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Gesellschaftspolitik


Gesellschaftspolitik ist ein Oberbegriff, mit welchem eine Mehrzahl von Maßnahmen bezeichnet werden, die auf die Verwirklichung einer nach bestimmten Werten organisierten Gesellschaft und ihrer Ordnung abzielen. Politische Maßnahmen können als Teil einer bestimmten Gesellschaftspolitik verstanden werden, wenn sie sich in eine systematische und in sich konsistente Gesamtkonzeption des Zusammenlebens einordnen. (Quelle: Michael Gemperle)


Beiträge aus dem Bereich Gesellschaftspolitik:


01. Februar 2010

Brauchen wir ein Gesetz zum Schutze des menschlichen Geistes?

Prof. Dr. Claudius Gros

Prof. Dr. Claudius Gros

Seit Anbeginn der Zeit ringt der Mensch mit sich. Ein Großteil unserer Kultur und der Weltliteratur dreht sich um den Menschen als Person und Persöhnlichkeit und handelt von unseren Emotionen, von unseren Werten und der Entwicklung des menschlichen Geistes. Mit dem Fortschreiten von Forschung und Technik werden uns in Zukunft mehr und mehr Werkzeuge zur Verfügung stehen, um unseren Geist und unsere Persöhnlichkeit gezielt zu beeinflussen - über die Anfänge von Gehirn- und Moraldoping wird immer häufiger in den Medien berichtet. Warum sollten wir uns in Zukunft noch mit Gefühlsverwirrungen abplagen oder an der Entwicklung unserer Persöhnlichkeit arbeiten, wenn es mit  ... [ Lesen ]


29. Januar 2010

Die Hybris der Weltbeherrscher

Joseph von Radowitz

Joseph von Radowitz

Wer auf die Idee kommt, die moderne Welt beherrschen zu wollen, sollte wahrscheinlich zweierlei in Angriff nehmen: erstens darf er seine Macht nur indirekt und vor dem Blick der Öffentlichkeit verborgen ausüben und zweitens muss er die Deutungshoheit über das politisch Korrekte erringen, sich quasi zur letzten Instanz dessen erklären, was ohne Strafe öffentlich gesagt werden darf. Dies ist zugegebenermaßen ein mühseliger, komplizierter und ermüdender Kampf, der kaum jemandem Freude bereiten wird. Die Weltbeherrscher allerdings lieben ihn. Durch ihr Wirken, so glauben sie, erfüllen sie einen uralten, geheimen Auftrag. Sollten Unvernünftige sich ihnen in den Weg stellen, dürfen sie beseitigt  ... [ Lesen ]


07. Januar 2010

Die ganz große Tragödie

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Ist Identitätsverlust schlimmer als physische Sklaverei? Es gibt heute circa 27 Millionen Sklaven, in absoluten Zahlen mehr als je in der Geschichte der Menschheit, sagt der US-amerikanische Journalist Benjamin Skinner, der vermutlich beste Kenner dieses Themas und der einzige, der je so lange darüber forschte: fünf Jahre lang. Im Interview aber sagte er etwas, das mich stutzig machte: Noch schlimmer als selbst die brutalste physische und psychische Sklaverei sei »die Zerstörung der Identität«. Ist die Zerstörung der Identität wirklich so schlimm? Ich meine hier liegt ein Grundirrtum vor, dem in massenhypnotischer Weise die ganze Weltgesellschaft zum Opfer gefallen ist. Stutzig macht  ... [ Lesen ]


23. Dezember 2009

Macht Politik! Kreativ konspirativ.

Norbert Rost

Norbert Rost

Macht Politik! Kreativ konspirativ. Politik von morgen? Ist irgendwie konspirativ. Genau wie heute. Und doch anders. Peter Marwitz von konsumpf.de verwies in seinem Blog auf einige kritische Artikel zur Wirtschaftswissenschaft und schrieb mir: Schön wäre es, wenn auch mal ein paar Politiker solche Gedanken in ihr Hirn und ihr tägliches Handeln lassen würden, aber danach sieht es momentan ja nicht aus - da wird immer nach dem Motto gehandelt "Erst mal weiterwurschteln, irgendwie wird es dann schon eine Lösung geben (und bis dahin bin ich sowieso nicht mehr im Amt)" Aber wie kommt es eigentlich, daß bestimmte Gedanken ihren  ... [ Lesen ]


02. Dezember 2009

Nicht generationengerecht

Rainer Nahrendorf

Rainer Nahrendorf

Die Koalition aus Union und FDP will sich der demographischen Herausforderung stellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Dimension dieser Herausforderung und ihre politische Handlungsmaxime in ihrer Regierungserklärung vom 10. November 2009 so beschrieben: „In diesem Jahr leben in Deutschland erstmals mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige. Der Schwerpunkt der Gesellschaft hinsichtlich des Lebensalters wird sich immer weiter jenseits der 50 Jahre verschieben…. Wir werden den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, den Zusammenhalt von Jung und Alt, nur bewahren können, wenn wir die gesamten steigenden Kosten nicht immer wieder nur der jeweils jüngeren Generation und der arbeitenden Generation aufdrücken.“ Das Gütesiegel der Generationengerechtigkeit, das die  ... [ Lesen ]


15. August 2009

Wahlkampf der Anti-Charismatiker

Ulrich Sollmann

Ulrich Sollmann

Auch wenn es in Deutschland keinen Personenwahlkampf gibt, so kündigt sich schon der amerikanische Stil der Auseinandersetzung an. Die SPD habe, so im Januar 2008 die mehrheitliche Medienmeinung, vor, im Wahlkampf 2009 Frau Merkel durch einen Blick ins Private gezielt „anzugehen“. Eine Woche vor der Wahl in Niedersachsen „nimmt der SPD-Spitzenkandidat Wulffs Privatleben ins Visier“. (www.spiegel-online.de 2008) Dabei wird es wohl nicht bleiben. — Wie aber sind Partei und Politiker hierauf vorbereitet? Wie soll man auf eine solche Komunikationsstrategie reagieren? Wie vor allem sich persönlich verhalten? Die Personifizierung in der Politik ist primär keine Erfindung von Wahlkampfmanagern oder Spindoctoren. Sie entspricht  ... [ Lesen ]


04. August 2009

Ist die Gesellschaft reformierbar?

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Die Krise hat die Fundamente noch nicht berührt. Ist diese Gesellschaft reformierbar? Ist sie wenigstens offen? Nicht wirklich. Es flutscht da zwar so einiges raus und rein – Ideen, Personen, vor allem Waren – was in geschlossenen Gesellschaften (Iran, Saudi Arabien, Nordkorea) nicht möglich wäre. Aber bei alledem bleibt diese Gesellschaft doch ungerührt. Sie bewegt sich nicht. Angst vor der Systemkrise »Too big to fail«, hieß es, als die großen Banken und Autokonzerne vorigen Herbst ins Schleudern kamen. Die Regierungen fürchteten, durch das Scheitern dieser so großen Institutionen mit in in den Strudel der einstürzenden Neubauten gerissen zu werden und taten,  ... [ Lesen ]


13. Juli 2009

Wissensgesellschaft

Dr. Stefan Thiesen

Dr. Stefan Thiesen

In einem wahren medialen Trommelfeuer wird uns seit einigen Jahren über alle Kanäle der Massenkommunikation die moderne Informations- und Wissensgesellschaft angepriesen und - angemahnt. Wie jede Ideologie hält auch unsere derzeitige (deren Namen mir nicht einfallen will, so sie denn schon einen hat) die eigene Verblendung nicht nur für Notwendigkeit, sondern auch kompromisslos für die beste aller Welten. Was aber ist gemeint mit Wissensgesellschaft? Das hört sich zunächst hübsch an. So wie Eine demokratische Gemeinschaft freier und gebildeter Bürger, die über alle wissenschaftlichen, sozialen und politischen Belange ihrer Zeit umfassend informiert sind und entsprechend informiert gemeinschaftlich ständig weise Entscheidungen über den  ... [ Lesen ]


13. Mai 2009

Missverständnis Krise

Ulf D. Posé

Ulf D. Posé

Das Wort Krise leitet sich her von dem altgriechischen Verb krínein, das trennen und (unter)scheiden bedeutet. Eine Krise ist demnach eine Entscheidung oder eine entscheidende Wendung. Sie ist, wie der Duden definiert, eine Situation oder Zeit, „die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“. Anders als im verbreiteten Sprachgebrauch ist eine Krise der eigentlichen Wortbedeutung nach weniger ein Zustand, sondern eine Zustandsänderung. Sie beinhaltet immer die Chance zu einer entscheidenden Wendung. Allerdings stellt eine Krise einen Bifurkationspunkt dar. Dieser Begriff aus der Chaostheorie bedeutet, dass es zwei mögliche Ausgänge gibt: Entweder es gelingt, die Krise erfolgreich abzuwenden, oder sie nimmt  ... [ Lesen ]


05. März 2009

Die Dickschiffe und die Meditation

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Vor ein paar Tagen las ich auf der Seite »Wissen« der SZ, dass Meditation gut ist. Wie schön, das zu lesen! »Meditation gegen Stress – Entspannung kann die Gehirnleistung verbessern« steht da in der Überschrift. Das reduziert Meditation zwar auf ein Mittel zur Leistungsverbesserung, aber immerhin wird diese Jahrtausende alte Praxis hier als etwas Nützliches dargestellt und nicht als eine Verirrung von Spinnern und Sektenmitgliedern. Es ist gar nicht so lange her, da war mein Vater sehr besorgt, weil ich in Thailand in ein buddhistisches Kloster eingekehrt war zum Meditieren und auch danach nicht etwa heimkehrte in den Schoß der europäischen  ... [ Lesen ]


