Die Hybris der Weltbeherrscher

29.01.2010 | Joseph von Radowitz

Wer auf die Idee kommt, die moderne Welt beherrschen zu wollen, sollte wahrscheinlich zweierlei in Angriff nehmen: erstens darf er seine Macht nur indirekt und vor dem Blick der Öffentlichkeit verborgen ausüben und zweitens muss er die Deutungshoheit über das politisch Korrekte erringen, sich quasi zur letzten Instanz dessen erklären, was ohne Strafe öffentlich gesagt werden darf.

Dies ist zugegebenermaßen ein mühseliger, komplizierter und ermüdender Kampf, der kaum jemandem Freude bereiten wird. Die Weltbeherrscher allerdings lieben ihn. Durch ihr Wirken, so glauben sie, erfüllen sie einen uralten, geheimen Auftrag. Sollten Unvernünftige sich ihnen in den Weg stellen, dürfen sie beseitigt werden.

Zwei Grundvoraussetzungen

Natürlich wollen Menschen zu keiner Zeit beherrscht werden. Jeder spürt instinktiv, dass nur er selbst zum Zepterschwingen berufen ist. Zumindest erwartet er, mitregieren zu dürfen. Diesen Wunsch erfüllt ihm vordergründig das Geschenk der liberalen Demokratie, ein noch junges, von der Moderne entwickeltes, politisches System. Die liberale Demokratie hat allerdings den fatalen Hang, regelmäßig zur faktischen Plutokratie zu entarten, in der die Reichen heimlich kommandieren. Nur zu gern führen demokratische Herrscher die Befehle ihrer verborgenen Meister aus. Außerhalb von Ämtern und Scheinwerfern, mithilfe ausgetüftelter Geheimkanäle, erreichen die Eigentümer großer Vermögen ihre Ziele viel effektiver als auf dem politischen Parkett.

Um auch Sieger im Reich der Ideen zu werden, mutieren die Weltbeherrscher zu Hohepriestern des politisch Korrekten, zu Ajatollahs des Guten und Wahren. Wie Inquisitoren fahren sie dazwischen, wenn die festgelegten Dogmen verletzt werden. Diese neu erfundene Religion zementiert ihre Macht auf dem wichtigen Territorium des Geistes. Es gibt eine Priesterkaste, Gläubige, Renegaten und Häretiker, Spitzel und Denunzianten. Man erlebt Verfolgungen, Hinrichtungen und Verbrennungen. Eine Atmosphäre der Angst breitet sich aus. Die Wahrheit wird verdunkelt. Wer das offizielle Weltbild anzweifelt, ist ein Verschwörungstheoretiker. Dieses Etikett wirkt wahre Wunder. Wer an ein Komplott glaubt, gilt als Spinner – egal, wie viele Argumente er vorbringen kann. Auch wenn es in der Geschichte der Menschheit vor Verschwörern nur so wimmelt, gibt es sie nun offiziell nicht mehr. Sie gehören zum Aberglauben, sind ausgestorben wie Hexen, Alchemie und andere Auswüchse unaufgeklärter Zeiten. Mit einem simplen Begriff kann jeder zum nicht mehr ernst zu nehmenden Außenseiter gestempelt werden. So immunisiert man sein Lügensystem gegen Angriffe.

Damit dies gelingt, bleibt einem nichts übrig, als den politischen Diskurs fast lückenlos zu überwachen. Alle etablierten Massenmedien müssen die gültigen Ansichten des Wahren und Rechten zuverlässig unterstützen. Sollte eine Gesellschaftsgruppe von gewisser Bedeutung ausscheren, ist sie sofort von der Meinungspolizei intellektuell zu erledigen. Die gängigen Strafen reichen von der gesellschaftlichen Ächtung bis zur beruflichen Zerstörung.

Wenn diese Praxis der Täuschung es fertig bringt, aus Wahrheit Lüge und aus Lüge Wahrheit zu machen, sind die Oligarchen des Geldes an ihrem Ziel. Willkommen in unserer Epoche: dem Zeitalter der Weltbeherrscher.

Alles bleibt in der Familie

Wer sind sie nun? Wie lauten ihre Namen? Es wäre müßig, eine Liste der involvierten Verschwörer zu erstellen. Zu viele blieben ungenannt, deren Beteiligung noch nicht durch Indizien bewiesen werden kann. So belassen wir es bei einer Beschreibung ihres Wesens, ihrer Lebensweise und ihrer Pläne.

