Sozialpolitik bezeichnet politische und verbandliche Aktivitäten sowie gesetzgeberische Maßnahmen, die sich auf die Absicherung existenzieller Risiken, die Verbesserung der Lebenssituation sozial Schwacher, Gefährdeter oder Schutzbedürftiger und die Regelung der spannungsreichen Interessenunterschiede zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beziehen. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)
Die Herausforderungen der zukünftigen Regierung sind klar: Sie muss sozialen Fortschritt in neuen Zeiten verwirklichen. Sie muss Beschäftigung schaffen und die soziale europäische Verantwortung wahrnehmen. Und sie muss die Erneuerung des Landes vorantreiben, ohne auf neoliberale oder marktradikale Glaubenssätze hereinzufallen.
Als sozialpolitisch engagierte Schriftstellerin möchte ich Stellung beziehen gegen eine "Gesellschaft, die an sich selbst erfriert". In meinen Werken möchte ich die Perspektive derer vermitteln, die massiv von einer Sozial- und Gesundheitspolitik betroffen sind, welche den Menschen nur noch zum Kostenfaktor degradiert.
Die Qualität von Politik entscheidet sich am Umgang mit den "Schwachen" in unserer Gesellschaft: Alte, Kranke, Behinderte, Alleinerziehende, Sozialhilfeempfänger - darunter viele Kinder, Arbeitslose, Straffällige, Wohnungslose, Suchtkranke, Migranten, Opfer von Gewalt ...
Ich denke, Abgrenzungs-Prozesse sind durch moralisch-ideologische Vorhaltungen leider nicht aus der Welt zu schaffen. Mode und Kunst als bewusst aufgebaute 'ästhetische' Sozial-Schranken, schulische und berufliche Anstrengungen als 'Status-Okkupationen', Prozesse der Distanzierung im lokalpolitischen Bereich wie auch global - sie sind niemals aufzuhalten.
Gegenwärtig werden auch allmählich dem Blindesten sichtbar die Problematiken des Sozialabbaus in unserer Gesellschaft. Man durchleuchte kritisch jene täglichen Rechtfertigungen, die den neuesten Sozialdarwinismus hoffähig machen.