19. Februar 2009

Der letzte Handkuss

Joseph von Radowitz

Joseph von Radowitz

Kein Volk kommt ohne Adel aus. Deutschland glaubt, es zu können. Gefragt, ob Politiker Vorbilder sein sollten, antwortet ein Kolumnist einer großen deutschen Tageszeitung: „Nein, wir leben schließlich nicht in einer Aristokratie, sondern in einer Demokratie.“ Die Demokratie verlangt nach der Herrschaft des Volkes. In modernen Massengesellschaften delegiert das Volk die Machtausübung aus vernünftigen Gründen an die von ihm gewählten Repräsentanten. Moralische Vorbilder brauchen die Abgeordneten nicht zu sein. Ein aristokratischer Staat erwartet von seiner Macht ausübenden Schicht hingegen einen hohen Grad an Sittlichkeit. Aristoteles beschreibt die Staatsform der Aristokratie als die Herrschaft derer, die am meisten Anteil an der Tugend  ... [ Lesen ]


30. Dezember 2008

2008 - Was war und was wird

Christine Ax

Christine Ax

Trügerische Ruhe in den Wohnzimmern, die Arbeitslosen und Hartz IV-Empfänger von morgen kaufen ein. Wer weiß, wie lange sie es noch dürfen. Diejenigen, die das Malheur angerichtet haben, erklären, dass es sich um ein unabwendbares Geschick gehandelt habe und greifen noch tiefer in das Schatzkästlein. Die Welt hofft auf den Stern von Chicago, der uns allen in diesem Jahr als Zeichen der Hoffnung gesandt wurde. Obama muss alles richten. Satire, das ist, wenn wir den Tönen des Autoradios lauschend darüber lachen, dass "wir so lange in die Wärme geflogen sind, bis es auch bei uns warm genug war".  ... [ Lesen ]


25. September 2008

Solidarische Gesellschaft vs. Marktgesellschaft

Rudolf Homann

Rudolf Homann

Hat die Wiedergewinnung der sozialen Utopiefähigkeit eine reelle Chance in einer Gesellschaft, die sich gegen den Versuch der totalen Ökonomisierung aller Lebenszusammenhänge wehren muss? Oder müssen wir das pure Überleben, den rein rein körperlichen Erhalt der Spezies Mensch, um den Preis des Verlustes der Menschenwürde hinnehmen? Ist also die Unantastbarkeit der Menschenwürde die große Illusion des Grundgesetzes? Der Mensch als Mittel zum „Shareholder-Zweck“ Über 200 Jahre sind vergangen, seit Immanuel Kant den Kategorischen Imperativ und damit die theoretische Grundlage für die konkrete Utopie einer Solidarischen Gesellschaft formuliert hat. Nicht nur die deutsche Sozialdemokratie sieht in Kant und seinem aufklärerischen Gesamtwerk eine  ... [ Lesen ]


07. August 2008

Acht Mal Fortschritt

Werner Mittelstaedt

Werner Mittelstaedt

Das Prinzip Fortschritt und ein skizzenhaftes Plädoyer für ein nachhaltiges Fortschrittsmuster I. Viel mehr Menschen, ob in führenden gesellschaftlichen Positionen oder »ganz normale Bürger«, sollten sich über folgende Fragen, die für die Lebensbedingungen in näherer und fernerer Zukunft dringend beantwortet werden müssen, mehr Gedanken machen: Werden die bestehenden Strukturen der Globalisierung den Trend verstärken, dass die gesellschaftlichen Beziehungsmuster und Bindungskräfte weiterhin erodieren? Leben wir in einer individualisierten oder doch in einer primär konformistischen Gesellschaft, die den Individualismus zwar als neue Möglichkeit der Freiheit und des Fortschritts für die Menschen suggeriert, der jedoch eigentlich nicht existiert? Haben nicht die Länder des Südens  ... [ Lesen ]


04. Dezember 2007

Was ist Politik?

Norbert Rost

Norbert Rost

Politik ist nicht Geschwätz in Parteisitzungen. Parteien sind ein Element in der Politik, aber sie sind längst nicht das einzige. Politik ist, seinem Wahlkreispolitiker einem Termin aus dem Kreuz zu leiern und ihm bei einem persönlichen Gespräch zu erläutern, warum man ihn gewählt hat. Oder sie. Oder warum man sich das beim nächsten Mal sparen wird. Politik ist nicht, das Kreuz alle paar Jahre an der "richtigen Stelle" zu machen. Seine "Stimme abzugeben" ist nicht dasselbe, wie seine Stimme zu erheben! Politik ist, Kontakt zu jenen aufzunehmen, die ähnlich denken, wie man selbst. Politik ist Vernetzung. Politik sind Gespräche. Politik sind  ... [ Lesen ]


15. November 2007

Deutschland – deine Werte!

Andreas Fingas

Andreas Fingas

Werte und Wertewandel sind seit den 70er Jahren ein nicht versiegender Quell an Themen der öffentlichen Diskussion. Vor allem auch im Hinblick auf Folgen der Wiedervereinigung Deutschlands und ein kürzlich erfolgtes Konjunkturtief der deutschen Wirtschaft ist die Debatte um deutsche Werte wieder aufgeflammt. Werte werden in diesem Zusammenhang mit einem moralisch erhobenen Zeigefinger als Schlagwort durch den öffentlichen Raum geworfen. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um selbstständige Institutionen unserer Kultur, sondern Wert misst man etwas bei. Würden die Menschen den kleinen bunten Zettelchen und Metallenen Scheiben nicht den entsprechenden Wert zuweisen, so gäbe es keine Grundlage für das weltweite  ... [ Lesen ]


15. Oktober 2007

Alumni-Netzwerke - Seilschaften oder Vorreiter nach anglo-amerikanischem Vorbild

Jürgen Henke

Jürgen Henke

Unerkannte Mittler wurden sie in einem linken, friedensbewegten Webportal genannt. Eine wichtige Scharnierfunktion wird ihnen von Dr. Lutz Bertling zugeschrieben. Auf jeden Fall verbindet sie eines: Das Studium an einer der Universitäten der Bundeswehr. Hier ist die Rede von den Alumni der Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München. Mehr als 30.000 Männer und seit einigen Jahren auch Frauen haben das Studium an einer der Universitäten der Bundeswehr absolviert. Sie alle haben sich für mindestens 12 Jahre verpflichtet und sie alle durchlaufen eine strenge militärische und Führungsausbildung. 1973 wurden die Universitäten der Bundeswehr vom damaligen Verteidigungsminister Helmut Schmidt aus der Taufe gehoben. Schmidt  ... [ Lesen ]


01. Oktober 2007

Wer braucht hier wen

Patrick Wilke

Patrick Wilke

Ohne Bewunderer keine Kunst, ohne Wähler keine Politik. Vorweg: Es gibt ein lustiges Gedankenspiel, bei dem man für richtig gehaltene Merksätze und Sprichworte durcheinander schüttelt und schaut, was dabei herauskommt. Oft ergibt sich aus solch einer Verdrehungstechnik selbstverständlich allerlei Unsinn, doch die brauchbaren Ergebnisse sind zahlreich. Die schönsten Resultate merke ich mir regelmäßig: Nulla poena sine lege (keine Strafe ohne Gesetz) zum Beispiel wird zu Nulla lege sine poena (Kein Gesetz ohne Strafe). Ein anderes Beispiel ist Lebe jeden Tag so, als sei er dein letzter!, genauso schön wäre doch lebe jeden Tag so als wäre er dein erster!. Ein letztes  ... [ Lesen ]


30. Juli 2007

Politisches Handeln in christlicher Verantwortung

Jürgen Gansäuer

Jürgen Gansäuer

"Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied! Dankt Gott mit jedem Morgen, dass Ihr nicht braucht fürs Röm'sche Reich zu sorgen! Ich halt es wenigstens für reichlichen Gewinn, dass ich nicht Kaiser oder Kanzler bin ..." Nun Kaiser oder Kanzler ist Johann Wolfgang von Goethe, der diese Sätze im "Faust" formuliert hat, nie gewesen, aber Minister, mithin Politiker, im Herzogtum Sachsen-Weimar war er etwa 10 Jahre lang. Ich möchte mit Ihnen über etwas Wichtiges nachdenken, nämlich darüber, wie wir als Christen unsere Welt gestalten wollen. Welche Maßstäbe es dabei geben sollte und was uns ganz bestimmt nicht leiten darf. Politik ein  ... [ Lesen ]


21. Juni 2007

Freiheit statt Sozialismus?