Ein typisches Mitglied dieser selbsternannten Elite ist reich – sehr reich. Es hat Privatschulen am Genfer See, in Windsor oder in den Vereinigten Staaten durchlaufen, an einer renommierten Universität studiert und ist dann in der Finanzbranche, einem großen Industrieunternehmen oder gleich in der Familienfirma groß geworden. Weltbeherrscher gehören bestimmten Clubs und Gesellschaften an, wie dem Council on Foreign Relations, der Trilateral Commission, der Bilderberg Konferenz, dem Bohemian Club. Schon früh haben sie Spaß an politischer Einflussnahme und nutzen hierfür ihr Netzwerk aus Politik und Medien, mithilfe dessen sie die Welt nach ihren Vorstellungen zu formen trachten. Ihr Machtmittel ist Geld, unvorstellbare Summen von Geld.

Das märchenhafte Vermögen der internationalen Geldelite wurde in Generationen aufgebaut, innerhalb von Familien. Aus einem sehr kleinen Zirkel ruhmvoller Geschlechter rekrutieren sie sich. Sie werden in ihre Aufgabe hineingeboren. Es ist seltsam, aber die Welt wird nach wie vor von Dynastien beherrscht, ohne dass es jemandem auffiele. Eine globale Oligarchie im Geheimen. Da sie in Generationen denkt, kann sie ihr Programm immer weiter verfolgen – Jahrzehnt für Jahrzehnt, mit unerbittlicher Zähigkeit – auch wenn das Ziel in weiter Zukunft liegt.

Die privilegierten Sprösslinge dieser Familien müssen sich nicht wirklich beweisen, es reicht ihr Stammbaum. Ihre Väter führen sie in die Geheimnisse des Geschäfts ein, in ein arkanes Wissen, das keine Universität vermittelt. Sie müssen ihre Aufgabe nur annehmen.

Zum innersten Zirkel zählen ausschließlich Mitglieder der Sippe. Alle anderen sind Diener der Verschwörung. Aufsteiger, egal wie klug und gerissen sie sind, können zwar teilhaben am Profit, wenn sie die Agenda der Weltbeherrscher fördern, werden aber niemals in die letzten Geheimnisse und Pläne eingeweiht; es sei denn, sie heiraten in den Clan ein.

Von Zeit zu Zeit wird eine neue Familie, die ein bedeutendes Vermögen aufgebaut hat und dynastisch denkt, in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen. Aber erst, nachdem sie ihre Loyalität gegenüber den Etablierten über eine lange Zeit bewiesen hat.

Teil einer Verschwörung zu sein, gibt dem Leben eines Weltbeherrschers den besonderen Kick. Sie lieben es, in fremden Ländern gegen missliebige Regierungen aufzuwiegeln, Unruhe zu stiften oder Staatsgeheimnisse auszuspionieren. Schon früh daran gewöhnt, dass die üblichen Gesetze für sie nicht gelten, lautet ihr Credo: unser Zweck heiligt jedes Mittel.

Die Mächtigsten von ihnen kommen aus dem internationalen Finanzsektor. Es sind hauptsächlich Bankiers, Fondsgründer und Großspekulanten. Die internationale Geldelite ist eine über den Staaten stehende Macht geworden. Unkontrollierbar, selbstherrlich, gierig auf globale Beute. Im Finanzolymp herrscht scheinbar Anarchie, und doch gibt es einen Meister im Verborgenen, der den Hexensabbat, das Toben und Tosen, machtvoll steuert. Seine folgsamen Untertanen sind die kosmopolitischen Jünger des Geldes.

Bisher sind ihre Zentralen New York und London. Andere Finanzplätze wie Frankfurt, Paris, Mailand, Luxemburg, Hongkong spielen eine Rolle. Washington, London und Brüssel sind die politischen Zentren ihrer Macht. Doch überall dort, wo sie Beute für ihre Raubzüge vermuten, werden Kommandozentralen innerhalb von Nichtregierungsorganisationen, politischen Stiftungen oder gleich als Geheimdienstzellen errichtet. Die Welt ist für sie ein Schlachtfeld, auf dem man seine Einflusssphären wahren und erweitern muss. Wie ein gigantisches Radar streift ihr Blick über den Globus, gierig auf der Suche nach neuen Schätzen.

Seit 200 Jahren bauen die Weltbeherrscher nun schon an ihrem internationalen System. Sie haben es fast vollendet.

Internationalisten ohne Bindungen

Sie betrachten sich als „Internationalisten“, fühlen sich also keinem Volk, keinem Staat, keiner Nation zugehörig. Sie können ihre Wohnorte innerhalb von kürzester Zeit wechseln. Sollte der Staat ihres augenblicklichen Domizils zugrunde gehen und die Lage unerfreulich werden, besteigen sie und ihre Familie den Privatjet und fliegen an einen friedlicheren Ort, wo sie ihren gewohnten Luxus genießen können und Zugriff auf ihr Vermögen haben. Ihren Schutz übernehmen die Exekutivorgane jener Staaten, auf die sie Einfluss ausüben.

