Unternehmerhochburg Deutschland wurde eine Arbeitnehmernation gemacht.

Ja, wir brauchen einen NEUEN GEIST in Wirtschaft und Politik, damit die Menschen in Deutschland wieder "aufblühen" d.h. voll zur Blüte kommen können.

Warum ein neuer Geist notwendig ist

Weil es schon in der Bibel heißt: "Der Geist ist’s, der lebendig macht, das Fleisch (Materie) allein nützt nichts"!

Ja, wir brauchen wieder ein neues Denken.

Wir haben keine Wirtschaftskrise in Deutschland. Wirtschaftsleben heißt ja, sich gegenseitig Probleme zu lösen. Eine Wirtschaftskrise hätten wir, wenn alle Probleme gelöst wären. Wir leben aber in einer Zeit mit so viel ungelösten Problemen wie nie zuvor. Also, es gibt so viele Chancen und Möglichkeiten für problemlösungsorientierte Menschen wie nie zuvor. Wir leben in einer revolutionären Zeit. In einer Zeit für Unternehmer, Pioniere, Visionäre und Menschen, die die Chancen sehen und sich auf die Möglichkeiten konzentrieren, anstatt sich von den Umständen und Problemen lähmen zu lassen und mit Jammern und Kritisieren den Tag zu vergeuden.

Wir brauchen wieder Menschen, die den "Stier bei den Hörnern packen" und bereit sind, Dinge zu tun, die andere Menschen nicht bereit sind zu tun. Wer etwas tut, was andere Menschen nicht tun würden, wird auch etwas erleben, was andere Menschen nie erleben werden. Darum heißt es ja: "Willst du etwas haben (erleben), was du noch nie gehabt hast, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast!" Oder noch klarer ausgedrückt:"Willst du etwas ernten, was du noch nie geerntet hast, musst du ein Samenkorn säen, das du noch nie gesät hast"!

Ja, durch Deutschland muss ein Ruck gehen.

Wir werden gemeinsam dafür sorgen, dass dieser Ruck durch Deutschland geht.

Wir werden nicht darauf warten bis die Zeit (und die Politik) sich ändert, wir packen gemeinsam kräftig an und handeln.

Zurück zur Einfachheit des Denkens und damit zu einer höheren Effizienz unseres Handelns

Da ich seit über 25 Jahren in den USA tätig bin, in dieser Zeit über 150-mal zwischen Europa und USA hin- und hergeflogen bin und dabei gelernt habe, beide Welten (Kulturen) miteinander zu verbinden, habe ich auch den Unterschied gelernt zwischen der Denke des deutschen mittelständischen Unternehmers und des amerikanischen mittelständischen Unternehmers. Ich habe mir immer die Frage gestellt: Warum ist es möglich, dass die Amerikaner in so vielen Dingen viel erfolgreicher sind als die Deutschen, obwohl doch jeder weiß, dass Deutschland die "Know-how"-Hochburg derWelt ist (war).

Um es auf den Punkt zu bringen:

Es liegt in der Einfachheit des Denkens der Amerikaner und in ihrer Menschen-Orientierung.

In den USA denkt man viel einfacher und unkomplizierter und ist daher auch viel effizienter bei dem, was man tut. Außerdem wird in den USA der menschliche Aspekt des Lebens viel höher gehalten als der intellektuelle Aspekt. Es geht ja nicht darum, wie viel ein Mensch weiß, sondern es geht vielmehr darum: "Was haben andere Menschen davon, von dem, was ich weiß" oder noch klarer ausgedrückt: "Was haben andere Menschen davon, dass es mich gibt".

Jeder Mensch kann sich entscheiden, ob er sein Wissen, seine Intellektualität oder sein Know-how dazu einsetzt, um die Dinge komplizierter und komplexer zu machen oder ob er sein Wissen dazu einsetzt, die Dinge (und damit das Leben) so einfach wiemöglich zu gestalten.

Das Erstere wurde zur Spezialität in Deutschland, das Letztere ist es, was die Amerikaner zur führenden Nation der Welt gemacht hat.