Daniel Florian

Daniel Florian

Auf zwei kleinen Parteitagen wurden in der vergangenen Woche die Weichen für eine der wichtigsten Fragen der deutschen Politik gestellt: Wer wird nach 2009 in Berlin regieren? Zwei Szenarien sind wahrscheinlich: Erstens eine Dreier-Koalition zwischen einer der beiden Volksparteien sowie der FDP und den Grünen und zweitens eine rot-rote Koalition zwischen der SPD und der Linken. Die SPD muss sich der Linken verweigern Während Die Linke bereits Andeutungen hinsichtlich einer möglichen rot-roten Koalition macht, bleibt die Führungsspitze der SPD bei einem kategorischen "Nein!". In der Partei ist die Sympathie für solch ein Bündnis jedoch vermutlich größer. Dennoch sollte sich die SPD  ... [ Lesen ]


23. Mai 2007

Superintelligente Computer - noch kein Thema für die Politik

Richard Beiderbeck

Richard Beiderbeck

Prof. Hugo de Garis ist ein brain builder. Er produziert künstliche Gehirne. Dies tut er mit Hilfe von neuronalen Netzen, die er auf Computern simuliert. Eines Tages muß sich Prof. Hugo de Garis gefragt haben: Was mache ich da eigentlich? Wenn ich tatsächlich den erhofften Erfolg habe und den superintelligenten Computer schaffe, wie wird er dann mit mir und meinesgleichen umgehen ? Wird er mich vielleicht wie eine lästige Fliege erschlagen ? Es taucht an unserem Erwartungshorizont eine neue Gefahr auf, über die sich kaum jemand ernsthaft Gedanken macht: Die künstliche Intelligenz, sprich superintelligente Computer. Und das wird ein Politikum ersten  ... [ Lesen ]


20. März 2007

Die Macht der Worte

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Neulich las ich in der New York Times, die als die beste Zeitung der Welt gilt (zu Recht, meine ich), einen Bericht über NATO-Truppen in Afghanistan. Die Militärs rückten in eine Gegend vor, die sie von Taliban frei machen sollten: (to) clear it of Taliban insurgents. So ähnlich wie das deutsche Wort klären/befreien von wird auch im Englischen das clearing verwendet, in Fällen, wo etwas verstopft ist, zugemüllt oder vernebelt und das Hindernis weggeräumt werden muss. Ein clearing ist auch eine Lichtung im Wald, wo Bäume abgeholzt wurden. So ähnlich werden sich die Militärs fühlen, wenn sie die Gegend von Aufständischen  ... [ Lesen ]


14. März 2007

Die Konkurrenz zwischen Berufs- und Privatleben ist Unsinn

Ulf D. Posé

Ulf D. Posé

Da hat Bischof Walter Mixa etwas angerichtet. Hat er Recht oder hat Frau von der Leyen Recht? Kardinal Meisner gibt ihm Recht. Er ist davon überzeugt, dass diese Aussage um das Heil des Volkes willen so drastisch sein müsse. Wenn es tatsächlich um das Heil des Volkes dabei ginge, und nicht um Ideologie, dann müssten nach meiner Ansicht eigentlich drei Dinge bedacht werden: Zum Einen fehlt in unserer Kultur die Bereitschaft, nicht erwerbstätige Arbeit der erwerbstätigen Arbeit gegenüber gleich zu setzen und als gleichberechtigt anzuerkennen. Wer sich ausschließlich um das Wohl und Wehe einer Familie kümmert, leistet eine Arbeit, die der  ... [ Lesen ]


17. Januar 2007

Das Trauma der Versteckten und was wir dagegen tun müssen

Siegfried Pater

Siegfried Pater

In Deutschland wird die Zahl derer, die sich im Dunkeln verbergen müssen weil sie keinen Aufenthaltsstatus haben, auf eine halbe bis 1,5 Millionen geschätzt - für Bonn und Umgebung sprechen Schätzungen von 3 000 bis 4 000 Menschen ohne Papiere. Sie werden in der Öffentlichkeit oft auch als Illegale bezeichnet. Sie selbst sehen sich daher als Illegalisierte, da kein Mensch illegal sein kann. Die Gründe, warum diese Menschen ihre Heimatländer verlassen und sich in eine ungewisse Zukunft begeben, sind vielfältig: Abgelehnte Asylbewerber, Flüchtlinge, die nach Ablauf der Duldung nicht in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, Menschen aus den Ländern der so genannten Dritten  ... [ Lesen ]


19. Dezember 2006

Tucholskys Verstummen

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Kurt Tucholsky, warum hast du zu Hitler nichts gesagt? Warum hast du geschwiegen? Wie konnte es soweit kommen, dass der schärfste und witzigste Satiriker der Weimarer Republik, dieser großartige, linksintellektuelle Publizist und Pazifist seine Berliner Schnauze hielt, als Hitler an die Macht kam und ganz Deutschland faszinierte? Tucholsky hat mich schon als Student begeistert. Ich las seine Satiren gerne und anderes von ihm aus der Weltbühne, deren wichtigster Autor und teilweise Mitherausgeber er war. Zum großen Teil schrieb er unter Pseudonymen (Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panter waren seine drei bekanntesten) und ließ diese Persönlichkeiten auch gegeneinander antreten – er  ... [ Lesen ]


10. Dezember 2006

Die Zukunft gehört den Mutigen!

Dr. Kirsten Mennenga

Dr. Kirsten Mennenga

Unser Leben wird zunehmend komplexer und die Angst aufgrund tief greifender gesellschaftlicher Änderung greift um sich. Sie lähmt unsere Politik und hindert sie, mutige Entscheidungen zu treffen. Sie macht aus Jugendlichen angesichts des prekären Arbeitsmarktes meinungslose, egozentrische Jasager. Die Generation 50+ mutiert zu ängstlichen Kaninchen, die trotz breiten Erfahrungsschatzes befürchten müssen, aufgrund fortschreitender technischer Rationalisierung im Hartz-4-Sumpf zu versinken. Der demographische Wandel zwingt uns, die althergebrachten sozialdemokratischen Gesellschaftsstrukturen zu überdenken, und die fortschreitende Globalisierung fordert, unser politisches und wirtschaftliches Selbstverständnis neu zu definieren. Die Zeiten sind hart! Dort, wo die ökonomische und politische Lage kaum noch Sicherheit verspricht, entsteht auch ein  ... [ Lesen ]


05. Dezember 2006

Kapital oder Last? Ausländer in Deutschland ...

Dr. Jürgen Albers

Dr. Jürgen Albers

Mit der Globalisierung wird vielfach die multikulturelle Gesellschaft verbunden, einem Begriff, der in weiten Teilen der Bevölkerung Unbehagen auslösen. Zur multikulturellen Gesellschaft gehören auch so genannte Kulturhybriden. Die Menschen, die dieses Merkmal tragen - bikulturell aufgewachsene Menschen - werden in der o. a. Diskussion, aber auch von der Interkulturalitätsforschung wenig beachtet bzw. vielfach miß-achtet. Ausländer in Deutschland werden vielfach nur als Begründung zur notwendigen Schaffung oder Steigerung interkultureller Kompetenzen gesehen, nicht aber als eine Quelle dieser Kompetenzen. Dabei hat sich unter den Ausländern in Deutschland längst eine Schattenrealität gebildet, die sich durch Mehrsprachigkeit, bi- oder multinationale Familienverhältnisse, eine hohe Bildungsmobilität und  ... [ Lesen ]


27. November 2006

Angst vor der Couch

Ulrich Sollmann

Ulrich Sollmann

Im Wahlkampf zählt zu 86 Prozent die Persönlichkeit der Politiker, die Sachkompetenz nur zu 14 Prozent. Circa zwei Millionen Wähler haben, so Forsa-Chef Manfred Güllner, nach dem TV-Duell 2005 zurück zur SPD gefunden – wegen der starken Persönlichkeit Gerhard Schröders. Die Wähler entscheiden sich primär für Personen, denen sie Führungskompetenz zutrauen und die glaubwürdig wirken. Bis dato aber scheut sich die Politik, ganz anders als zum Beispiel die Wirtschaft, mit psychologischer Beratung zu punkten. Politiker sind eben auch nur Menschen Menschen suchen nach Möglichkeiten, sich selbst gut zu finden und die Bestätigung ihrer Umwelt zu erhaschen – auch Politiker. Sie tun  ... [ Lesen ]


25. November 2006

Armer Harald

Christine Ax

Christine Ax

Unser Harald Schmidt, angeblich erste Adresse im Deutschen Fernsehen für Satire und Witz hat ein Interview gegeben und lässt uns ungefragt Teil haben an der Armut seines Seelenlebens. Was er uns so freimütig offenbart, ist so bemerkenswert, dass wir es uns Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen sollten. In seinem Interview mit der ZEIT verlautbart er: Wenn ich bei anderen sehe, wie die Augen feucht werden – da fühle ich mich belästigt. Es kommt noch schlimmer: Er sei bei der Geburt seines Kindes nicht in der Lage gewesen, emotional angemessen zu reagieren, weil er traumatisiert sei, von den RTL-Sendungen,  ... [ Lesen ]


23. November 2006

Verdun und die Folgen

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Grad hab ich im ZDF das Dokudrama Die Hölle von Verdun gesehen. Dachte, es geht 45 min lang, und es ist ein Dokumentarfilm. Es ging dann aber über 90 min und stellte sich als Dokudrama mit sehr starken Spielfilmanteilen heraus. Emotional zu hoch dosiert, fand ich diesen Film; eventuell angemessen für abgebrühte TV-Zuschauer, mir aber hätte auch eine weniger drastische Anwendung der szenischen Mittel gereicht. Der Film hat mich aufgewühlt und wird mich noch tagelang beschäftigen. Ein paar Gedanken hierzu. Hier begannen die Katastrophen Gut, dass an Verdun erinnert wird! Der erste Weltkrieg war der Beginn des zweiten und Verdun seine  ... [ Lesen ]


