Wirtschaftspolitik bezeichnet alle politischen und verbandlichen Aktivitäten sowie die staatlichen Maßnahmen, die das Ziel haben, den Wirtschaftsprozess zu ordnen, zu beeinflussen oder direkt in die wirtschaftlichen Abläufe einzugreifen. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)
Beiträge aus dem Bereich Wirtschaftspolitik:
Die Wirtschafts- und Finanzkrise, die weltweit zu einem Rückgang der Wirtschaftskraft und neuer Armut geführt hat, hat natürlich ganz bestimmte Ursachen. Diese Ursachen wurden in den Medien auch benannt: Gier und Gewinnsucht um jeden Preis, ungezähmte Risikofreudigkeit und fehlendes Verständnis für hochkomplexe Finanzprodukte. Für Führungskräfte reicht es aber nicht, kurz über die Krise zu schimpfen und dann zur Tagesordnung überzugehen. Stattdessen haben sie als Vorbilder der Gesellschaft auch die tieferen Ursachen für die Fehlleistungen der Eliten zu untersuchen und Wege zur Vermeidung künftiger Krisen anzubieten. Der Aktionskreis Leistungsträger (AKL) hat versucht, das Thema Ethik in den Mittelpunkt der nötigen Veränderungen im ... [ Lesen ]
Die Krise der Industriegesellschaft verfestigt sich. Kein nachhaltiger Ausweg scheint in Sicht. Plädoyer für eine grundsätzlich neue Debatte unter Missachtung politisch-ökonomischer Dogmen. Eine Frage beschäftigt uns immer drängender: Wie kann die Krise der Industriegesellschaft und der Wirtschaft beendet werden? Oder etwas alltagssprachlicher: Wie kommt der Karren dauerhaft aus dem Dreck? Langsam aber sicher gelangen immer mehr Menschen zu der Überzeugung, dass unsere Volksvertreter überhaupt nicht in der Lage sind, dieses Problem zu lösen, dass ihr ständiges, plakatives Bemühen, ihre offensichtliche Unfähigkeit nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln, ihr eifriges Herumkurieren an allerlei Symptomen, nichts anderes ist, als die schlichte Verwaltung eines scheinbar unaufhaltsamen ... [ Lesen ]
Je häufiger eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit. Voltaire Zu den Dummheiten, die sich durch häufiges Wiederholen den Anschein der Klugheit verschaffen wollen, gehört die von interessierter Seite gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, die deutsche Wirtschaft sei nicht mehr wettbewerbsfähig und der Sozialstaat nicht finanzierbar. Da nun viele der medialen Akteure gerne zu den Klugen gehören möchte, ohne sich gleich selber gedanklich Zusammenhänge erschließen zu wollen, wird diese These in den Rang der Erkenntnis erhoben und für sakrosankt erklärt. Die Okkupation der Gesellschaft durch die ökonomische Rationalität des Kapitalismus nimmt ihren Lauf. Die Marktwirtschaft schreitet zur Marktgesellschaft ... [ Lesen ]
oder: Warum das Eine mit dem Anderen nicht funktioniert. Schaut man sich in Deutschland heute um, dann stellt man fest: Der Umbau zur vielzitierten Deutschland AG ist im vollen Gange. Was dabei positiv zu bewerten ist, spricht die Anbeter des Kapitalismus besonders an: Es wird nach Effizienzsteigerung gesucht, das es in den weiten Tiefen der Bürokratie nur so staubt. Nicht das Sie es falsch verstehen, der Kapitalismus in seinem Grundzug ist garnicht schlecht, erklärt dieser das Wirtschaften zum Hauptgrund des Handelns und entspricht damit eigentlich genau dem Bestreben, Resourcen zu schonen und aus den zur Verfügung stehenden Mitteln das Optimale herauszuholen. ... [ Lesen ]