In den 25 Jahren meiner Tätigkeit in den USA, insbesondere in den 18 Jahren meiner Tätigkeit als Wirtschaftsjournalist in den USA hat sich folgender Kernsatz herauskristallisiert und ich bin heute mehr denn je davon überzeugt, dass dies stimmt:

"Wenn es uns gelingt, die hohe Intellektualität, Perfektion, Technik, Know-how und Qualität der Deutschen mit der Denke, der Kreativität, der Menschen-Orientierung und der Leadership-Philosophie der Amerikaner in der richtigen Weise miteinander zu verbinden, dann sind wir Deutschen am Weltmarkt unschlagbar"!

Zurück zur Menschen-Orientierung

Ja, es geht immer um den Menschen. Der Mensch ist das Maß unserer Entscheidungen und das Maß unseres Handelns. "Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung Gottes" sagt die Bibel. Es geht nicht darum, dass wir auf Kosten anderer Menschen erfolgreich werden (das wäre ja Räubertum), sondern es geht darum, dass wir uns gegenseitig unterstützen gemeinsam erfolgreich zu werden und ein gottgegebenes, erfülltes Leben zu leben.

Wir haben uns in Deutschland in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu sehr auf die Materie konzentriert; auf Rohstoffe, Techniken, Produkte, Prozesse und Geld - und dabei den Menschen vergessen. Wir haben unser Hirn ausgebildet auf Kosten unseres Herzens. Wir haben unsere eigene Intellektualität wichtiger genommen als die Bedürfnisse anderer Menschen. Wir haben uns zu viel mit Computer beschäftigt und zu wenig mit Menschen.

Wir sind Computerspezialisten geworden (oder Spezialisten anderer Techniken etc.) anstatt uns auf Menschen zu spezialisieren.

Menschenspezialisten sind die "Mangelware" in Deutschland. Menschenspezialist wird man aber nur, wenn man sich mit Menschen beschäftigt. Mit ihren Träumen, Visionen, Zielen. Mit ihren Talenten und Fähigkeiten. Mit ihrer gottgegebenen Berufung.

Ein Menschenspezialist kennt sich bei Menschen aus. Aber nicht, um sie für seine eigenen Ziele zu "missbrauchen" sondern um sich in andere Menschen zu investieren, damit jeder Mensch die Möglichkeit hat, mit seinen Talenten und Fähigkeiten seine Träume, Visionen und Ziele gemeinsam mit anderen Menschen zu realisieren.

Echte Menschenspezialisten multiplizieren sich und sind stark daran interessiert, dass jene Menschen, in die sie sich investieren, noch besser werden als sie selbst. Nur das allein bringt "qualitatives Wachstum".

Wir stehen mitten in einer Werte-Revolution

Viele Menschen stellen sich heute die Frage nach dem Sinn des Lebens. Sie sind auf der Suche nach Werten. Sie sind auf der Suche nach einem Fundament, auf dem man sicher stehen kann. Sie sind auf der Suche nach "Spielregeln" die wirklich funktionieren.

Viele Menschen sind auch auf der Suche nach Gott, obwohl sie nicht öffentlich darüber reden. Man hat uns ja immer gesagt: "Über Gott und über Geld spricht man nicht."

Ich habe nie verstanden,warum man über diese beiden so wichtigen Dinge nicht öffentlich sprechen darf. Gott ist ja noch viel wichtiger als Geld und daher sollte man doch darüber sprechen, oder?

In Amerika habe ich gelernt, dass man über beides, über Gott und über Geld sprechen kann. Öffentlich. Dies sind in Amerika keine Tabuthemen - und das macht auch vieles einfacher.

Viele Menschen in Deutschland sprechen nicht über ihre Suche nach Gott, weil sie fürchten, sie würden evtl. in eine Sekte kommen oder von anderen Menschen "vereinnahmt" werden.

