Armut und Reichtum

13.06.2005 | Nicole Schonlau

Einen beachtlichen Teil meines Lebens habe ich in den verschiedensten Ländern der Welt verbracht, so dass ich stets von einer Vielzahl unterschiedlichster Sprachen umgeben war. Die Freude an Sprachen, die dadurch geweckt wurde, gebe ich seit vielen Jahren, in denen ich nun schon unterrichte, weiter.

Der lange Weg zur Eigenverantwortung

Veränderung beginnt bei der eigenen Person. Damit verändern sich automatisch die Lebensumstände und die Umgebung.

Wir gestalten unsere Umgebung: wir sprechen mit den Menschen, mit denen wir wollen, und distanzieren uns von Menschen, die nicht passen. Wenn Müll in der Wohnung liegt, können wir uns entscheiden, ihn wegzuschmeißen. Es ist immer die eigene Entscheidung. Aber meist nehmen wir diese Verantwortung nicht an, einfacher ist es, andere für schuldig zu erklären.

Warum? Sich zu verändern tut weh, weil man mit sich ehrlich sein muss und sich viel Mühe geben muss, um innerlich aufzuräumen. Es gehört viel Mut und Fleiß zu diesem Weg! Und wer zu sich ehrlich ist, kann die Umgebung nicht mehr belügen. Verantwortung zu übernehmen heißt, Einfluss zu nehmen, damit ist man aktiv an den Dingen beteiligt und kein Opfer mehr.

Das Streben sollte dahin gehen, sich jeder Zeit so zu verhalten, wie man es sich auch von anderen wünscht. Nur so kann ich Veränderung bewirken. In der Erziehung wird dies deutlich: Kinder kopieren, was Eltern und Gesellschaft vorleben.

Auch Politiker haben eine Vorbildfunktion. Nehmen wir sie als Spiegelbild der Gesellschaft, ergibt sich folgendes Bild:

Äußerlichkeiten und hohle Phrasen sind wichtiger als Inhalte. Die eigenen Pfründe in Sicherheit zu bringen ist wichtiger als das Ganze. Deutschland wird durch Selbstsucht zerstört und arm geredet.

Wer andere Kulturen kennt, weiß, was Armut wirklich bedeutet. Hier in Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass die Armut in den Köpfen steckt. Es wäre schön, wenn wir mehr zu schätzen wüssten, was wir haben.

Wer sich in seinem Denken und Handeln auf sich selbst beschränkt wird einsam. Die Fähigkeit zu sozialen Kontakten oder auch dazu, Kinder zu haben, geht verloren. Und durch Isolation geht einem ein großes Stück Lebensfreude verloren.

Wer im Leben seinen Platz einnimmt, ist innerlich reich und gibt dies an seine Umgebung weiter.

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