In den westlichen Industrienationen verläuft die gesellschaftliche Entwicklung oft in zyklischen Spiralbewegungen. So wiederholen sich nicht nur bestimmte Moden von Zeit zu Zeit, sondern auch unsere Wert- und Moralvorstellungen erleben regelmäßig (in modernisierter Form) eine gewisse Renaissance. Beispielsweise kann weltweit zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine zunehmende Dominanz der liberalen Theorien beobachtet werden. Parallel hierzu nimmt in vielen Gesellschaften die kulturelle Identität ab bzw. die Orientierungslosigkeit der Menschen nimmt stetig zu. Damit soll allerdings nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass die liberalen Theorien für die Orientierungslosigkeit der Menschen verantwortlich sind. Während in den arabischen Staaten aufgrund des gesellschaftlichen Wandels die Menschen ... [ Lesen ]
Deutschland muss wirtschaftlich erneuert werden. Das hat der Bundespräsident in seiner viel beachteten Rede gefordert. "Vorfahrt für Arbeit" lautete seine zentrale Aussage. Genau das muss die Richtung für NRW sein. Gerade in NRW sind die Probleme unseres Landes deutlich erkennbar: Wir haben über eine Million Arbeitslose, Rekordverschuldung und Rekordpleiten. Bei Bildung und Innovation hinkt unser Land hinterher. In keinem anderen Land sind die Bildungschancen sozial Benachteiligter so schlecht wie in NRW. Ein Aufbruch ist nicht in Sicht. Die Wachstumsprognosen für NRW liegen deutlich unter dem Bundesschnitt. Das sind die Gründe, warum NRW den Neustart mit einem Politik- und Mentalitätswechsel braucht. Politik ... [ Lesen ]
Übergewichtigkeit bei Kindern ist zunehmend Ursache von Krankheiten. Und aus fettleibigen und unfitten Kindern werden fettleibige und unfitte Erwachsene. Gutes und nahrhaftes Essen und körperliche Bewegung sind für viele Kinder im Vorschul- und Grundschulalter nicht (mehr) selbstverständlich. Alle wollen die Leistungsfähigkeit unserer Schulen nach PISA verbessern. Aber wir müssen sie auch in die Lage versetzen, gesunde Mahlzeiten und ein tägliches Bewegungsangebot zu realisieren. Jeden Tag ein gesundes Essen und Bewegung für unsere Kinder. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat eine Debatte angestoßen über die Verantwortung der Wirtschaft und die soziale Frage. Das gilt ebenso für die ökologische Verantwortung der Wirtschaft. Die Profitmaximierung ... [ Lesen ]
Laut einer Statistik vom 4. März 2005 vom Statistischen Bundesamt gab es letztes Jahr in Deutschland 39.213 Unternehmensinsolvenzen. Wenn man in dieser Statistik weiterblättert, gab es darüber hinaus 4.237 Insolvenzen von natürlichen Personen als Gesellschafter und 23.251 Insolvenzen von ehemals Selbständigen - also insgesamt 66.701 Insolvenzen selbständiger Menschen in Deutschland. Schätzungsweise gingen aufgrund dieser Statistik etwa 600.000 Arbeitsplätze verloren. Was wie eine Nobelausbildung klingt - "Pleitier" - ist ein Schicksal von verschiedenen Menschen, über die wir uns wenig Gedanken machen. So viele Betroffene und wir kennen kaum jemand, der alles verloren hat. Es tun sich in diesem Bereich sehr viele Löcher ... [ Lesen ]
Aus der Presse: Die Bundesregierung plant, den Einheitsfeiertag am 3. Oktober auf einen Sonntag zu verlegen, um für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen. "Man könne es gut verantworten, den Tag der Einheit jeweils am ersten Sonntag im Oktober zu feiern", sagte SPD-Chef Franz Müntefering in Berlin. Recht haben sie, die Regierung und unser Münti! Klasse! Schließlich ist es nur dieses verdammte, von uns allen seit langem so schmerzlich vermißte Wirtschaftswachstum, das die Probleme dieser Welt zu verantworten hat. Wüchse die Wirtschaft, senkten sich nicht nur sofort die Benzinpreise, sondern sicher auch die Spreizfüße. Auf der Stelle gäbe es weit mehr Arbeitsplätze als ... [ Lesen ]