08. Oktober 2006

Die Ethik der Zukunft muß die Ästhetik sein - Marcuse

Helga Müller

Helga Müller

Was fordert einen als Bürger dieses Landes heraus, die gesellschaftliche Entwicklung nicht einfach hinzunehmen. Warum versucht man, neue Impulse zu setzen? Für mich waren das sicher unsere Kinder. Wenn man der Kriegsgeneration angehört, weiß man, wie wichtig es ist, ganz persönlich Verantwortung zu übernehmen. - Die Probleme, mit denen sich die Jugend heute konfrontiert sieht, haben wir nicht gekannt. Nach der Währungsreform 1948 wurden wir Zeitzeugen und Nutznießer einer Prosperität ohne gleichen. Jeder, der sich anstrengte, konnte es zu etwas bringen. Wir schauten hoffnungsvoll und tatendurstig in eine Zukunft, in der scheinbar alles möglich war. – Aber mit wachsender Prosperität rückte  ... [ Lesen ]


05. Oktober 2006

Freizeitpark Deutschland

Markus Wilms

Markus Wilms

Am Anfang war das böse Wort: Wir können die Zukunft nicht dadurch sichern, dass wir unser Land als einen kollektiven Freizeitpark organisieren. Am 21. Oktober 1993 bashte Helmut Kohl mittels Regierungserklärung Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten und die vermeintlich zunehmende Null-Bock-Mentalität der Deutschen. Und wie steht es heute um den Freizeitpark Deutschland? Freizeit Vermeintlich bestens. Die Freizeitwirtschaft verzeichnet stabile Wachstumsraten, die weit über denen der Gesamtwirtschaft liegen. Mit weit über sechs Millionen Beschäftigten fungiert die Branche längst als Deutschlands größter Arbeitgeber und beschickt einen Milliardenmarkt, so Horst W. Opaschowski vom BAT Freizeitforschungs-Institut. Auch international boomt die Branche. Das World Travel & Tourism  ... [ Lesen ]


08. September 2006

Existenzsicherung ohne Jobnot?

Renate Miethner

Renate Miethner

Warum die Trennung von Erwerbstätigkeit und Lebensunterhalt dazu beitragen könnte, den Menschen zum (besseren?) Menschen zu machen. Der allgemeine und allgegenwärtige Diskursrahmen, in dessen Zentrum ein in seltsam unkritischer Weise stillschweigend akzeptierter Begriff des Homo Utilitatis vorherrscht, begegnet dem Konzept eines beschäftigungsunabhängigen Grundeinkommens in aller Regel mit Hohn. Gebrandmarkt als aberwitziger Einfall einiger Utopisten, denen der Bezug zur Realität abhanden gekommen sei, wird das Thema gerne vorschnell abgehakt. Statt einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Problematik wird allenfalls die - übrigens längst auf unterschiedliche Weisen bedachte – mehr oder weniger rhetorisch gemeinte Frage nach der vermeintlich unmachbaren Finanzierbarkeit gestellt, um sich daraufhin  ... [ Lesen ]


05. September 2006

Die neue Redlichkeit

Ulf D. Posé

Ulf D. Posé

Wir werden wohl selbst Vorbild sein müssen ... Unredlichkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird gesellschaftsfähig. Unethisches Verhalten scheint nicht nur nicht länger Grund für ein schlechtes Gewissen zu sein, nein, schlimmer noch: ein Massstab, was redlich und was unredlich ist, ist uns verloren gegangen. Erste Anzeichen einer Trendwende sind jedoch in Sicht: Es gibt erste Anzeichen einer neuen Redlichkeit. Spätestens seit der Spruch: «Jeder denkt nur an sich, damit ist ja an alle gedacht» seine erfolgreiche Runde macht, ist es in unserer Kultur mit der Redlichkeit vorbei. Erziehung fi ndet oft nicht mehr in Familien, eher vor dem Fernseher statt.  ... [ Lesen ]


29. August 2006

Gesunde Gesellschaft

Elsi Reimann

Elsi Reimann

Eine Zukunftsvision: Drei voneinander unabhängige und gleichwertige Organe bestimmen in unserer Gesellschaft die Wirtschaft, die Politik und die Kultur. Wenn wir die Natur betrachten, können wir in allem, was ist, drei Bereiche erkennen. Bei der Pflanze sehen wir die Wurzel, das Blatt und die Frucht. Bei Tier und Mensch den Kopf, die Brust und den Unterleib. Bei den Pflanzen steigt die Nahrung von unten nach oben aus den Wurzeln in die Blätter und Früchte. Bei Mensch und Tier gelangt die Nahrung vom Kopf über den Brustbereich in den Unterleib und die Zeugung und Fortpflanzung geschieht im Unterleib. Menschen, die ihre Kraft,  ... [ Lesen ]


16. August 2006

Ich bin Gastfreund

Kathleen Battke

Kathleen Battke

Die Welt war zu Gast bei Freunden. Das von Peinlichkeit durchdrungene Erschrecken über ausländerfeindliche Übergriffe und die prompte Markierung von No-Go-Areas in den Reiseführern der Gastländer wich während der Fußball-WM - oh Wunder - einem rauschhaften Nett-Sein und so gut wie aggressionsfreier Gemütlichkeit. Ohne in Abrede zu stellen, dass in diesen Sommerwochen das Land tatsächlich fast freundlich wirkte, brennt die Frage: Was bleibt vom Taumel? Mein Vorschlag: Nutzen wir doch die Fingerübung in Freundlichkeit zu einer Offensive für eine wahrhaft gastfreundliche Gesellschaft. Gastfreundschaft, diese uralte Tugend, deren Kern die Freundlichkeit gegenüber dem Fremden ist, taugt in der Tat für eine moderne,  ... [ Lesen ]


07. August 2006

Verbrechen im Namen der Ehre

Myria Böhmecke

Myria Böhmecke

Spätestens seit dem Mordfall der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü im März 2005 ist einer breiten Öffentlichkeit bewusst geworden, dass auch in Deutschland Migrantinnen unter Gewalt im Namen der Ehre zu leiden haben. Sie werden unterdrückt, misshandelt, zwangsverheiratet und sogar ermordet. Im Moment kann niemand genau sagen, in welchem Ausmaß Gewalt im Namen der Ehre in Deutschland geschieht. Einig ist man sich erst seit kurzem: Es muss etwas unternommen werden! Und die Politik gibt zu, dass zu lange geschwiegen, ja sogar verharmlost wurde, dass sich mitten in Deutschland extrem patriarchalische Parallelgesellschaften ausgebildet haben, in denen die Rechte und die Selbstbestimmung von Mädchen und  ... [ Lesen ]


09. Juni 2006

Mentaltraining für Deutschland

Claus David Grube

Claus David Grube

Einige kurze Thesen zur politischen und geistig-seelischen Entwicklung der BRD. Es bestehen derzeit drei Arten von gesellschaftspolitischen Problemen: 1. Ökonomischer Niedergang, bedingt durch Überverschuldung der Öffentlichen Haushalte und Unfähigkeit der Anpassung der Arbeitskosten an ein Niveau, das im globalen Wettbewerb aussichtsreich wäre. 2. Zunehmende Starrheit und Ineffektivität der politischen Entscheidungsinstanzen in der Parteiendemokratie. 3. Verunsicherung des Nationalen Spirits. Als Mentaltrainer ist für mich der dritte Punkt besonders interessant. Es bestehen aber zu beachtende Wechselwirkungen mit objektiven Rahmenbedingungen der Gesellschaft. Die Lösungs-Möglichkeiten für die Punkte 1 und 2 sind in der öffentlichen Diskussion erwähnt worden. Hier einige kurze Thesen hierzu. zu Punkt  ... [ Lesen ]


04. Juni 2006

Hoffnung schenken

Tania Konnerth

Tania Konnerth

In dem sehr anregenden Buch "Zu früh alt und zu spät weise?" von Gordon Livingston fand ich folgenden Gedanken: Seiner Ansicht nach ist es eine Aufgabe der älteren Generationen, den jüngeren Hoffnung zu schenken. Sie sollten vermitteln, dass das Leben lebenswert ist und dass Glück möglich ist. Darüber habe ich eine ganze Weile nachgedacht und fast scheint mir, als liegt hierin ein Erklärungsmodell für die gesellschaftliche Grundstimmung, mit der so viele von uns zur Zeit kämpfen. Könnte es sein, dass die älteren Generationen den jüngeren heute eben genau diese Hoffnung nicht geben? Dass sie eine düstere Zukunft voraussagen und dass sie  ... [ Lesen ]


01. Juni 2006

Die Starken und die Schwachen

Wolf Schneider

Wolf Schneider

Von der Logik, die Starken zu fördern, nicht die Schwachen Du weißt ja wie das ist mit den Bestsellern, sagte er zu mir. Du kennst das Geschäft ja auch. – Ja, ich weiß, antwortete ich. Nur ein Bestseller trägt einen Verlag, der ganze Rest der Titel wird mitgezogen. Wer nicht wenigstens einen Bestseller produziert, kann einstecken. Man muss die Gewinner fördern, sagte ich, das ist die alte Marketingregel: Fördere das, was eh schon gut geht, nicht die Ladenhüter. Wer mit einem begrenzten Werbebudget (und jedes Werbebudget ist begrenzt) aus Mitgefühl ausgerechnet die Ladenhüter zu fördern versucht, der ruiniert damit sein Unternehmen.  ... [ Lesen ]


20. Mai 2006

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen?

