Familienpolitik

Familienpolitik bezeichnet alle politischen und verbandlichen Aktivitäten und gesetzgeberischen Maßnahmen, die zum Schutz und zur (wirtschaftlichen, sozialen) Förderung der Familie dienen und insofern vor allem Teil der Sozialpolitik (z.B. Mutterschutz, Erziehungsurlaub) sind. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)

Vor einiger Zeit wurde im Rahmen eines Positionspapiers ein erweiterter Familienbegriff geprägt: "Familie ist überall dort, wo langfristig Verantwortung für andere übernommen wird."

Wir wissen heute, dass Konrad Adenauer sich gründlich irrte, als er sprach "Kinder bekommen die Leute immer", doch er war wahrlich mit dieser Meinung nicht allein. Wohl ohne richtig darüber nachzudenken sind viele Menschen, damals wie heute, der Meinung, dass Leben, und damit auch wir Menschen, immer den Drang hat sich zu vermehren, falls nur die Rand- und Umweltbedingungen stimmen.

Die Familie ist eine jener gesellschaftlichen Institutionen, in der es wohl am schwierigsten ist, Gewalt zu erkennen. Es ist keine leichte Aufgabe von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu sprechen, zumal dieses Thema nur Leiden und Qualen zum Ausdruck bringt.

Die Zahl der Geburten in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Dies hat dazu geführt, dass der Anteil von Kindern und Jugendlichen kontinuierlich abgenommen hat. Waren bis in die 1970er Jahre hinein noch 30 % aller Einwohner Deutschlands unter 20 Jahre alt, so ist dieser Wert inzwischen auf knapp 20 % gesunken. Bis zum Jahr 2050 wird ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur noch 16 % betragen.

1973 war die Bundesrepublik Deutschland das erste Land der Welt, in dem die Zahl der Sterbefälle die Geburtenzahl überschritt. Vom Höhepunkt der Geburtenzahl 1964 mit fast 1,2 Millionen Geburten, hat sich die Rate beständig bis heute reduziert. Wenn es so weiter geht, dann werden im Jahre 2050 nur noch halb so viele Menschen in Deutschland geboren wie jährlich sterben.

Drei Jahrzehnte lang haben Wissenschaftler/innen und Versicherungsfachleute einschneidende negative Konsequenzen der abnehmenden Geburtenzahlen in Deutschland prognostiziert. Aber erst vor einigen Jahren haben Politiker/innen die Problematik erkannt, jedoch immer noch keine angemessenen Lösungen gefunden. Nur auf der Ausgabenseite - insbesondere bei den jetzigen und in Zukunft zu erwartenden Rentenleistungen - wurde gekürzt.

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