Man muss sich nur das groteske Schauspiel eines Bilderberg-Treffens vor Augen führen, um ihren privilegierten Status zu begreifen. Die Teilnehmer der Bilderberg Konferenz – hochrangige Vertreter aus Finanz, Industrie, Politik und Medien – treffen sich einmal im Jahr, meist im Mai, an unterschiedlichen Orten, um über die Zukunft der Welt zu sprechen. Kein Volk hat sie darum gebeten, sie versammeln sich aus eigenem Recht. Die Geladenen werden mit Blaulicht in Polizeikolonne vom Flughafen zum Veranstaltungsort, meist ein fünf Sterne Hotel, gebracht. Das Gebäude wird generalstabsmäßig gesichert. Alle normalen Gäste müssen das Hotel verlassen. Die Bilderberg-Gruppe will unter sich bleiben. Nichtgruppenmitglieder erträgt sie nur als Diener, das Servicepersonal darf natürlich bleiben. Die Bewachung des Hotels wird von der Polizei des gastgebenden Landes übernommen. Selbst das Militär stellt Marineeinheiten, Hubschrauber und Kampfjets für den Fall des Falles zur Verfügung. Alles ist streng geheim. Journalisten sind, wenn nicht geladen, unerwünscht. Um ungebetene Journalisten, die zu aufdringlich werden, kümmert sich der Geheimdienst. Das Ganze ist Ausdruck akuten Größenwahns.

Exemplare einer überlegenen Rasse

Das Selbstbewusstsein der Weltbeherrscher ist grenzenlos, sie halten sich für auserwählt. Ihren Reichtum betrachten sie als Beweis ihrer Größe. Er ist schließlich die erforderliche Eintrittskarte in ihren Club. Sie glauben, sie seien schlauer, tüchtiger, gerissener und weitblickender als die Massen. Mit Massen bezeichnen sie Menschen, die nicht zu ihnen gehören. Niemals sprechen sie von Völkern. Massen müssen beherrscht werden. Ihr Wert liegt im Sklavendienst. Wenige müssen über Viele herrschen, so denken sie.

Natürlich muss es eine Autorität in der Gesellschaft geben, um die Ordnung zu garantieren. Entscheidend ist allerdings deren Legitimität und nach welchen Prinzipien sich die Herrschenden richten. Das Vertrauen der Regierten gewinnt nur der treue Diener des Allgemeinwohls.

Die Weltbeherrscher dienen nicht, es sind ruchlose Egoisten. Sie wünschen sich eine Welt ganz in ihrer Gewalt. Die Herrschaft der Starken über die Schwachen.

Es verwundert nicht, dass sie von Ideen der Eugenik beeinflusst sind und Nietzsche als ihr Pate gelten kann. Alles, was der Macht dient, ist gut, was schwach ist, ist schlecht. Kranke sind Parasiten der Gesellschaft. Ein stolzer Mensch stirbt lieber, als seinen Mitmenschen zur Last zu fallen. Die an Körper und Geist Schwachen sollten eliminiert werden.

Untereinander sind sie sich einig, dass solche Gedanken Ausdruck ihrer vornehmen Herrennatur sind, die sich nicht durch Sentimentalitäten und christliche Moralvorstellungen hemmen lässt, und sich damit vom Gemüt der ewig Unterwürfigen abhebt.

Zukunftspläne für die Menschheit

Solcherart ausgestattet, gehen sie an die Verbesserung der Welt. Die meisten ihrer Pläne sind schädlich, einige schlicht wahnsinnig.

Zur Abteilung Wahnsinn gehört die Idee von der Bevölkerungsreduktion. Sie wollen nichts Geringeres, als die Weltbevölkerung von heute 6,8 Milliarden auf 300 Millionen Menschen zu verringern. Das wäre eine Reduktion um 95 Prozent. Eines ihrer Mitglieder fordert eine freiwillige Ein-Kind-Politik für die nächsten 100 Jahre. Dieses Mitglied hat selbst vorbildlich 5 Kinder in die Welt gesetzt. Sie argumentieren, durch die Beschränkung der Weltbevölkerung könnte der Lebensstandard für alle steigen. Schließlich hätten für tausende von Jahren weniger als 300 Millionen Menschen auf der Erde gelebt. Die passende Formel der Vereinten Nationen könnte lauten: Seid unfruchtbar und mehret euch nicht! Die Menschheit soll demnach wie eine Tierart behandelt werden, deren Bestand in bestimmten Grenzen gehalten werden muss, damit die höchste Rasse ihr Niveau halten kann. Bald wird Sexualität ein Schwerverbrechen sein und die Zahl der Kinder von einer staatlichen Genehmigung abhängen. Um die Artenvielfalt zu erhalten, sollen Landstriche entvölkert werden und menschenfreie Zonen entstehen.