André Wendt

André Wendt

Helle Aufregung im Radio! Manche Menschen hören, aber sie hören nicht zu. Dann rufen sie beim Sender an und geben ihren Senf dazu. Was der Uwe-Karsten Heye über Ausländerfeindlichkeit gesagt hat, ist doch vollkommen richtig. Endlich mal einer, der ausspricht, was alle denken! Was hatte der Vorsitzende des Vereins Gesicht Zeigen! denn nun eigentlich gesagt? Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen. Der Kommentator ließ kein gutes Haar an dieser Aussage. Einerseits, weil sie dem Manifest des Vereins, dem  ... [ Lesen ]


16. Mai 2006

Die Gerechtigkeit und das Soziale

Ulf D. Posé

Ulf D. Posé

Im neuen Grundsatzprogramm der SPD macht die SPD deutlich, dass sich alle, nicht nur die abhängig Beschäftigten, an der solidarischen Finanzierung der notwendigen Investitionen beteiligen. Da alle gemeinsam den Nutzen aus solchen Investitionen ziehen, müssen sich auch Unternehmen und vermögende Privathaushalte stärker als bisher an der steuerlichen Finanzierung dieser Aufgaben beteiligen. Unternehmen und vermögende Haushalte beteiligen sich bereits jetzt schon weitaus stärker als andere Steuerzahler am Steueraufkommen. Zehn Prozent der Bestverdiener erwirtschaften vierundfünzig Prozent des Steueraufkommens. Und 50 Prozent der Bestverdienenden erwirtschaften 91,6 Prozent der Einkommensteuer. Damit ist die Suggestion, der Vorwurf an diese Gruppe, sich am Steueraufkommen unzureichend zu beteiligen,  ... [ Lesen ]


09. Mai 2006

Multi Kulti - fast ein Nachruf

Dietmar Fritze

Dietmar Fritze

Mit der S-Bahn unterwegs im Ruhrgebiet fühle ich mich regelrecht verpflichtet, noch einmal die Werbetrommel zu rühren für das ins Wanken geratende Konzept Multi-Kulti. Gegenüber nimmt gerade Platz eine junge Russin mit ebenmäßigen Gesichtszügen, blondem Haar, weißer Bluse. Ihr Sitznachbar mit fast rabenschwarzer Hautfarbe verkriecht sich noch verbissener in die Ohrhörer seines mp3-Players, um nur ja nichts von der frisch aufgetauchten kleinen erotischen Sensation neben sich wahrnehmen zu müssen. Ein Abteil weiter lärmen vier Jugendliche im Rütli-Schul-Deutsch herum und amüsieren sich mit einem Display, auf welchem ein kleines Totschieß-Spielchen läuft. Durch den Kopf geht mir die Erzählung einer anderen Reisenden vom  ... [ Lesen ]


21. März 2006

CleanState

Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

Ausgangssituation: Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft zur Bereicherung Einzelner und großer organisierter Netzwerke in Politik, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft sind in Deutschland weit verbreitet. Viel zu wenige dieser Straftaten werden aufgedeckt. Oft werden sie strafrechtlich nicht verfolgt, weil Polizei, Staatsanwaltschaften und Richter zeitlich und fachlich überfordert sind, politische Vorgaben erfüllen müssen und/oder personell und finanziell mangelhaft ausgestattet sind. Dadurch ist die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz – die Basis jedes demokratisch verfassten Gemeinwesens – nicht mehr gewährleistet. Das Vertrauen der Bürger in die Unverbrüchlichkeit des Rechts ist erschüttert und der freiheitlich-demokratische Rechtsstaat in seinen Grundfesten gefährdet. Der Steuerzahler trägt in ganz  ... [ Lesen ]


24. Februar 2006

Politiker, wollt ihr ewig leben? - oder: Das ist alles Psychologie!

Stephan Meyer

Stephan Meyer

"Das ist alles Psychologie!" sagt ein Börsenmakler, wenn er das Gefühl hat, die Kontrolle über die Ereignisse zu verlieren. Allem Anschein nach haben derzeit viele Deutsche das Gefühl, über die Geschehnisse um sie herum die Kontrolle zu verlieren. Schuld sind natürlich die Politiker, die die offensichtlichen Probleme nicht lösen. Aber sind sie wirklich schuld? Ich frage aus der psychologischen Perspektive: "Warum wählen wir denn immer wieder Politiker, wenn sie allseits bekannte Probleme nicht lösen?" Dazu biete ich drei Antworten an: 1) Wir lieben es, belogen zu werden. 2) Wir wählen die falschen Kandidaten. 3) Wir haben in Wirklichkeit gar keine Wahl.  ... [ Lesen ]


20. Februar 2006

Wer über Sterbehilfe spricht, muss auch von Abtreibung reden

Heike Herrmann

Heike Herrmann

Erneut ist eine Debatte entbrannt, die sich an der Frage entzündet, wie in unserer Gesellschaft ein Sterben in Würde gewährleistet werden kann. Gedankenführungen dahingehend, dass es gebietet, Leidende zu erlösen, wenn der ernsthafte Wunsch des Betroffenen besteht, nicht mehr weiter leben zu wollen, machen klar, wie verschwommen heute unsere Vorstellungen von Menschenwürde sind. Wer sich auf den Begriff Würde einlässt, kommt nicht umhin, dieser Würde eben jegliche Unantastbarkeit zu bescheinigen. Der Mensch allein vermag sich über alles Natürliche und Bedingte zu erheben. Wer darum bittet, dass seinem Leben ein Ende gesetzt wird, tut dies, weil er seinem Leben nur noch einen  ... [ Lesen ]


13. Februar 2006

Karikaturenwettbewerb: Salomos Urteil und der Spiegel der Wahrheit

Anne Koark

Anne Koark

Mit dem neuen weltweiten Karikaturenwettbewerb mit Holocaust-Karikaturen, bei dem Goldstücke - auf den Gewinner warten, wird das Abendland vom Morgenland herausgefordert. Die Herausforderung lautet: "Die westlichen Zeitungen haben diese gotteslästerlichen Bilder unter dem Vorwand der Pressefreiheit veröffentlicht. Lasst uns sehen, ob sie wirklich meinen, was sie sagen, und auch Bilder über den Holocaust drucken", sagte Farid Mortasawi von der Teheraner Zeitung "Hamschahri" (siehe FAZ, 07. Februar 2006). In vielen Ländern der Welt gehen die Völker auf die Straße. Sie sind empört, dass man mit ihrer Religion so umgeht. Die Politiker der Länder sind besorgt, weil die Proteste unkontrollierte und möglicherweise unkontrollierbare  ... [ Lesen ]


07. Februar 2006

Genfrei, der Weg zur sprachlichen Impotenz?

Tilman Kluge

Tilman Kluge

Es gab immer Leute, die es sich zunutze machten, dass in der Bevölkerung eine große Verunsicherung gerade in naturwissenschaftlichen Dingen oder Angelegenheiten der Natur herrschte und herrscht. Auch künftig wird es solche Leute geben. Viele Diskussionen werden weiter mit Absicht und oft nicht ohne Nutzung eines vermeintlichen "Herrschaftswissens" nicht sonderlich detailliert, sondern eher mit Schlagworten geführt werden. Vereinfachung schafft sich Platz, man denke nur an den "Rinderwahnsinn", der selbst in seriösen Nachrichtenredaktionen zum "Rinderwahn" [43], also zu etwas völlig anderem, mutierte. Die Verunsicherung wird durch solche Trends weiter gefördert, Kritikfähigkeit der Bevölkerung gemindert. Dies umfasst auch das Themenfeld "Gentechnik". Wird dieses  ... [ Lesen ]


01. Februar 2006

Die Eroberung der Sterne

Rudolf Kuhr

Rudolf Kuhr

Was hat der Mensch im Weltall verloren? Die Eroberung der Sterne? - Herzen zu erobern wäre wohl wichtiger. Ein alter Schlagertext fällt mir ein zum Thema: "Ich hol dir keine Sterne mehr vom Himmel, die liegen nachher doch bloß wieder rum...". Was der Menschheit an den Sternen wirklich wichtig sein kann, das beschränkte sich bisher im Wesentlichen auf die Nautik. Heute wissen wir mit größter Sicherheit aus praktischer Erfahrung, daß die Risiken und Nebenwirkungen der Raumfahrt, besonders die kostenmäßigen, in keinem verantwortbaren Verhältnis zum Nutzen für die Allgemeinheit stehen. Weitere Erkenntnisse über die Entstehung und Beschaffenheit von Himmelskörpern und -Systemen mögen  ... [ Lesen ]


31. Dezember 2005

2006 wird besser!

