Je nach zugrundeliegendem Kulturbegriff kann Kulturpolitik a) auf jegliche Form gesellschaftlicher Beziehungen bezogen werden oder b) nur die traditionellen Künste (bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik, Literatur) einschließen. Vor allem auf letzteres bezogen, bezeichnet Kulturpolitik alle politischen und verbandlichen Aktivitäten, die zur Förderung (Bildung, Ausbildung, Verbreitung) und Erhaltung kultureller Güter und Leistungen (z.B. Denkmalschutz) und zur Sicherung der künstlerischen Rechte (z.B. geistiges Eigentum, Verwertung) dienen. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)
Das Ehepaar Britta und Albert Mahr veranstaltete im Mai 2008 in Würzburg wieder einen ihrer berühmten Kongresse, mit denen sie jedes Mal Neuland betreten, diesmal im Grenzgebiet zwischen Psychologie, Spiritualität und Politik, mit dem hochaktuellen Thema der Identität.
Während konservative Politiker eine christlich-patriotische Leitkultur ("Werte des christlichen Abendlandes") einklagen und mitunter gar zum Kulturkampf gegen "gott- und vaterlandslose Gesellen" aufrufen, träumen andere von der "multikulturellen (d. h. kulturell segmentierten) Gesellschaft" incl. einer "Einbürgerung des Islam". Doch weder die konservative Wiederbelebung der Idee einer "christlichen Festung Europa" noch die postmoderne Beschwichtigungspolitik gegenüber religiösen und esoterischen Strömungen werden das Projekt einer "offenen Gesellschaft" voranbringen.
2000 erschien das Buch "The Cultural Creatives, How 50 million people changing the world" von Paul H. Ray und Sherry Ruth Anderson. Ray und Anderson veröffentlichen hier die Ergebnisse ihrer dreizehnjährigen Untersuchung und stellen fest: Neben Traditionalisten, die Religion, Tradition und Werte bewahren wollen, und Modernisten, die Fortschritt und Wachstum ohne Rücksicht auf Verluste propagieren, gibt es eine dritte Subkultur: Die Kulturell-Kreativen oder auch Kulturkreativen genannt.