Bildungspolitik umfasst alle politischen und verbandlichen (auch kirchlichen) Aktivitäten sowie die gesetzgeberischen Maßnahmen, die das Bildungswesen finanziell, organisatorisch und inhaltlich betreffen. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)
Das dieser Tage in Österreich abgehaltene Volksbegehren hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass ein wichtiges Thema zum Erhalt unserer Existenz der Aufbau von Wissen ist. Im Hinblick auf eine Zukunft, die allen Menschen auf diesem Globus eine Existenz ermöglicht, meine ich, wir sollten das Thema Bildung wesentlich umfassender, aber auch grundlegender betrachten, als es zur Zeit von Behörden, Medien und interessierten Menschen getan wird.
Ein aktuelles Problem der westlichen Kultur ist die Ausdifferenzierung des Wissens in Expertenwissen und die fehlende Kraft und Kompetenz zu seiner Reintegration und Synthese und damit zu einer integrierten Nutzung und Anwendung. Einiges deutet darauf hin, dass auch die jetzigen Schüler und Studenten, also die zukünftigen Experten, dafür in den derzeitigen Bildungsinstitutionen und -prozessen nicht oder nur unzureichend Kompetenzen entwickeln können.
Ausgehend von humanistischen Grundprinzipien wurde auf der Kanareninsel Teneriffa unter Mitwirkung zahlreicher Künstler aus aller Welt ein außergewöhnliches Kulturprojekt geschaffen.
»Ich hab wieder was gelernt«, sagt man nach einer schmerzlichen Erfahrung. So wie politisch Bewegte einst sagten, sie seien »progressiv«: Man wähnte sich zugehend auf etwas, das besser ist als das hier, jetzt. Heute ist man »spirituell unterwegs«. Gut so, aber wohin denn? Sind wir Menschen nicht schon gut – oder wenigstens akzeptabel –, so, wie wir sind? Bildung und Erziehung sind die klassischen Worte für das Streben des Menschen sich zu bessern.
Deutschlands Kultusminister haben im Juni 2010 die Ergebnisse der Studie "Sprachliche Kompetenzen im Ländervergleich" vorgestellt, eine Studie in Auftrag gegeben beim Berliner Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) unter Leitung von Olaf Köller sowie Michel Knigge und Bernd Tesch als Herausgeber.
Sicherlich geht es vielen jungen Menschen ähnlich: die Schule ist vorbei, das Berufsleben steht vor der Türe und die alles und entscheidende Frage ist die, welchen Weg man einschlagen soll. Noch nie stand der Jugend die Welt so offen wie heute und gleichzeitig war die Jugend auch noch nie so gefordert wie in der Gegenwart.
Den heutigen Bildungsanforderungen gerecht zu werden und gegenwärtigen wie zukünftigen Herausforderungen unserer Welt mit Aufgeschlossenheit und Engagement zu begegnen bedarf neuer Formen der Wissensvermittlung und der Aneignung von speziellen Kompetenzen und Fertigkeiten.
Seit der Dritten Internationalen Mathematik- und Wissenschaftsstudie (TIMSS) wird das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland internationalen Leistungstests unterzogen. Diese Untersuchungen sind Bestandteil des INES-Programms Education at a Glance das das Interesse der OECD-Mitgliedsstaaten an bildungsökonomischer Politikberatung innerhalb eines internationalen Referenzrahmens reflektieren soll.
Ein Aufruf für eine fundamentale Rückbesinnung zur humanistischen Pädagogik – Ein Jahr nach meinem Artikel „die Zeit in der Pädagogik“. Nein, es kann nicht sein! Pädagogische und soziale Arbeit kann in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht von wirtschaftlichen Interessen, bürokratischen Zwängen und medizinischen Allmachtsphantasien aufgezehrt werden!
„Deutsche immer dümmer“, fasst BILD (und nicht WORT) in der ihr eigenen Schlichtheit den OECD-Bildungsvergleich zusammen. Wen wundert’s also, dass unsere mehr oder minder geBILDeten Politiker vergaßen, die mit dem Besuch von Schule oder andere Bildungseinrichtungen verbundenen Kosten bei der Festlegung der Hartz IV Sätze zu berücksichtigen.
Die deutschen Politiker fordern in seltener Einmütigkeit mehr Hochschulabsolventen. Deutschland brauche mehr und noch besser ausgebildete Fachkräfte mit akademischen Abschlüssen. Die Zahl der Studienanfänger solle auf das OECD-Niveau von etwa 40% steigen, der niedrige Akademisierungsgrad werde den Anforderungen der Wissensgesellschaft nicht mehr gerecht.
Eigentlich hatte sich Julinho auf die Schule gefreut, und nun das: Jeden Morgen muss der Siebenjährige fünf Kilometer laufen, um dann doch nicht zu begreifen, was die Lehrerin sagt. Sie spricht eine Sprache, die er nur bruchstückhaft versteht: Portugiesisch.