Ein weiterer toller Plan sieht vor, allen Menschen einen elektronischen Chip in den Körper zu implantieren. Der Chip besitzt die Fähigkeit, eine Identifikationsnummer funken zu können und erlaubt so die Kennzeichnung der Person. Schon heute bietet eine Firma aus Florida eine Version für die Virenerkennung an. Das langfristige Ziel ist allerdings ein Chip, der als allgemeines Zahlungsmittel dienen soll. So nähert man sich der Möglichkeit des totalen Überwachungsstaates. Dies ist das höchste Ziel der Weltbeherrscher. Sie wollen die Massen unter umfassender Kontrolle wissen. Während der Chip für die Sklavenrasse nur Unterdrückung bedeutet, dient er der Elite als Sonderpass. Ihr Chip sendet die Nachricht: Vorsicht! Angehöriger der Herrscherklasse!

Massen lassen sich leichter unterdrücken, wenn sie nicht organisiert sind. Nationalstaaten, die sich verteidigen können, sind den Weltbeherrschern seit jeher ein Dorn im Auge. Deshalb arbeiten sie unermüdlich an der Zerstörung der Nationen, der Völker, ihrer Kulturen und Religionen. Erst wenn aus souveränen Staaten ohnmächtige Regionen geworden sind, kann der Mammon seine unumschränkte Herrschaft ausüben, ohne auf den Widerstand der Sklaven zu stoßen. Statt einem Volk anzugehören, wird man Bewohner eines Verwaltungsbezirks sein und zur Menschenmasse zählen. Regiert von einer anonymen, kafkaesken Superbürokratie, die in den verriegelten Gebäuden einer weit entfernten, supranationalen Organisation residiert.

Aufgabe der gottlosen EU und vergleichbarer totalitärer Staatenverbünde ist es, die Voraussetzungen für eine Weltregierung zu schaffen. Statt wie bisher viele Regierungen beeinflussen zu müssen, reicht es dann, die eine Weltregierung zu steuern. Eine sehr verlockende Aussicht für die Geldelite.

Unbildung, Formbarkeit und Folgsamkeit sind die Ziele der harmonisierten europäischen Bildungsideologie. Die ökonomische Einsetzbarkeit der Zöglinge ist den Meistern wichtiger als ihr selbständiges Denken. Es ist ein Verrat an Europas größtem Erbe, der kritischen Vernunft. Sie war nützlich im Machtkampf gegen die Kirchen, soll aber nicht das System der Weltbeherrscher gefährden. Es hat sich herausgestellt, dass die Massen nicht zu viel Einblick in die Läufe der Welt bekommen sollen, da sie sonst schwerer im Griff zu behalten sind.

Um die Untertanen besser ideologisieren zu können, muss auch der Einfluss der Eltern auf ihre Kinder reduziert werden. Die Zerstörung der Familie dient diesem Zweck. Da beide Elternteile arbeiten müssen, um eine Familie ernähren zu können, werden die Kinder schon in frühester Kindheit fremden Betreuern anvertraut. Mit Krippe, Kindergarten und Schule besitzen die Weltbeherrscher perfekte Beeinflussungsräume, in denen der Angriff auf wehrlose Kinderseelen geführt werden kann. Durch die Verunglimpfung des Vorbildlichen und das Preisen des Sündhaften. Die Eltern haben kaum eine Chance, ihre Familienwerte an die nächste Generation weiterzugeben.

Da Geld in unserer Epoche eine alles beherrschende Stellung einnimmt, sind naturgemäß sowohl Dollar wie Euro unter der Kontrolle der Weltbeherrscher mittels der ihnen dienenden Notenbanken. Alles spricht dafür, dass sowohl das Federal Reserve System der USA als auch die EZB sich in der Hand der Verschwörer befindet. Allzu schnell wurde die Hypothese der Großbankiers vom drohenden Weltuntergang nachgebetet und ohne Zögern zinsloses Geld von den Zentralbankern angeboten, als dass man noch an eine kritische Distanz zwischen Notenbanken und Weltbeherrschern glauben könnte. Auf ihre Unabhängigkeit pochen die Währungshüter üblicherweise nur dann, wenn es gilt, ihre gegen die Völker gerichtete Geldpolitik abzuschirmen. Wer die Geldmenge kontrolliert, hat die Macht. Es ist Papiergeld, das ohne nennenswerte Kosten vermehrt werden kann. Die Weltbeherrscher glauben, weil sie Geld drucken können, seien sie Schöpfer. Geld ist nicht schöpferisch. Sie produzieren nur Schulden. Schulden, deren Zinsen durch die Besteuerung der Arbeitssklaven bezahlt werden. Die Tilgung wird in die Ewigkeit gelegt. Herr, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. Der Schuldenerlass ist Ausdruck menschlicher Zivilisation. Doch für die Weltbeherrscher dienen die Schulden zur Versklavung der Völker, ein Machtmittel, das sie nie aufzugeben bereit sein werden.

