Die Zukunft gehört den Mutigen!

10.12.2006 | Dr. Kirsten Mennenga

Unser Leben wird zunehmend komplexer und die Angst aufgrund tief greifender gesellschaftlicher Änderung greift um sich. Sie lähmt unsere Politik und hindert sie, mutige Entscheidungen zu treffen. Sie macht aus Jugendlichen angesichts des prekären Arbeitsmarktes meinungslose, egozentrische Jasager. Die Generation 50+ mutiert zu ängstlichen Kaninchen, die trotz breiten Erfahrungsschatzes befürchten müssen, aufgrund fortschreitender technischer Rationalisierung im Hartz-4-Sumpf zu versinken.

Der demographische Wandel zwingt uns, die althergebrachten sozialdemokratischen Gesellschaftsstrukturen zu überdenken, und die fortschreitende Globalisierung fordert, unser politisches und wirtschaftliches Selbstverständnis neu zu definieren. Die Zeiten sind hart!

Dort, wo die ökonomische und politische Lage kaum noch Sicherheit verspricht, entsteht auch ein fruchtbarer Boden für Gesellschafts- und Kulturpessimisten, die umherreisen und lauthals die alten Werte beschwören. Dabei treibt nicht nur braunes Gedankengut an die Oberfläche und infiziert Jugendliche, die keine Perspektive für sich sehen, auch der damalige folgenreich glorifizierte Muttermythos trifft wieder auf offene Ohren, was die Verkaufserfolge entsprechender Literatur gerade zeigt.

Hier stehen wir nun! Während wir einerseits auf allen Ebenen an einem Übermaß an Bürokratie und Reglements ersticken, werden uns andererseits angesichts der fundamentalen gesellschaftlichen Herausforderungen Handlungszwänge immer bewusster. Denn offensichtlich scheint niemand zu wissen, wohin der Zug fährt, in dem wir alle sitzen.

Aber eine Lektion sollten wir allmählich begreifen: Mit denjenigen, die immer nur Defizite aufzeigen, ohne selbst konstruktive Ideen einzubringen und solchen, die blockieren, weil es bei uns mittlerweile Tradition geworden ist, frische, neue Ansätze einfach kaputt zu reden - mit diesen Zeitgenossen steuert unser Zug gegen die Wand.

Dabei geht es doch auch anders!

So engagiert sich beispielsweise der gemeinnützige und überparteiliche Verein „Mehr Demokratie“ dafür, dass Menschen in Gemeinden, Ländern, im Bund sowie in der Europäischen Union ihre Angelegenheiten selbst in die Hände nehmen, um so über wichtige Sachfragen in fairen Abstimmungen entscheiden zu können.

Die Projekte „Schule ohne Rassismus“ und „Schule mit Courage“ sind Initiativen von und für Schüler, um die Zivilcourage der Jugendlichen zu fördern. Die Jugendlichen wollen mit ihrem Einsatz gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten.

Ein anderes Beispiel: Laut der Zeitschrift Stern hat der Frankfurter Finanzdienstleister ING-DiBa AG im März dieses Jahres drei Frauen einen Ausbildungsplatz für die Kundenbetreuung zur Verfügung gestellt. Das Alter der Azubis war über 50. Künftig möchte das Unternehmen die Anzahl älterer Auszubildenden noch auszuweiten.

Es gibt noch viele erwähnenswerte Beispiele, von denen wir uns wünschen, dass sie Schule machen! Denn, nur den Mutigen und Couragierten gehört die Zukunft!

Bevor Christoph Kolumbus 1492 aufbrach, um einen kürzeren Seeweg nach Asien zu entdecken, wurde sein Vorhaben in Portugal wie auch in Spanien von der königlichen Kommission abgewiesen. Kolumbus selbst gab jedoch nicht auf und wurde schließlich im April 1492 für seine Hartnäckigkeit belohnt: Ferdinand V. König von Kastilien und Königin Isabella stimmten ein, die geplante Expedition zu finanzieren.

Viel Erfolg, Courage und ein Quäntchen Hartnäckigkeit.

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