Am 15. Mai 2006 veröffentlichte die OECD eine Sonderauswertung der letzten PISA-Studie, die sich mit Migrantenkindern befasst ("Where Immigrant Students Succeed - a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003"). Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland nicht - oder jedenfalls deutlich schlechter als anderswo - gelingt: Während Migrantenkinder ihre schulischen Leistungen in anderen Ländern nach und nach verbessern, werden sie in Deutschland immer schlechter.
Geschichten von rechtlosen chinesischen Arbeitern, die für eine warme Mahlzeit bis zum Umfallen arbeiten, sind nicht selten in Deutschland. Oft sollen sie zeigen, wie schlecht es den Menschen allgemein in China geht (und nicht selten, werden sie benutzt, um zu untermauern, dass die Deutschen Arbeitnehmer im Vergleich zum Arbeiter im "Billiglohnland China" zu anspruchsvoll sind).
Der alte Schurke aus Korinth wälzt stets aufs Neue den Stein aus Marmor den Berg hinauf, der einfach nicht oben bleiben will, und jedesmal, kaum oben angekommen, nach unten rollt. So wollten es die Götter. Und Sisyphos muss dem Stein folgen und ihn wieder und wieder nach oben schieben. Seit Tausenden von Jahren genießt er dafür das Mitleid vergesslicher Menschen, die nur die eine Seite der Geschichte behalten haben. Die Schicksalsseite, die Seite der unsinnigen Mühsal.
Wir kennen es alle aus unserer eigenen Lebensgeschichte, ob Schüler, Auszubildender oder auch Student: wir haben alle eins gemeinsam und zwar den Versuch sich in einer Klassenarbeit oder Klausur gegenüber dem Lehrbeauftragten zu beweisen, dass wir mit zu den Superwissenden gehören und die Lehrinhalte einfach durchweg alle checken.
In einer post-industriellen Wissensgesellschaft wird gesellschaftliche Teilhabe mehr denn je durch Bildung bestimmt. Nicht zuletzt deshalb haben die Ergebnisse der PISA-Studie die deutsche Öffentlichkeit wach gerüttelt.
Dieser Tage wurde vom Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (2005) der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote für Unter-Dreijährige, die Einführung einer Vorschulpflicht zunächst ab vier und später ab drei Jahren sowie die Umwandlung von Kindergärten in Vorschulen gefordert.
Die Vorstellung auf der Bühne der Politik dauert und dauert..., das Drehbuch ergötzt sich in Wiederholungen und die Schauspieler diskutieren hitzig ihre Pointen. Korrigiert, mit einem Pflaster versehen - oder gar demontiert - wird der Witz dem Publikum serviert. Verstört, von jenem politischen Theater peinlich berührt drückt sich dieses in die Plüschsessel.
Erwartungsgemäß hat das Bundesverfassungsgericht das vom Bund verhängte Verbot von Studiengebühren aufgehoben. Und schon kriechen Studentenvertretungen aus ihren Löchern und rufen zu Demonstrationen gegen die Erhebung von Gebühren auf. "Bildung ist keine Ware" heißt es da, oder "Bildung ist Luxus: Luxus für alle".
Man sollte meinen, dass nach ausschweifenden Diskussionen, ausgelöst durch eine Studie namens Pisa, die Verantwortlichen der Schulen in diesem Land auf dem Weg wären. Sie sind es wohl auch weitgehend. Nur wohin? Da liegt es wohl das Problem: Man hat sich auf den Weg gemacht und zwar mit Vollgas. Wohin aber, dass scheint nebensächlich.
Groß ist das Geschrei. Als ob der Untergang des Abendlandes bevorsteht. Der Föderalismus und die Bildung in Deutschland seien bedroht, hört man. Weshalb? Weil das Bundesland Niedersachsen, vertreten durch seinen Ministerpräsidenten Christian Wulff, angekündigt hat, man wolle den Staatsvertrag über die Kultusministerkonferenz kündigen? Diese Ankündigung kann - bei nüchterner Betrachtung - nicht die anfangs dargestellten Reaktionen hervorrufen. Es muß etwas anderes hinter diesen Reaktionen stecken.
Eine Reform des deutschen Bildungssystems ist längst überfällig, das ist eigentlich nicht erst seit PISA bekannt. Dennoch die öffentliche Diskussion wurde durch den PISA-Schock deutlich angeheizt, die Dringlichkeit der Reformen deutlich vor Augen geführt. Man musste erkennen, dass die Bildungsreform der siebziger Jahre - gekennzeichnet durch hitzige ideologische Debatten - am Ziel vorbeigeführt hat.
"Demokratie ist Volksherrschaft nur in den Händen eines politischen Volkes; in den Händen eines unerzogenen und unpolitischen Volkes ist sie Vereinsmeierei und kleinbürgerlicher Stammtischkram." Walter Rathenau