Sie empfinden es zwar als Ehre, Kapitalisten genannt zu werden, doch den freien Markt hassen sie. Sie wollen die Märkte steuern, damit ihr Hasardspiel ein sicheres Geschäft bleibt. Den Ausgang ihrer Wetten wollen sie kennen. Denn nichts dient ihrem Machterhalt mehr als die Steigerung des Vermögens. Deshalb ist es für sie so wichtig, Kontrolle zu erringen. Über alles: Geld, Rohstoffe, Industrien. Mithilfe der Macht der Banken. Ihr Traum ist eine koordinierte Wirtschaftspolitik, die ein perfektes Umfeld für ihre Spekulationen schaffen soll. Sozialistischer Kapitalismus, kapitalistischer Sozialismus. Wenn sie die Börse steigen lassen wollen, können sie es einrichten, wenn der Goldpreis sinken soll, ist es machbar.

Auch für Transhumanismus und Posthumanismus hat die Geldelite eine Schwäche. Mit diesen Begriffen beschreibt man die Entwicklung von Mischwesen aus Mensch und Maschine. Sie schwärmen für künstliche Intelligenz, die Übertragung des menschlichen Bewusstseins auf technisch konstruierte Wesen wie auch das Implantieren elektronischer Speichermedien in das Gehirn von Menschen. Ihr Traum wäre die Unsterblichkeit. Hierzu wollen sie den medizinischen Fortschritt unterstützen.

Ihre Zukunftsphantasien lassen sich als eine Mischung aus Orwell und Huxley zusammenfassen. Die Welt, aufgeteilt in 3 Weltreiche, eine totale Überwachung, inklusive einer Gedankenpolizei, die Inszenierung eines ewigen Krieges – das alles ist Orwell. Künstliche Befruchtung, Euthanasie, genetische Selektion, Ruhigstellung durch Sex und Drogen, Ablenkung durch Spektakel in modernen Kolosseen – das ist Huxley.

In die Gesamtheit der Pläne sind nur sehr wenige eingeweiht. Jeder soll nur so viel wissen, wie er zur Erfüllung seiner Aufgabe zu wissen braucht.

Komplizen

Wenn so wenige so viel erreichen wollen, benötigen sie Komplizen.

Als wichtigster Verbündeter, ja als Homunkulus der Weltverschwörung, ist das internationale Finanzsystem anzusehen. Das Drucken von Papiergeld hat ihre Machtergreifung möglich gemacht. Im Zentrum des Gefüges befindet sich die Federal Reserve Bank of New York als hässliches Haupt des Federal Reserve Systems. Sie hockt in ihrem trutzburgartigen Gebäude auf dem wohl größten Goldschatz der Welt. Auch das Gold des deutschen Volkes wird dankenswerterweise von der Fed in ihren Verliesen aufbewahrt und sorgsam gehütet. Da das Fed-System den Wert des Dollars bestimmt und der Dollar noch die wichtigste Reservewährung der Welt ist, besitzt es schwindelerregende Macht. Wenige wissen, dass das Federal Reserve System aus einem Zusammenschluss privater Banken besteht. Es ist, als ob die Deutsche Bank und die Commerzbank Inhaber der Bundesbank wären und über den Wert des Euros bestimmen könnten. Das Federal Reserve System ist das größte private Unternehmen der Welt, wenn man seine Bilanzsumme zum Maßstab nimmt.

Internationale Organisationen wie UNO, EU oder NATO fördern naturgemäß ebenfalls die Agenda der Weltbeherrscher. Bevölkerungsreduktionsmaßnahmen, Pandemiestufenpläne, Impfkampagnen, CO2-Abgaben, Ermöglichung des freien Kapitalverkehrs, friedensschaffende Militäreinsätze – eifrig führen die Günstlinge der Weltelite die Pläne ihrer Meister aus.