Dr. Joachim Betz

Dr. Joachim Betz

Eigentlich gäbe es ja genügend Gründe, am Ende dieses ereignisreichen Jahrs 2005 mit sorgenvoll umwölktem Blick in die Zukunft zu schauen: Die deutsche Wirtschaft ist ein weiteres Mal – wenn überhaupt – nur schwach gewachsen. Der Arbeitsplatzabbau ist in vielen Branchen ungebremst weitergegangen. Betroffen davon sind immer auch Führungskräfte. Nach langem Hängen und Würgen hat Deutschland seit Mitte November eine neue Regierung. Union und SPD sind mit einer Art heiterer Resignation in die Arbeit gestartet und haben für ihren Koalitionsvertrag viel Prügel bezogen, zum Teil sicher zu Recht, teilweise aber auch unverdient. Warum dann trotzdem meine Zuversicht, dass 2006 ein gutes  ... [ Lesen ]


09. Dezember 2005

Grenzen der Meinungsfreiheit

Helge Siems

Helge Siems

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert uns, dass wir unsere Meinung "in Wort, Schrift und Bild frei äußern und verbreiten" dürfen. Das ist gut so. Aber: wenn das ganze nach meiner Ansicht nicht seine Grenzen hätte, bräuchte dieser Betrag nicht so überschrieben zu sein. Doch es handelt sich nur um eine persönliche Ansicht. Also bitte lieber Leser: im Zweifel wie immer mehrere Quellen zu Rate ziehen. Letztlich schreibe ich den Beitrag, um mir selbst die ganze Thematik "Grenzen der Meinungsfreiheit" und damit verbundene Schwierigkeiten beim kritischen Publizieren im Internet etwas zu verdeutlichen und einen Wunsch an die Politik von morgen zu  ... [ Lesen ]


15. November 2005

Eine Anstiftung zum Optimismus

Dirk Maxeiner

Dirk Maxeiner

"Wie können Sie in DIESER Welt nur optimistisch sein?", lautet eine der meistgestellten Fragen unserer Leser. Zerknirscht und schuldbewusst fragen wir uns selbst: Wie konnten wir überhaupt auf diese schiefe Bahn geraten? Es gibt beispielsweise geborene oder unverbesserliche Optimisten, die haben mildernde Umstände. Auch die vielen Management-Gurus mit ihren Think-positiv-Botschaften können nicht voll für ihr Tun verantwortlich gemacht werden, weil es ja meist Amerikaner sind. Nein zu denen gehören wir nicht, wir haben unseren Optimismus hart erarbeitet. Motto: Wer die Welt in einem etwas besseren Licht sehen will, der sollte sich möglichst lange in der Dunkelheit aufgehalten haben. Dies haben wir  ... [ Lesen ]


09. November 2005

Vertrauen läßt gelingen, was Argwohn verhindert

Bruno Rossi

Bruno Rossi

Was Politik meint ist: Führung und Erhaltung eines Gemeinwesens. Es geht also um nichts weniger als um die Frage: 'Wie kann Gemeinschaft gelingen'? Beziehung ist das Wesen von allem, was existiert hat schon Meister Eckhart gelehrt und genau diese Tatsache entgeht uns in den politischen Gestaltungsprozessen. Unser Blick läßt sich fesseln von Mängeln an Dingen und Zuständen und hier sieht unsere mechanistische, logisch-rationale Denkweise die Herausforderung: Reparatur! Hierzu hat Einstein gesagt: Die Probleme die es in dieser Welt gibt, sind nicht mit derselben Denkweise zu lösen, welche sie verursacht hat. Nicht die Symptome in den Dingen und Zuständen ist also das  ... [ Lesen ]


27. Oktober 2005

Globale Aufklärung - Globale Chance

Dr.-Ing. Jürgen Albrecht

Dr.-Ing. Jürgen Albrecht

Status Nascendi An den Grenzen des Wissens wird deutlich, wie wenig wir von uns selbst und unserer Umwelt verstehen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die menschliche Evolution gerade erst begonnen hat. Analysiert man den Status unserer Zivilisation, werden gravierende Widersprüche sichtbar. Sie sind für die Labilität unserer globalisierten Gesellschaft und ihre Konflikte verantwortlich. Aus dieser Perspektive erklärt sich die kurze Historie der Menschheit und es stellen sich Fragen nach der Politik von morgen. Fundamentale Widersprüche Für die wesentlichsten Widersprüche existiert keine Rangordnung. Sie sind gleichwertig und eng miteinander verflochten. Durch hunderte weiterer Spannungsfelder könnten sie untersetzt werden. Folgende Widersprüche aber sind  ... [ Lesen ]


24. Oktober 2005

Die große Familie oder der Mut zur Freiheit

Bernhard Lang

Bernhard Lang

Denke ich an Politik - so denke ich an eine Familie ! Wieso Familie, was erwarte ich von einem Familienvater, oder was erwarte ich von mir als Familienvater ? Ist es nicht dasselbe, was ich von einem guten Regierungschef( - in ) erwarte ? All die Eigenschaften wie Güte, Ehrlichkeit, Verantwortungsbereitschaft, Vertrauen ja sogar Liebe ? Ja , das kann man durchaus so sagen - das erwarte ich !! - und für mich sollten gute Politiker eben mit diesen Attributen ausgestattet sein. Ich finde überhaupt nicht, daß sich ein Politiker durch seine "Macht-Geilheit" und skrupelloses Handeln auszeichnet zum Wohle der Partei  ... [ Lesen ]


22. September 2005

Vertrauen ist der Anfang von allem

Inga Wermuth

Inga Wermuth

Dies war in den 90er Jahren eine auffällige Werbebotschaft der Deutschen Bank, die in ihrer Direktheit als Grundlage für eine erfolgreiche Politik von morgen dienen sollte. Auch die SPD spricht aktuell im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2005 wieder dieses Grundbedürfnis an und appelliert an ihre Wähler mit dem Slogan "Vertrauen in Deutschland" - obwohl gerade dieses Vertrauen uns in der heutigen Zeit zunehmend schwerer fällt. Selbst einfachste soziale Beziehungen kommen nicht ohne ein Mindestmaß an Vertrauen aus. Vertrauen kann aber nur, wer glaubt. Wer erfahren hat, dass man sich auf einander verlassen kann, dass es Menschlichkeit gibt und der Einzelne in dieser  ... [ Lesen ]


16. September 2005

Wir sind keine Opfer

Christine Ax

Christine Ax

Von wem wollen Sie geschlachtet werden? "Nur die dümmsten Kälber, wählen ihre Metzger selber", sagt Herr Stoiber. Und Recht hat er. Auch wenn wir im Norden nicht so intelligent sind, wie die Bayern, so haben wir dennoch das Recht, über unser Schicksal nachzudenken. Und es vielleicht sogar selber in die Hand zu nehmen. Lassen Sie uns über die Qual der Wahl im Jahr des Herrn 2005 gemeinsam nachdenken. 1. Wir sind keine Opfer. Wir sind Täter. Denn jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Was auch immer Sie dieses Mal wählen und egal wie unzufrieden sie gestern oder morgen mit  ... [ Lesen ]


22. August 2005

Moderne Netzwerke leben von vernetzt denken

Eva Schoch

Eva Schoch

Verlassen Sie sich immer noch am liebsten auf sich selbst und auf Ihr eigenes Können und pflegen Alleingänge? Out, komplett out. Moderne Menschen suchen sich Verbündete für ihre Wege, pflegen Beziehungen und denken in Netzen. Und mit Netzen sind nicht nur die unendlichen Möglichkeiten des Internets gemeint. Moderne Menschen setzen auf persönliche Vernetzung, um gemeinsame Projekte erfolgreich durchzuziehen, eine Bündelung und Potenzierung von Ressourcen zu erreichen und gemeinsam ans Ziel zu kommen. Gemeinsamkeit macht stark In Netzen denkende Menschen entwerfen für ihre komplexen Aufgaben eine plastische, ja geographische Karte, in der qualifizierte Mitstreiter zu finden sind, die schnell für die gemeinsame  ... [ Lesen ]


02. August 2005

Leib und Seele

Thomas Hegenauer

Thomas Hegenauer

Erst letztens hat der Teufel persönlich mir wieder einen Besuch abgestattet. Zu mir kommt er öfter. Das zeugt in mir den Schluss, dass er oft in der Gegend sein muss, wohl zu Besuch bei so ziemlich jedem. Auch bei dir. Wie jedes Mal bot er mir etwas und wollte dafür meine Seele. Der Teufel ist ein talentierter Vertreter, schon lange hat er keine Verträge mehr dabei, die mit Blut unterschrieben werden müssen. Auch hat er mich noch niemals unter Druck gesetzt oder gezwungen, nein, er ist ein fairer Geschäftspartner. So manches Mal konnte ich seinem Angebot schon nicht widerstehen, hab gekauft  ... [ Lesen ]


26. Juli 2005

Die Kraft des Egoismus. Subversion - ohne Krawall

Peter Oertle

Peter Oertle

Systemfehler lassen sich weder mit Gewalt noch mit mehr Gesetzen beheben. Politik, die im besten Sinn des Wortes "subversiv" ist, entsteht da, wo Egoismus bewusst wird. Ein Plädoyer für eine Revolution der kleinen Schritte. Auf unserer herbstlichen Reise durch das Hochland von Sardinien kamen wir mit einer gestandenen Frau ins Gespräch und plauderten unter anderem über das italienischen Staatsoberhaupt Berlusconi und dessen Haus an der Costa Smeralda (Ostküste im Norden Sardiniens). Daraufhin fragte uns die Frau, ob wir denn wüssten, warum er sich noch nie in dieser Region aufgehalten habe. Ich vermutete, dass es ihm vielleicht zu gefährlich sei, er mit  ... [ Lesen ]


04. Juli 2005

Der entfesselte Mensch

Peter Felixberger

Peter Felixberger

Dies müsst ein wahrer Vogel sein, dem niemals fiel das Landen ein - Der entfesselte Mensch in einer Neuen Ökonomie Ich möchte Ihnen zunächst eine Geschichte nahe bringen, die mir der österreichische Psychologe Paul Watzlawick einmal erzählt hat. Ein Dobermann wurde in der Früh immer von seinem Herrn in den Garten hinausgelassen, lief zu einem Baum, verrichtete dort sein Geschäft und kehrte wieder ins Haus zurück. Zwischenzeitlich hatte das Herrchen eine Schüssel Milch vorbereitet, die der Dobermann dann gierig ausschlürfte. Eines Tages nun war keine Milch da. Der Hund kam herein, stand völlig verdattert vor der Schüssel. Was tat er? Ganz  ... [ Lesen ]


