5 vor 12 - höchste Zeit für sinnvolle Veränderungen!

27.06.2004 | Jens Mannheim

In was für einem Wahnsinn leben wir eigentlich? Wird unsere Wirtschaft immer weiter wachsen? Werden wir noch mehr produzieren und noch mehr verkaufen, um noch reicher und noch mächtiger zu werden? Was für eine Macht ist das, die ihr Fundament auf den Armen aufbaut, die direkt und indirekt permanent von uns ausgebeutet werden? Diese Art des spekulativen Pokerspiels sollten wir schleunigst beenden, damit auch nachfolgende Generationen diese Welt noch als eine Erde nutzen können, in der es sich lohnt leben zu dürfen!

Ich allein kann ja sowieso nichts verändern! - Ja?

Wie sonst soll eine Veränderung herbeigefügt werden wenn nicht heute, jetzt und hier bei Dir? Wenn jeder meint am Status Quo sowieso nichts verändern zu können, dann wird sich nie etwas verändern, heute nicht und morgen auch nicht. Dort wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und wer eine Idee hat, findet auch Mitstreiter, die ihn in der Verwirklichung seiner Ziele unterstützen und stärkend zur Seite stehen.

Das Problem von uns Menschen besteht primär nicht darin, dass wir zu unintelligent und zu hässlich sind, um in dieser Welt etwas sinnvolles in Gang setzen zu können. Das Problem liegt vielmehr darin begründet, dass wir es nicht schaffen unsere innere Trägheit zu überwinden. Wir haben einen riesigen Anspruch, geben uns grundsätzlich nie mit dem zufrieden, was wir haben und wollen immer noch mehr und noch mehr besitzen, während wir die Schuld immer bei den anderen suchen. Aber für welchen Preis?

Über die neuen Medien können wir uns in vielerlei Hinsicht informieren und weiterbilden, aber auch schon vorher wussten wir, wie schlecht es um unsere Welt bestimmt ist. Wirklich geändert haben wir bis heute nichts und werden es wohl auch morgen nicht getan haben, denn unser größter Feind ist der eigene Schweinehund, den wir nicht schaffen zu bezwingen.

Ich möchte etwas bewegen und zwar etwas großartiges - etwas großartiges tun in und für diese Welt, in die ich hineingeboren wurde und in der wir alle leben dürfen. Dieses Tun soll aber nicht darin bestehen, dass ich aktiv durch Fernsehschauen meine Passivität fördere, sondern etwas tue, an dem ich innerlich wachse und auch meine Umwelt daran partizipieren kann, ohne dass diese ausgebeutet und systematisch vernichtet und zerstört wird.

Aus dem Wunsch heraus meine Diplomarbeit zum Thema ...

"Non Profit Organisationen aus dem sozialen Sektor und Unternehmen aus der Wirtschaft - neue Wege des gegenseitigen Unterstützens und voneinander Lernens"

... zu schreiben ist im Laufe der letzten Wochen die Idee entstanden ein Netzwerk ins Leben zu rufen, das Wirtschaft und Soziales in unserer Region zusammen führen soll. Mit dem SoWi Netzwerk Südbaden sollen in erster Linie Non Profit Organisationen und Unternehmen die Gelegenheit bekommen einander zu begegnen und durch eine gezielte Kooperation neue Synergien entstehen zu lassen, um darüber langfristig neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch eine Komplementärwährung (alternative Geldwährung) ist geplant, durch die die regionale Wirtschaftskraft gestärkt werden soll.

Um solch ein Netzwerk von der Theorie in die Praxis umzusetzen, benötigt es aber kreative Köpfe mit guten und innovativen Ideen und viele fleißige Hände, die bereit sind anpacken zu wollen.

Ich bin in meinem Leben an einen Punkt angelangt, an dem ich aufgehört habe meine Mitmenschen aufgrund dessen zu beurteilen, was sie meinen zu sein oder zu haben. Auch die größten und überzeugendsten Redekünstler bringen unserer Welt rein gar nichts, wenn nicht auch entsprechende Taten folgen.

Was bringt es mir, wenn die jungen Grünen einer Partei angehören, die davon redet sich für Umweltschutz und Ökologie einzusetzen, es aber die junge Union ist, die das verdreckte Waldstück in unserem Stadtteil aufräumt?

Was bringt es mir, wenn die junge Union meint sich für die regionale Wirtschaft stark zu machen, es aber die jungen Grünen sind, die mich in der Verwirklichung meiner Ziele ein SoWi Netzwerk Südbaden aufbauen zu wollen, unterstützen?

Und was bringt es mir, wenn Politiker die Stärken von Politikern anderer Parteien nicht mehr loben dürfen, weil sie Angst haben dadurch ihre Wähler zu verlieren und daher meinen, dass es viel besser sei immerzu nur Kritik zu üben und den Gegenüber so schlecht wie möglich zu machen?

Ich möchte nicht mehr nur zusehen und reagieren, sondern auch agieren können. Unsere Zukunft ist auch meine Zukunft und meine Zukunft möchte ich so gestalten wie ich es für richtig halte und zwar nicht einzig und allein aus egoistischen Gründen, sondern aus der Verantwortung heraus, die ich dieser einen Welt entgegenzubringen habe - damit auch meine Kinder noch eine lohnenswerte Zukunft haben, die sie aktiv und kreativ gestalten können, ohne die überwiegende Zeit damit verbringen zu müssen, all die Fehler auszumerzen, die wir heute in der Gegenwart begehen und für die wir einzig und allein auch verantwortlich sind.

Die Zukunft liegt in unseren Händen. Packen wir sie also an und gestalten sie nach bestem Wissen und Gewissen. Auf dass der Fortschritt ein wirklicher Fortschritt wird und kein Fortschritt im Sinne eines Fortschreitens, bei dem wir uns vor lauter Gier in eine Richtung hinbewegen, die langfristig allen schadet und uns ins Verderben stürzt.

Also: let's do it - right now!

Nähere Informationen zum SoWi Netzwerk Südbaden finden Sie unter www.jensmannheim.de.ms mit einem Klick auf "SoWi Netzwerk". Über kreative Denkanstöße und verrückte Impulse, die unserer ver-rückten Zeit etwas positives entgegen setzen wäre ich sehr dankbar!

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