Unterstützung kommt auch von den nationalen Regierungen. Sie dienen den Zielen der Elite durch Beiträge zur Finanzierung oder durch Bereitstellung von Personal für zivile Kampagnen und militärische Feldzüge. Die notwendigen Mittel beschaffen sie sich notfalls durch neue Schulden. Die Zinszahlungen für diese inzwischen astronomischen Summen fließen in erheblichem Maße in die Taschen der Weltbeherrscher, die diese Einnahmequelle treffend als „fixed income“ bezeichnen.

Politische Parteien sind ideale Ausführungsorgane. Deutschlands Parteien haben ein Schuldengebirge erschaffen, das vom deutschen Volk nicht mehr abgetragen werden kann. Ein unwürdiges Erbe für Generationen von Kindern und Kindeskindern.

Besonders enttäuschend ist auch die Rolle, die internationale Medienhäuser darin spielen, den Machterhalt der Geldelite zu sichern. Sich selbst verleihen sie so gern den Titel einer freien Presse, doch manche Journalisten müssen Gelübde unterschreiben als träten sie in ein Kloster ein. Zu gewissen Ländern müssen sie halten, bestimmte Dogmen niemals in Frage stellen und strikte politische Vorgaben berücksichtigen. Erschreckt nimmt man zur Kenntnis, dass sich seriöse Zeitungen in propagandistische Gazetten wie zu Zeiten der Revolution verwandeln.

Die Schulung der Komplizen der Weltbeherrscher findet in vornehmen Zirkeln statt. In außenpolitischen Gesellschaften, Verbänden und Stiftungen der Wirtschaft und transatlantischen Freundschaftshäusern treffen sie sich mit ihren Instrukteuren, die in Vorträgen zu Themen der Zeit die Strategie für das weitere Vorgehen verkünden. Bei Wein und Brezeln kommt man ins Gespräch und versichert sich gegenseitig seiner ewigen Treue. Ahnungslos und naiv oder pflichtschuldig und eilfertig werden die aktuellen Parolen intoniert. Warum und wie der Terror bekämpft, das Klima gerettet und der Kapitalismus von seinen vielen Fesseln befreit werden sollte.

Natürlich finden die Oligarchen des Geldes auch Unterstützung durch das internationale Freimaurertum mit seiner weltumspannenden Beglückungsideologie. Die geheimniskrämerische, lichtscheue Art der Freimaurer kommt ihnen sehr entgegen. Ebenso die Idee der Vereinigung aller Weltreligionen unter dem Dach der Freimaurerei. Die Vorstellung der Freimaurer, der Mensch sei in der Lage, sich aus eigener Kraft zu einem perfekten Wesen zu vervollkommnen, entspricht der Ideologie der Weltbeherrscher. Besonders die Hochgradfreimaurer hängen der Vision an, sie seien auserwählt, die Welt zu regieren, da sie durch ständige Arbeit an sich selbst, zu den Weisen unter den Menschen gereift seien. Wie Adler fühlen sie sich, der Dummheit der Massen in hohem Flug entrückt, entschlossen und kraftvoll entscheidend über die Köpfe der Völker hinweg.

Machtinstrumente

Geld ist das bevorzugte Machtmittel der Weltbeherrscher. Es dient der Belohnung und der Bestrafung und steht ihnen unbegrenzt zur Verfügung. Da sie große Teile der Wirtschaft kontrollieren, können sie dafür sorgen, dass man keinen Fuß mehr in die Tür bekommt, falls man ihnen unbequem wird.

Einige Tote gibt es auch. Fingierte Selbstmorde, Unfälle und Ähnliches. Nicht überraschend spricht ein ehemaliger deutscher Außenminister ehrfurchtsvoll von einem Leben in der Todeszone, wenn er sein Wirken in der hohen Politik beschreibt.

Oder es findet sich etwas in der Schublade, das, veröffentlicht, den Niedergang eines Politikers bewirkt. Ginge es nach den Weltbeherrschern, würde niemand in höchste Ämter gelangen, der nicht erpressbar wäre. Zeitungen dienen dazu, Politikerkarrieren aufzubauen oder zu beenden. Jeder Politiker weiß dies und verhält sich entsprechend.

Wagt es jemand, die Imperatoren herauszufordern, indem er eines ihrer Dogmen infrage stellt, lassen die Tageszeitungen ihre Kettenhunde los. Sie verbellen den Aufrührer und geben damit das Signal zur Hetzjagd. Wer immer es war, er hat nur noch zwei Alternativen: widerrufen oder sich aus der Gesellschaft, möglicherweise auch seinem Beruf, zu verabschieden.

Sie haben ihren Machiavelli gelesen: Jede Tyrannis braucht zu ihrem Bestand die latente Zustimmung der Mehrheit. Die Zeit des Aufstiegs mag gewaltsam vonstattengehen, danach muss man die Massen für sich gewinnen. Durch Propaganda, Täuschung und das Wiederholen von Lügen.