17. Juni 2005

Hoffnungsvolle Zukunftsbilder fördern

Werner Mittelstaedt

Werner Mittelstaedt

I. Vorbemerkungen In den westlichen Industriegesellschaften gibt es seit einigen Jahren keinen qualitativen politischen und gesellschaftlichen Fortschritt. Politischer Stillstand und Rückschritte kennzeichnen unsere Zeit, ganz besonders in der Entwicklungs-, Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Umweltpolitik und im völlig misslungenen "Kampf gegen den Terror". Auch in der Friedenspolitik der führenden Industrienationen gibt es große Defizite, wenn wir etwa an die Kriege in Afghanistan, im Irak, in Tschetschenien und die weltweit weiteren über vierzig gewaltsam ausgetragenen Konflikte und ihre Folgen denken, die in den letzten Jahren stattfanden und überwiegend zur Zeit noch ausgetragen werden. Es ist keine Form von Wandel in Sicht, der die wirklich  ... [ Lesen ]


10. Juni 2005

Menschliche Zukunft - Über die eigentlichen Probleme und deren Lösungen

Rudolf Kuhr

Rudolf Kuhr

Immer mehr Bücher, Zeitschriften, Artikel, Tagungen und Vereine befassen sich mit dem Thema Zukunft in allen möglichen Bereichen. Allzu gern konzentriert man sich dabei auf Technik, Ökologie, Wirtschaft oder Politik. Was meistens fehlt, das ist das Thema Mensch. Dabei ist der Mensch doch das eigentliche Problem des Menschen. Nicht die Technik bringt die Gefahr oder den Segen, sondern der Mensch, der sie schafft und sich ihrer bedient. Je weniger erwachsen und damit verantwortlich ein Mensch ist, um so eher läßt er sich zur Überschätzung und zum Mißbrauch der Technik verführen. Probleme lassen sich nicht mit den Denkweisen lösen, die zu ihnen  ... [ Lesen ]


15. Mai 2005

Der tägliche Auftrag

Peer Steinbrück

Peer Steinbrück

Wohl fast alle Menschen eint der Wunsch, in einer Gesellschaft zu leben, in der Respekt und Solidarität keine Fremdworte sind, in der es - einfach ausgedrückt - menschlich zugeht. "Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben? Doch die Verhältnisse, die sind nicht so", hat Bert Brecht in der "Dreigroschenoper" geschrieben. Das gilt auch heute: Wir leben in einer Welt, in der Mitmenschlichkeit eher bedroht ist. Und es gibt viele Gründe und Verhältnisse im Alttag der Menschen, die den Zusammenhalt gefährden. Ich spreche hier von dem, was ich die Fliehkräfte der Gesellschaft nenne. Ich sehe solche Fliehkräfte beispielsweise im Verhältnis zwischen  ... [ Lesen ]


15. Mai 2005

Für eine Politik der Ordnung

Dr. Jürgen Rüttgers

Dr. Jürgen Rüttgers

Im postmodernen Orientierungsverlust liegt der tiefere Grund für das zunehmend technokratische Politikverständnis. Die Politik fühlt sich normativen Ansprüchen nicht mehr verpflichtet. Sie beschränkt sich auf Einzelmaßnahmen und ad hoc-Lösungen, die sich in kein Gesamtkonzept mehr fügen. Die Folge für die Politik ist - in unterschiedlicher Ausprägung - eine programmatische Auszehrung der politischen Richtungen. Sie reagieren auf die neuen und großen Herausforderungen der Zukunft (Globalisierung, Wissensgesellschaft und demographische Entwicklung) nicht mehr mit stimmigen Zielvorstellungen. Dieser Entwicklung muss ein anderes Politikverständnis entgegengesetzt werden, das sich auf Werte stützt. Sie ermöglichen ein Gesamtkonzept. Die Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die diesem Anspruch am besten Rechnung trägt,  ... [ Lesen ]


22. April 2005

Aufklärung

Wolf Schneider

Wolf Schneider

In Sachen Religion haben wir die Aufklärung noch vor uns Immanuel Kant definierte die Aufklärung des 18. Jhd. als »Aufbruch des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit« (so habe ich den Wortlaut in Erinnerung). Dieser Aufbruch aber sparte einen wichtigen Bereich aus: die Religion. Bis heute glauben die meisten Menschen, ihr religiöses Dasein hätten sie höheren Mächten zu verdanken (bzw. die Schuld dafür dort zu suchen). Als religiöse Wesen sind wir unmündig geblieben bis heute. Die neue Restauration Und das ist ein Versäumnis eben auch der unvollständig gebliebenen Aufklärung. Gerade das Land der Erde, das die Werte der französischen Revolution in  ... [ Lesen ]


12. April 2005

Ein neuer Geist in Wirtschaft und Politik

Karl Pilsl

Karl Pilsl

Die Situation "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen" sagte schon vor Jahren der frühere Bundespräsident Roman Herzog. Und er hatte Recht. Viele Menschen sind frustriert und die frühere Wirtschaftsnation Deutschland ist weltweit stark zurückgefallen. Man hat es den Unternehmern schwer gemacht, in Deutschland Unternehmer zu sein oder Unternehmer zu werden. Man erwartet, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, damit die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote wieder entscheidend niedriger wird, aber gleichzeitig macht man es den Arbeitgebern schwer, in diesem Land zu investieren oder sich selbstständig zu machen. Regierung, Finanzamt, Agenturen und Behörden machen es den Menschen immer schwerer, in Deutschland Unternehmer zu sein oder Unternehmer  ... [ Lesen ]


08. April 2005

Gemeinsamkeiten hervorheben

Georg B. Mrozek

Georg B. Mrozek

Gemeinsamkeiten hervorheben, Unterschiede achten - zugegeben, eine ziemlich simple Formel für eine Vision, doch wenn man etwas näher hinschaut, ist klar zu erkennen, dass die Menschheit heute mehr verbindet als sie trennt. Kulturen, in denen der Krieg das Maß aller Dinge war, sind gottlob ausgestorben. Traditionen sind eben nicht allein ihrer selbst willen schützenswert. In allen Kulturen und Religionen gibt es heute Gemeinsamkeiten, die nur gesehen werden wollen. "Du sollst nicht töten", das ist doch eine fundamentale Aussage, die mittlerweile in allen Religionen und Gesellschaften an erster Stelle steht. Das war nicht immer so, im Mittelalter galt das Fehderecht stärker, und  ... [ Lesen ]


16. März 2005

Grenzenlose Freiheit?

Tina Krüger

Tina Krüger

Wo fangen Grenzen an? Im Kopf? Auf Karten? Es gibt die unterschiedlichsten Grenzen auf diesem Planeten. Natürlicherweise oder - und das ist meistens der Fall - unnatürlicher Weise. Grenzen, die wir uns selbst geschaffen haben. Grenzen in unseren Köpfen. Grenzen in unserem Denken und Handeln. Wo enden natürliche Grenzen und wo beginnen die Grenzen gesellschaftlichen Unverständnisses, denen wir immer wieder zum Opfer fallen? Als ich noch jünger war, gab es für mich auf die Frage, woher ich komme, nur eine einzige plausible Antwort: Ich bin ein Weltbürger. Eine Antwort, die immer und immer wieder angezweifelt wurde. Niedergeschmettert von der Erkenntnis Unverständiger,  ... [ Lesen ]


07. März 2005

Ende des globalen Kapitalismus!

Stefan Rehfus

Stefan Rehfus

"Krieg, Handel und Piraterie, dreieinig sind sie nicht zu trennen". Obwohl diese Worte aus Goethes "Faust" fast 200 Jahre alt sind, haben sie nichts an Aktualität verloren. Vielmehr scheint es so, als würde in den heutigen Tagen Handel, Krieg und Piraterie erst zur vollen Blüte gelangen. Doch anders als vor ein paar hundert Jahren geht es nicht um ein paar Golddukaten, die mit Kanonenkugeln und Enterhaken von vornehmen Handelsleuten erbeutet wurden. Vielmehr treiben nun die "Handelsleute" aus den Vorstandsetagen großer multinationaler Konzerne ihrerseits als "Freibeuter des Freihandels" ihr Unwesen, vermehrfachen ihre Profite auf der einen Seite, und vervielfachen das Elend auf  ... [ Lesen ]


04. März 2005

Ostern - Fest der Auferstehung?