Wie weit muss ein Land sinken, bevor die Politik sich bequemt, einen Irrweg zu korrigieren? Am Beispiel Deutschland wird sich diese Frage vielleicht eines Tages beantworten lassen. Sicher ist bislang nur, dass ein Vierteljahrhundert für einen solchen Lernvorgang zu kurz bemessen ist. Denn 25 lange Jahre ist es bereits her, seit die politische Intelligenz das Arbeitslosenproblem zu lösen versucht. Das Resultat aller Anstrengungen ist niederschmetternd: Aus einer Million wurden fünf Millionen Arbeitslose. Die ungeeigneten Methoden zur Arbeitslosenbekämpfung haben nicht nur das Gegenteil bewirkt, sie haben auch noch völlig neue Problemfelder aufgerissen. Die neoliberale Marschrichtung in Richtung Lohn- und Sozialabbau bei gleichzeitiger ... [ Lesen ]
Wenn man den alten Chinesen Glauben schenken darf, und ich denke man darf, dann ist eine gute Staatsführung unsichtbar, unbemerkbar. Gleichgewicht ist das wichtigste Stichwort taoistisch-konfuzianischer Politikideale – Gleichgewicht und Orientierung an der Realität. Nun lieferte Philip K. Dick eine interessante Definition der Wirklichkeit: "Wirklichkeit ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben." Ich selber sage gerne, der Natur (oder dem Universum) sind unsere Ansichten, Meinungen, Theorien und Hypothesen herzlich egal. Politik und Wirtschaft der Zukunft werden allerdings nicht umhin kommen, sich mit den Realitäten der sie umgebenden Welt auseinanderzusetzen – etwas, das sie schlichtweg nicht tun und ... [ Lesen ]
Verschiedene Ereignisse der jüngsten Zeit richten den Focus auf eine immer drängendere Diskussion: an welchen Werten orientiert sich unsere Gesellschaft im marktwirtschaftlichen Prozeß? Zum einen setzte die Justiz im Düsseldorfer Mannesmann-Abfindungs-Prozeß einen vorläufigen Schlußpunkt. Zum anderen setzen große Unternehmen wie Siemens, Opel und zuletzt Daimler die Debatte um Mehrarbeit bzw. Arbeitskostensenkung auf die Tagesordnung. Der Mannesmann-Prozeß hat ein verheerendes Bild auf die Spitze der leitenden Angestellten in Deutschland geworfen. Zwar ist ihnen jurisistisch - außer aktienrechtlichen Verstößen - nichts anzuhaben, die Selbstverständlichkeit der Selbstbedienung und deren Goutierung durch andere leitende Angestellte, die Gewerkschaftsspitzen nämlich, ist jedoch erschreckend. Dabei soll es gar ... [ Lesen ]
"Vorhersagen sind außerordentlich schwer, vor allem solche über die Zukunft." (Niels Bohr) Entwicklungen, insbesondere über längere Zeiträume hinweg, sind nur sehr schwer zu kalkulieren. Die einfache lineare Fortschreibung des Bestehenden unterliegt nämlich einem hohen Unsicherheitsfaktor, da sich die zugrundeliegenden Rahmenbedingungen womöglich rasch ändern. Und dann kann das Ganze schlagartig völlig anders aussehen. Der Straßenverkehr ist so ein Beispiel. In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts waren Pferde das gebräuchlichste Verkehrsmittel - mit allen daraus resultierenden Problemen: "Allein in New York City produzierten die Pferde jährlich 136.000 Tonnen Dung." [1] Die lineare Fortschreibung einer dreiprozentigen Wachstumsrate beim Verkehrsaufkommen hätte damals wohl ergeben, ... [ Lesen ]
In was für einem Wahnsinn leben wir eigentlich? Wird unsere Wirtschaft immer weiter wachsen? Werden wir noch mehr produzieren und noch mehr verkaufen, um noch reicher und noch mächtiger zu werden? Was für eine Macht ist das, die ihr Fundament auf den Armen aufbaut, die direkt und indirekt permanent von uns ausgebeutet werden? Diese Art des spekulativen Pokerspiels sollten wir schleunigst beenden, damit auch nachfolgende Generationen diese Welt noch als eine Erde nutzen können, in der es sich lohnt leben zu dürfen! Ich allein kann ja sowieso nichts verändern! - Ja? Wie sonst soll eine Veränderung herbeigefügt werden wenn nicht heute, ... [ Lesen ]