Folglich werden Werte in ihr Gegenteil verkehrt. Freiheit – für das Kapital, Demokratie – als Fassade der Plutokratie, Supranationale Organisationen – um den Widerstand der Nationen zu brechen. Gier ist gut. Kriege dienen dem Frieden.

Indiz Finanzkrise

Die globale Finanzkrise beleuchtet scharf die Moral der unsichtbaren Herrscher.

Es scheint, als gäbe es keine Schuldigen. Es war eine Naturgewalt, ein Tsunami. Das ist eine Lüge. Die Händler wussten, dass sie das Risiko ihrer Produkte betrügerisch darstellten. Sie freuten sich über die Gewinne, solange andere den Schaden tragen mussten. Dieses gefährliche, egoistische Denken ging Jahrzehnte gut. Dann schlug der Bumerang zurück. Das hatten sie nicht erwartet. Doch leiden mussten die Banken nicht. Die Regierungen genehmigten das unkontrollierte Gelddrucken und halfen ihnen wieder auf die Beine. Die dafür aufgebrachte Summe lässt sich zwar in Zahlen ausdrücken, vorstellbar ist sie nicht.

Seitdem werden Scheingefechte zwischen Politikern und Bankern geführt um mehr Kontrolle, Regulierung, Eigenkapitalbedarf und „makroprudentielle“ Risikovorsorge.

Sehr ungezogene Kinder mit bösem Charakter dürfen in ihrem Sandkasten mit Sprengstoff spielen. Sie jagen fast das ganze Dorf in die Luft. Was tun die Eltern? Sie bezahlen den Wiederaufbau und mahnen: „Spielt mal schön weiter, aber passt jetzt besser auf, ok?“ Die Kinder grinsen: „Ja, Papi! Das machen wir.“

Als der amerikanische Finanzminister mutwillig eine große Investmentbank untergehen ließ, raunten ungläubige Händler im trading room jener Bank sich gegenseitig zu: „Jetzt lassen sie die Kräfte des Bösen auf die Menschheit los!“

Der Mann des Jahres ist zweifelsohne der Chef der Fed, Ben – Simbabwe Ben – Bernanke. Mit leuchtenden Augen berichtet er, wie kinderleicht es ist, durch die simple Eingabe einer Summe in einen Computer der Fed, Banken mit Liquidität zu überfluten. Schwups, das sieht doch schon viel besser aus!

Die Retter des Weltklimas

Nebenher retten die Weltbeherrscher auch noch unser Klima. Das macht stutzig, bei Menschen, deren einziges Interesse der eigene Profit ist. Und siehe da, sie haben schon eine Handelsplattform in den Startlöchern, mit der sie an der CO2-Reduktion ordentlich verdienen können. Ein neuer Betrug ist unterwegs: der Handel mit Emissionsrechten, das Geschäft mit der heißen Luft. Der Clou des Ganzen: da die Klimaziele von beeinflussbaren Politikern auf UNO-Konferenzen festgelegt werden, können die Preise wunderbar gesteuert werden.

Noch haben wir den Klang ihrer legendären Finanzprodukte im Ohr, wie den Credit Default Swaps (CDS), die im Zusammenspiel mit den unrealistisch sicher bewerteten Collateralized Debt Obligations wohl die Hauptschuld für die Finanzkrise tragen, da wird für den Handel mit Klimawerten schon an neuen, innovativen Finanzderivaten gebastelt, die auch an Dritte verkauft werden sollen. Das Spiel geht also weiter. Die Erfinderin der CDS sitzt inzwischen in der Abteilung einer Wall Street-Bank, die sich um die Entwicklung von Klimaderivaten kümmern soll.

Enttäuschtes Vertrauen

Es ist der natürliche Drang des Menschen, zu vertrauen. So glauben die meisten Deutschen ihrer Regierung, den Zeitungen und den Nachrichten im Fernsehen. Sie wollen vertrauen und sind dankbar für jeden Strohhalm, um sich weiter in Sicherheit wiegen zu können. Diese Haltung ist bequem, naiv und gefährlich.

Bitte nicht wecken. Sie haben es sich im Schlafwagen gemütlich gemacht. Doch was als blühende Landschaft an ihrem Fenster vorbeizieht ist nur eine Projektion auf einem Bildschirm. Dahinter verbirgt sich der düster wachsende Bau eines Sklavenstaats, an dem die Diener der Weltbeherrscher gnadenlos arbeiten.

Unwürdige Herrscher

Die herrschenden Mächte sind alles andere als wohlwollend. Sie dienen dem Mammon. Geldvampire.