Rudolf Kuhr

Rudolf Kuhr

Altes Brauchtum kritisch hinterfragt und neu betrachtet Neben Weihnachten ist Ostern für viele eines der wichtigsten allgemeinen Feste im Jahr, schon wegen des zweiten beziehungsweise dritten Feiertages und des damit verbundenen verlängerten Wochenendes. Für nicht wenige erschöpft sich in dem, sich daraus ergebenden Kurzurlaub der Sinn der Feiertage. Nachdenkliche Menschen werden sich damit nicht zufrieden geben, weil darin für sie mehr und anderes enthalten ist. In Wörterbüchern ist zu lesen, "Ostern" komme von althochdeutsch "ostara" und wurde schon vor der Christianisierung von den Germanen als Fest der Frühlingsgöttin Ostara oder auch Freya gefeiert, später dann als das Fest der Auferstehung Christi  ... [ Lesen ]


26. Februar 2005

Die fetten Jahre sind vorbei

Dr. Jörg Tremmel

Dr. Jörg Tremmel

- in erster Linie für uns Junge. Warum die deutsche Politik nicht generationengerecht ist Der Begriff "Generationengerechtigkeit" ist dabei, die politische Agenda zu erobern. Im Grundsatzprogramm der Grünen, verabschiedet am 17. März 2002 in Berlin, ist der "Generationengerechtigkeit" ein eigener Unterabschnitt gewidmet, auch in der Diskussion um ein neues Grundsatzprogramm der SPD spielt der Begriff eine zentrale Rolle. In den Wiesbadener Grundsätzen der F.D.P. wird er bereits häufiger verwandt als "soziale Gerechtigkeit" und die "Junge Gruppe" von CDU/CSU hat ein vielbeachtetes Positionspapier dazu herausgegeben. Parallel dazu stieg die Verwendung des Begriffs "Generationengerechtigkeit" in Qualitätszeitungen seit 2001 stark an. So nannten z.B.  ... [ Lesen ]


08. Februar 2005

Zusammenhänge aufzeigen

Uwe L. Pawlowski

Uwe L. Pawlowski

Die rechtsnationale Partei NPD hat den Sprung ins sächsische Parlament geschafft. Jetzt wird es konkret: Die Partei hat im Parlament für ein Eklat gesorgt. Wie weiter? Deutschland hat - immerhin auf legalem Wege - ein unwillkommenes Lehrstück erhalten. Die NPD, rechtsnationale Partei mit braunem Gedankengut, hat den Weg ins sächsische Parlament geschafft. Der Unmut darüber war zwar gross, aber manch einer wird gedacht haben, die Demokratie wird es schon richten. Daneben getippt. Dafür, dass diese Partei noch offizielle Parteiengelder erhält, dankt sie mit einem Eklat. Die Weigerung, an einer Holocaust-Gedenkminute teilzunehmen, und die Forderung nach einem Gedenken an das Bombardement Dresdens.  ... [ Lesen ]


03. Januar 2005

Wake up, world!

Ilona Mahel

Ilona Mahel

Ein paar Gedanken anlässlich der unfassbaren Geschehnisse in Südostasien Mit der Flutkatastrophe in Südostasien zurecht zu kommen, ist schwer. Oder vielmehr: Für die meisten Menschen so gut wie unmöglich - weil sie Angehörige oder ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Oder beides. Und selbst wir, die wir das Ganze nur zu Hause in unseren Wohnzimmern per TV miterleben, sind betroffen. Fassungslosigkeit, Schock und tiefe Trauer bestimmen die Weltöffentlichkeit. Und so wird seit Tagen von keinem anderen Ereignis so oft und so ausgiebig berichtet wie von dieser verheerenden Naturkatastrophe - und das zurecht. Wegsehen gilt nicht. Das wäre verantwortungslos. Wie kann  ... [ Lesen ]


14. Dezember 2004

Menschenbildung - Grundlage nachhaltiger Politik

Rudolf Kuhr

Rudolf Kuhr

Politik ist die Gesamtheit der Regelkreise menschlichen Zusammenlebens. Die derzeitige Politik ist überwiegend gekennzeichnet von einer Gewinnmitnahme-Haltung und Sozialdarwinismus. Umwelt und Menschlichkeit werden permanent mehr geschädigt als gefördert. Der Mensch bleibt in seiner menschlichen Entwicklung hinter der Entwicklung von Technik und Wirtschaft unverhältnismäßig weit zurück. So wie sich die Menschheit - insgesamt gesehen - untereinander und gegenüber der Natur verhält, kann sie sich kaum als erwachsen und mündig bezeichnen. Sie verhält sich im Grunde wie ein Bakterienstamm, der sich solange vermehrt, bis seine Lebensgrundlagen aufgebraucht sind. Ist das der Sinn einer Schöpfung? Ja, es wäre denkbar, und auch der Natur entsprechend,  ... [ Lesen ]


18. November 2004

Die Zukunft der Menschheit

Adolf Tscherner

Adolf Tscherner

Eine kurze Vorbemerkung Christian bat mich in einer eMail, meine Gedanken zur zukünftigen Gestaltung der Gesellschaft für das Forum Politik-Poker aufzuschreiben. Besonders interessiere es ihn, wie ich mir die Politik von morgen vorstelle, welche Ideen und Vorschläge ich habe. Ich empfinde dieses Ansinnen als Ehre, und werde versuchen, so gut es geht, diesem Wunsch nachzukommen. Eines muß ich allerdings vorausschicken. Mein Beitrag ist nicht als eine Betrachtung besonnter heutiger und glorifizierter künftiger Verhältnisse konzipiert. Die aktuelle gesellschaftliche Gegenwart ist von Lügen und Geheimnissen durchtränkt, und es ist nicht meine Absicht, hier einen Schleier der Nachsicht über diese Mißlichkeiten zu breiten. Auch  ... [ Lesen ]


02. November 2004

Blicke nach vorn

Anis Hamadeh

Anis Hamadeh

Eine interessante Idee, dieser Politik-Poker. Engagierte Leute aus den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens in Deutschland geben ihren Senf zur Lage der Nation. Ungefähr fünfzig Beiträge gibt es heute, Ende Oktober 2004. Gerade habe ich sie gelesen, mir schwirrt noch der Kopf. Auf Schriftgröße 12 in Times-Schrift sind es zusammen mehr als 100 Seiten Text. Manche haben eine Seite geschrieben, andere fünf. Darunter sind viele Beiträge, in denen es darum geht, was man insgesamt besser machen muss, müsste, sollte, könnte. Politische Analysen sind dabei, Vorschläge, Mahnungen, Anmahnungen, Wünsche, Prognosen, die ganze Palette. Vor einigen Wochen bekam ich eine Mail von Christian, der  ... [ Lesen ]


08. Oktober 2004

Frieden - Wer fängt an?

Ilona Mahel

Ilona Mahel

Kein Tag vergeht, an dem nicht von Gewalt berichtet wird: Terrorakte, Vergeltungsschläge, Folter. Fast schon haben wir uns daran gewöhnt. Die Gewalt trifft uns nicht persönlich. Denn das Meiste davon passiert in Gebieten, die von Deutschland weit weg sind. Was ist aber mit unserer direkten Umgebung? Steine und Bomben werden hier vielleicht nicht geworfen. Aber von Frieden ist auch in Deutschland oft keine Spur. Wenn sich Politiker im Bundestag anblaffen, dann gehört das zum Geschäft. Oder? So sind die Rollen doch verteilt: Die Regierung macht einen Vorschlag und die Opposition ist dagegen. In Polit-Talkshows gehört es scheinbar zum guten Ton, den  ... [ Lesen ]


06. Oktober 2004

Versuch einer Prognose

Pierre Sens

Pierre Sens

Auf welche Zukunft steuert Deutschland und der Rest der Welt? Nachdem der Vorhang des kalten Krieges zwischen Ost und West gefallen war, war die Hoffnung groß auf eine moderne, friedliche und zivilisierte Welt. Noch heute hoffen wir darauf, denn diese Erwartung hat sich bis zum heutigen Tage nicht erfüllt. Terror, Krieg, Leid und Zerstörung, in vielen Teilen der Welt, haben eher zu- statt abgenommen. Es gibt keine Aussicht darauf, hieran könnte sich in den nächsten Jahren etwas ändern. Kein positives Licht ist in Sicht. Wenn man schon wehrlose Kinder, selbst Säuglinge, als Geiseln nimmt, wie in Beslan (Kaukasus) geschehen, und den  ... [ Lesen ]


24. September 2004

Sinnvolles Zusammenleben

Dr. Antje Schrupp

Dr. Antje Schrupp

Politik bedeutet, mit dem Lebensraum Erde und allem Lebendigen sorgsam umzugehen und das Zusammenleben der Menschen so zu organisieren, dass alle in größtmöglicher Sicherheit, Eigenständigkeit und Zugehörigkeit leben und gleichzeitig ihre unverwechselbaren Beiträge zum guten Zusammenleben leisten können. Dabei hat Politik immer eine symbolische und eine ökonomische Seite. Auf der symbolischen Seite geht es um die Frage nach dem Sinn, um Visionen, Wünsche und Hoffnungen. Auf der ökonomischen Seite um den Tausch und die gerechte Verteilung von Gütern, Lebensmitteln und anderen Ressourcen. Das entkoppelte Zusammenleben Ein sinnvolles Leben sieht für jeden Menschen anders aus. Was als gutes Leben empfunden wird, kann  ... [ Lesen ]


08. September 2004

Alles Hartz oder was?

Christine Ax

Christine Ax

Lieber Herr Lafontaine. Da ich ihren Auftritt bei der Montagsdemonstration sah, fiel mir ein, dass gerade Sie an unserer heutigen Misere wirklich keine Schuld tragen. Schließlich waren Sie damals der Einzige, der auf die ökonomischen Risiken hingewiesen hat. Damals, als alle noch die Wahl hatten. Die Demonstranten, mit denen Sie sich jetzt in Leipzig verbrüdern, hatten jedoch zu diesem Zeitpunkt kein Verständnis und sie entschieden sich für Bananen, Neckermann, Feinkost Albrecht und Dr. Helmut Kohl. Vielleicht sollten Sie bei nächster Gelegenheit in Leipzig einmal Folgendes in Ihre Rede einfließen lassen: "Ihr wolltet Bananen? Jetzt habt Ihr Bananen. Dass die Jobs weg  ... [ Lesen ]


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