Dabei ist es doch so einfach zu erkennen, ob man es mit Gott oder mit einer Sekte zu tun hat:

Für mich ist alles eine Sekte oder hat zumindest sektiererische Züge, wo Menschen versuchen andere Menschen von sich abhängig zu machen. Egal, ob emotional, seelisch, geistig, wirtschaftlich etc. Denn es steht ja schon in der Bibel: "Wo der Geist Gottes wirkt, da ist (2. Kor. 3:17). Wo immer Menschen versuchen andere Menschen von sich abhängig zu machen ist der Geist Gottes nicht anwesend und daher hat es mit Gott nichts zu tun. Es ist eben ein großer Unterschied zwischen Religion und Gott. Gott hat mit Religion nichts zu tun - Gott ist Liebe und führt uns in die Freiheit seines Geistes. Nicht in religiöse Abhängigkeiten, Gebundenheiten oder religiöse Schuldgefühle. Gott ist viel gnädiger als die meisten Menschen.

Die Freiheit des Menschen: Sein höchstes Gut

Gott selbst hat dem Menschen den "freien Willen" - das höchste Gut des Menschen - gegeben. Gott selbst hält sich sicher daran und übergeht den freienWillen eines Menschen nicht. Er lässt jedem Menschen seine eigenen Entscheidungen treffen. Und wenn Gott selbst den Menschen diesen "freien Willen" gegeben hat, sollten auch wir den "freien Willen" anderer Menschen respektieren und nicht antasten.

Ja, es gibt einen Unterschied zwischen Manipulation und Motivation:

Manipulation ist immer im Spiel, wenn wir andere Menschen zu etwas bewegen möchten, was nur für uns gut ist. Motivation ist, wenn wir andere Menschen zu etwas bewegen möchten, was insbesondere für sie (oder für alle Beteiligten) gut ist.

Wann immer Sie nicht wissen, was richtig und was falsch ist im Umgang mit Menschen, dann denken Sie an die "Goldene Regel":

"Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu!" (Bergpredigt)

Mein Leben

Ich bin 1948 in Österreich (Mühlviertel) geboren. Mein Vater war Landwirt und Totengräber. Ich habe einen Bruder und wir sind wirklich in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Wir hatten keine Möglichkeit zu studieren, meine Eltern hatten einfach das Geld nicht dazu. Aber in den beiden Söhnen floss Unternehmerblut. Obwohl unser Vater wollte, dass wir in seine Fußstapfen treten, machten wir uns bereits in jungen Jahren selbstständig, gründeten gemeinsam eine Tischlerei und bauten diese aus zu einem Industriebetrieb mit mehr als 200 Mitarbeitern. 1976 machten wir Konkurs, weil wir Dinge taten und Entscheidungen trafen, die betriebswirtschaftlich keinen Sinn machten. Wir haben buchstäblich unser Lehrgeld bezahlt und daraus gelernt. Wir haben erlebt, was es heißt, als Unternehmer wieder einmal vor dem Nichts zu stehen. Aber wenn einer wirklich Unternehmer ist und Unternehmerblut in seinen Adern fließt, wird er immer Unternehmer bleiben. Fallen ist ja keine Schande, heißt es. Liegenbleiben schon. Und liegen geblieben sind wir nicht. Ich bin auch später noch einige Male "erfolgreich gescheitert". Gescheitert kommt ja von gescheiter geworden. Aus den Fehlern lernen.

Mein Bruder gründete wieder eine Tischlerei und baute diese mit der "naturkonformen Strategie" zum heute im ganzen deutschsprachigen Raum bekannten Haustürenwerk "TOPIC" aus. Ich gründete 1977 die Österreichische Bau-Marktforschung und baute diese mithilfe der "naturkonformen Strategie" zum größten Marktforschungsinstitut des Bauwesens in Österreich aus mit ca. 50 Angestellten und ca. 2000 nebenberuflichen Mitarbeitern. 1986 haben wir dieses Unternehmen verkauft. Es gehörte dann viele Jahre zu Bertelsmann und seit kurzem zum Springer-Verlag.

1979 begannen wir dann unser Abenteuer in den USA.