Die Sehnsucht nach Reichtum ist die Wurzel allen Bösen. Große Vermögen verderben den Charakter. Der Mensch ist zu schwach, um der Versuchung nicht zu erliegen. Wer das Streben nach Reichtum zum Mittelpunkt seines Lebens macht, begibt sich in die Hand des Teufels: „Dies alles schenke ich Dir, wenn Du mir dienst!“ Zwar kann er gewaltigen Reichtum und die Herrschaft über diese Welt anbieten, fordert aber auch, unbescheiden wie er ist, seinen Preis: die Seele.

Wenn jemand, den sie zu rekrutieren beabsichtigen, ihnen sagt: „Tut mir leid. Ich bin nicht so erzogen worden. Ich will andere Menschen nicht versklaven. Ich will ihre Freiheit, ihr Wohlergehen.“ Dann sagen sie: „Was kümmern Dich die anderen Menschen? Denk doch an Dich und Deine Familie! Schließe Dich uns an und Du wirst nie mehr Sorgen haben. Aber kümmere Dich nicht um die anderen. Das sind nur Sklaven.“

Die Weltbeherrscher sind Sozialingenieure, die die Welt nach ihren Ideen formen wollen – statt sie wachsen zu lassen und zu kultivieren, wie ein guter Gärtner.

Sie lachen über die Dummheit der Menschen: „Schaut, was wir machen können – und ihr schluckt das alles! Wir können einen US-Botschafter nach Berlin schicken, der früher für Goldman Sachs in Frankfurt gearbeitet hat und ihr jubelt und sagt, der versteht etwas von der Wirtschaftskrise. Wie dumm seid ihr?“

Christen sind die natürlichen Feinde der Geldanbeter. Sie mahnen, die gottgegebenen, universell geltenden Rechte und Pflichten der Menschheit einzuhalten. Übermäßiger Reichtum Einzelner muss zum Wohle aller beschränkt werden. Eigentum verpflichtet. Dies dürfe nicht sein, protestieren die Geldvermehrer. Jeder habe das Recht, so viel Vermögen anzuhäufen wie er nur könne. Niemand dürfe andere zum Abgeben zwingen. Jeder besitze die absolute Freiheit, mit seinem Reichtum zu machen was er wolle. Selbst wenn vor seinem Palast Kinder verhungern würden. So wird die Welt zur Hölle, sagt der Christ. So ist es immer gewesen, antwortet der Weltbeherrscher.

Hybris führt zum Untergang

Ihre Hybris wird ihnen zum Verhängnis werden. Wenn der Übermut frevelhaft wird, zürnen die Götter und stürzen den Hochmütigen. Wie Napoleon in Russland. Wie jeden Machtgierigen vor und nach ihm, der nach der Weltherrschaft zu greifen wagte.

Natürlich gibt es auch für die Weltbeherrscher mächtige Widersacher. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Russland ihr potentester Gegner. Aber man kann sich leicht täuschen. Auf der Bühne der Weltpolitik gibt es viele doppelte Böden. Wer scheinbar als Feind fungiert ist vielleicht ein Komplize. Bei der Wahl seiner Freunde muss man aufpassen. Nicht jeder, der gegen die Weltbeherrscher kämpft, tut dies aus edlen Motiven.

Die Welt braucht keine Weltregierung unter der Kontrolle von Bankiers. Geldgläubige sind am wenigsten geeignet, die Geschicke der Völker zu leiten.

Langsam wird offenbar, dass es ein angelsächsisches Empire ist, das sich anschickt, die Welt zu unterjochen. Das Reich der Angelsachsen ist stärker denn je. Es hat bisher seinen Untergang vermieden, indem seine schlauen Herrscher einfach das Territorium ihrer Macht verlagert haben, von einem Staatsgebiet auf ein globales Finanzsystem. Der internationale Finanzsektor bildet nun ihr neues Empire. Seine Erbauer streben danach, den Schlussstein in ihr gewaltiges Gebäude zu setzen, den Abschluss ihres Tempels.

Dabei merken sie offenbar nicht, dass sie mit ihren weltverändernden Taten ungewollt auch an den Ästen sägen, auf denen sie sitzen. Ihr Denken kreiste schon immer mehr um die besten Methoden, die eigenen Ziele zu erreichen, als um die Folgen dieses Tuns. Sie, die ihre Macht und ihren Reichtum bisher daraus bezogen haben, dass sie mehr Talent darin besaßen, sich geschmeidig an neue Zeiten anzupassen als die von ihnen gestürzten älteren Dynastien, scheinen inzwischen unfähig, die Erfordernisse des Tages zu erkennen.

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Katharina Tempel

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empfohlen von: webkultur.de | Der Video-Tagesimpuls