Talentmanagement durch erfolgreiche interne und externe Kommunikation

Dr. Astrid Nelke  |  26.08.2013

Wie Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels erfolgreich Fach- und Führungskräfte gewinnen und binden

Bedingt durch den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel suchen viele Unternehmen zielführende Strategien im Umgang mit Fach- und Führungskräften. Einige Berufsgruppen, wie die MINT-Berufe, Berufe in Hotellerie und Gastronomie sowie die Pflegeberufe, merken den Fachkräftemangel heute bereits deutlich. Gerade für diese Unternehmen ist der richtige Umgang mit vorhandenen und potentiellen Beschäftigten wichtig. Das Ziel dabei ist eine hochwertig ausgebildete und vielfältig gemischte Belegschaft. Die langfristige Bindung von gut ausgebildeten Beschäftigten sowie das Gewinnen und Fördern junger Talente im eigenen Unternehmen sind deshalb wichtige Managementaufgaben der Zukunft – denn nur, wer hier erfolgreich ist, wird sich zukünftig auf dem Markt behaupten können. Deshalb gehören die Aufgaben des Talentmanagements direkt auf die Ebene der Unternehmensführung.

Externe Fachleute mit breiter Erfahrung einzubinden, ist empfehlenswert, um an der Schnittstelle von Personalentwicklung und Kommunikation professionelles Talentmanagements zu implementieren. Gemeinsam wird ein Konzept für das zukünftige Talentmanagement des Unternehmens erarbeitet, umgesetzt und evaluiert. Erfolgreiches Talentmanagement arbeitet sowohl mit Instrumenten der Personalentwicklung als auch mit Maßnahmen der Unternehmenskommunikation. In der Literatur wird in diesem Zusammenhang häufig von Employer Branding gesprochen, also von der Positionierung des Unternehmens als glaubwürdigem und attraktivem Arbeitgeber. Hierzu wird eine erfolgsversprechende Arbeitgebermarke aktiv gebildet und an aktuelle sowie potentielle Beschäftigte gezielt kommuniziert. Dieser Prozess darf nach innen nicht einseitig nach dem Top-down-Prinzip verlaufen. Damit Talentmanagement erfolgreich in der Unternehmenskultur implementiert werden kann, ist es notwendig, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig nach ihrer Zufriedenheit und ihren Verbesserungsvorschlägen befragt werden und die daraus resultierenden Ergebnisse Bottom-up in die Unternehmensstrategie einfließen.

[knowbodies] arbeitet seit 14 Jahren an der Schnittstelle Beschäftigtenzufriedenheit und interne Kommunikation. Aus Ergebnissen eigener Studien bei der Deutschen Lufthansa und für das Auswärtige Amt sowie aus Beratungsaufträgen in Unternehmen des Mittelstandes hat das Unternehmen ein 4-Punkte-Modell zum Talentmanagement entwickelt, dass die Bereiche Personalentwicklung und Unternehmenskommunikation zusammenführt. Zusammen mit der jeweiligen Organisation werden die Schritte

  1. Entwickeln der Arbeitgebermarke (Employer Branding)
  2. Konzeptaufstellung für Talentmanagement und Kommunikation (Conception)
  3. Beschäftigtenbindung (Retention) und Gewinnen von neuen Talenten (Recruiting)
  4. Einbinden von Beschäftigten in die Unternehmensentwicklung (Empowerment)

erarbeitet und an die aktuelle Situation adaptiert. Nach dem ersten Praxisdurchlauf wird der Erfolg des Konzeptes evaluiert und die Ergebnisse fließen in das zukünftige Talentmanagement mit ein.

In der Praxis sieht erfolgreiches Talentmanagement so aus: Im Idealfall werden im ersten Schritt über eine Befragung die Zufriedenheit und Wünsche der Beschäftigten sowie das Bild des Unternehmens als Arbeitgeber bei der Unternehmensleitung ermittelt. Die Ergebnisse fließen in das Talentmanagementkonzept mit ein. Anschließend werden ein für das Unternehmen passender Maßnahmenkatalog sowie die dazu passenden Kommunikationsinstrumente festgelegt. Passgenaue Workshops und Coachings für die Fach- und Führungskräfte schulen die Beschäftigten. Instrumente wie qualitativ hochwertige Weiterbildungsmöglichkeiten für Auszubildende sowie Fach- und Führungskräfte, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie werden implementiert. Mentoring-Programme zu den Bereichen Gender, Rückkehr in den Beruf oder Alter sowie individuelle Karrierepläne runden das Angebot zum Talentmanagement ab.

Um die Köpfe der Beschäftigten zu erreichen, müssen die hiermit verbundenen Wandlungsprozesse der Unternehmenskultur intern richtig kommuniziert werden. Eine Inhaltsanalyse der internen Kommunikationsinstrumente zeigt, wie weit dies bereits gelingt. Darauf aufbauend lassen sich kommunikative Maßnahmen entwickeln, um alle Aspekte des Talentmanagements zukünftig noch passgenauer an die Belegschaft zu kommunizieren. Bereits in der Phase der Umsetzung des Talentmanagementkonzeptes kann mit der begleitenden externen Kommunikation zum Thema begonnen werden. Zukünftige Beschäftigte werden durch Befragungen aktiv in den Prozess mit einbezogen. Durch die strategische Setzung des Themas Talentmanagement positioniert sich das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber. Talentmanagement und professionelle Kommunikation nach innen und außen zu verknüpfen, ist bereits heute für Unternehmen wichtig und wird in Zukunft erfolgsentscheidend werden. Nur Unternehmen, die die Vorstellungen ihrer aktuellen und zukünftigen Beschäftigten ernst nehmen und in ihr Handeln einbeziehen, können in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland den Wettbewerb um die wichtigste Ressource – die Fach- und Führungskräfte - gewinnen. Denn zukünftig wird die Beschäftigtenzufriedenheit denselben Stellenwert für die Unternehmen bekommen, den die Kundenzufriedenheit heute bereits hat.

4 Punkte Modell Talentmanagement

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