1986, nach dem Verkauf der Österreichischen Bau-Marktforschung sind wir als Familie in die USA (Tulsa, Oklahoma) übersiedelt und haben uns zur Aufgabe gestellt, in unsere große Familie zu investieren. Ich bin verheiratet mit Monika, bin Vater von 8 Kindern, wir haben mittlerweile 6 Schwiegerkinder und 9 Enkelkinder. Es ist also eine große Familie daraus geworden. Unsere Kinder sind in den USA in die Schule (Privatschule) gegangen und hatten das große Vorrecht, talenteorientiert ausgebildet zu werden. Alle sind auf dem Weg, ihre Träume, Visionen und Ziele zu realisieren.

Wir haben in der Zwischenzeit (35 Jahre als Unternehmer) sowohl in Österreich, Deutschland als auch den USA viele Projekte realisiert, etliche Organisationen gegründet (oder mitgegründet), viele Leadership-Teams erfolgreich installiert und vielen Menschen geholfen, ihre Strategie fürs Unternehmen und ihren Weg fürs Leben zu finden.

Seit 1977 bin ich als selbstständiger Unternehmer im Medienbereich tätig, habe einige Verlage und Ausbildungszentren gegründet und bin seit 1987 Wirtschaftsjournalist in den USA.

Seit Anfang der 80-er Jahre bin ich auch als Seminarleiter, Public Speaker und Lektor tätig und habe in dieser Zeit zu Hunderttausenden Menschen "around the world" gesprochen.

In dieser Zeit habe ich auch mehr als 20 Bücher geschrieben zu den Themen Leadership, Motivation, Strategie, Trends, Wirtschaftsrevolution, erVOLLgreiches Leben und gelebte Christliche Werte mit insgesamt weit über 100.000 Auflage, wovon einige davon zu Bestsellern geworden sind.

Wir haben auch in den letzten 18 Jahren über 300 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu uns nach Tulsa, OK eingeladen, um ihnen vor Ort zu zeigen, wo der entscheidende Unterschied liegt zwischen der "einfachen Denke Amerikas" und der "zur Kompliziertheit neigenden Intellektualität Deutschlands" und was wir wirklich als mittelständische Unternehmer und Führungskräfte von den Amerikanern lernen können.

Ja, aus einem traditionell katholisch erzogenen "armen Mühlviertler Landwirts- und Totengräbersohn" wurde ein erfolgreicher "Weltbürger".

Ganz einfach dadurch, weil ich bereit war, Dinge zu tun, die andere Menschen nicht bereit sind zu tun.

Ganz einfach auch dadurch, weil ich mich mehr auf Menschen spezialisierte als auf "intellektuelles, materielles Wissen".

Beides ist gut und wichtig, aber der Mensch ist noch viel wichtiger. Daher habe ich mich für den Menschen entschieden.

Mit unserer großen Familie hätten wir immer genügend "Ausreden" finden können, gewisse Dinge nicht zu tun. Aber meine Frau und ich kennen die Ausrede: "Das kann ich mir nicht leisten" nicht. Wir sagen immer: "Was müssen wir tun, damit wir uns das leisten können?" und schon öffnen sich Türen und Wege in eine begeisternde und erfüllte Zukunft. Die haben wir erlebt und wir haben noch viel vor uns. Wir sind sehr dankbar dafür.

Ich schreibe dies deshalb, damit Sie nicht den Eindruck gewinnen, Sie hätten es hier mit einem Theoretiker zu tun. Nein, ich habe alle Fehler selbst gemacht und kann mich in die Menschen und ihre individuellen Herausforderungen in Familie und Beruf wirklich hineinversetzen. Alles selbst erlebt und gemeistert und daher sind wir auch in der Lage, andere Menschen zu ermutigen.

Ja, Deutschland braucht eine "Umdenk-Revolution" eine Reformation des Bildungswesens, eine Revolution im Gesundheitswesen (für Körper, Seele und Geist) und eine neue Werte-Reformation.

Wir müssen umdenken. Das Land der Reformation (Martin Luthers) muss wieder zum Land der Reformation werden.

Deutschland braucht einen neuen Geist in Wirtschaft und Politik.

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Katharina Tempel

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