Bildungspolitik umfasst alle politischen und verbandlichen (auch kirchlichen) Aktivitäten sowie die gesetzgeberischen Maßnahmen, die das Bildungswesen finanziell, organisatorisch und inhaltlich betreffen. (Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 3., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2003.)
Beiträge aus dem Bereich Bildungspolitik:
Sicherlich geht es vielen jungen Menschen ähnlich: die Schule ist vorbei, das Berufsleben steht vor der Türe und die alles und entscheidende Frage ist die, welchen Weg man einschlagen soll. Noch nie stand der Jugend die Welt so offen wie heute und gleichzeitig war die Jugend auch noch nie so gefordert wie in der Gegenwart. Fleiß und guter Wille allein reichen nicht mehr aus, wer bestehen und eventuell auch noch erfolgreich sein will muss weitaus mehr zu bieten haben. Wie schafft man es also den eigenen Wünschen und Bedürfnissen in einer Welt großer Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden? Ist es ... [ Lesen ]
Den heutigen Bildungsanforderungen gerecht zu werden und gegenwärtigen wie zukünftigen Herausforderungen unserer Welt mit Aufgeschlossenheit und Engagement zu begegnen bedarf neuer Formen der Wissensvermittlung und der Aneignung von speziellen Kompetenzen und Fertigkeiten. Im Jahre 2007 begab ich mich in der deutschen Ausbildungslandschaft auf die Suche nach neuen Formen der Wissensvermittlung. Bei dieser Suche stieß ich auf die international ausgerichtete Gaia University (http://www.gaiauniversity.de), die es sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Studierenden im Studienverlauf in der Realisierung ihrer Projektideen zur Seite zu stehen und tatkräftig zu unterstützen. Die Studierenden werden als fachkompetente Persönlichkeiten angesehen, denen mit Hilfe der Lernbegleiter/Innen auf ihrem Weg ... [ Lesen ]
Seit der Dritten Internationalen Mathematik- und Wissenschaftsstudie (TIMSS) wird das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland internationalen Leistungstests unterzogen. Diese Untersuchungen sind Bestandteil des INES-Programms Education at a Glance das das Interesse der OECD-Mitgliedsstaaten an bildungsökonomischer Politikberatung innerhalb eines internationalen Referenzrahmens reflektieren soll. Die PISA 2000-Studie, dessen Leitung das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin übernommen hatte, bescheinigte dem deutschen Bildungssystem wider Erwarten eine gravierende Mangelhaftigkeit, die in Anlehnung an Georg Pichts These aus den 60er Jahren nunmehr als die deutsche Bildungskatastrophe bekannt ist. Im Vordergrund stehen die geringen Testwerte deutscher Schülerinnen und Schüler, die hohen sozialen Disparitäten in den Leistungstests, systematische Unterschiede ... [ Lesen ]
Ein Aufruf für eine fundamentale Rückbesinnung zur humanistischen Pädagogik – Ein Jahr nach meinem Artikel die Zeit in der Pädagogik Nein, es kann nicht sein! Pädagogische und soziale Arbeit kann in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht von wirtschaftlichen Interessen, bürokratischen Zwängen und medizinischen Allmachtsphantasien aufgezehrt werden! Pädagogen aller Strömungen, vereinigt Euch! Entwickelt Projekte, Einrichtungen, Zentren, die das Prädikat pädagogisch wertvoll wirklich verdienen und zwar nicht nur für manche begüterten Privatversicherten, sondern für jedes Kind, jeden Behinderten und jeden älteren Menschen in unserer Gesellschaft! Mütter, Väter, Erzieherinnnen und Erzieher, Sozial- und Heilpädagogen, Kranken-, Kinder- und AltenpflegerInnen, Ihr habt keine Lobby, ihr seid die ... [ Lesen ]
Deutsche immer dümmer, fasst BILD (und nicht WORT) in der ihr eigenen Schlichtheit den OECD-Bildungsvergleich zusammen. Wen wundert’s also, dass unsere mehr oder minder geBILDeten Politiker vergaßen, die mit dem Besuch von Schule oder andere Bildungseinrichtungen verbundenen Kosten bei der Festlegung der Hartz IV Sätze zu berücksichtigen. Was unseren Kleinen an Essensgeld pro Tag zugestanden wird, ist weniger als eine gute Schulmahlzeit kostet. Deswegen gibt es meist auch nur schlechte. Wen interessiert es schon, dass die von der Lehrmittelfreiheit befreiten Eltern Schulbücher selber bezahlen müssen? Und müssen wir so gesehen nicht froh darüber sein, dass die meisten Klassenreisen gar nicht mehr ... [ Lesen ]
Die deutschen Politiker fordern in seltener Einmütigkeit mehr Hochschulabsolventen. Deutschland brauche mehr und noch besser ausgebildete Fachkräfte mit akademischen Abschlüssen. Die Zahl der Studienanfänger solle auf das OECD-Niveau von etwa 40% steigen, der niedrige Akademisierungsgrad werde den Anforderungen der Wissensgesellschaft nicht mehr gerecht. Dabei wird der Widerspruch zwischen den vorgenannten Forderungen und den Realitäten offensichtlich nicht wahrgenommen. Die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen hatte bereits zum Wintersemester 2003/2004 die 2-Millionen-Marke überschritten. Vorlesungen mit bis zu 700 oder 800 Studierenden sind keine einmalige Ausnahme, sondern Alltag. Daneben ist eine stetig steigende Zahl an arbeitslosen Akademikern - zu schweigen vom gleichzeitig beklagten ... [ Lesen ]
Eigentlich hatte sich Julinho auf die Schule gefreut, und nun das: Jeden Morgen muss der Siebenjährige fünf Kilometer laufen, um dann doch nicht zu begreifen, was die Lehrerin sagt. Sie spricht eine Sprache, die er nur bruchstückhaft versteht: Portugiesisch. Das ist zwar die offizielle Amtssprache in Mosambik, aber Julinho und seine 60 Klassenkameraden sprechen Shangan. Die meisten von ihnen werden die Schule bald frustriert abbrechen, denn das Gefühl, etwas Nützliches zu lernen, haben sie nicht. In vielen ehemaligen Kolonien treffen die Kinder mit der Einschulung auf eine europäische Unterrichtssprache, auf europäische Werte und pädagogische Konzepte. Ein Blick in die Schulbücher zeigt: ... [ Lesen ]
Am 15. Mai 2006 veröffentlichte die OECD eine Sonderauswertung der letzten PISA-Studie, die sich mit Migrantenkindern befasst (Where Immigrant Students Succeed - a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003). Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland nicht - oder jedenfalls deutlich schlechter als anderswo - gelingt: Während Migrantenkinder ihre schulischen Leistungen in anderen Ländern nach und nach verbessern, werden sie in Deutschland immer schlechter. Wie nach jeder Veröffentlichung schulischer Vergleichsstudien hören wir nun wieder die Forderungen aus allen Parteien, was sofort geschehen müsse, um Abhilfe zu schaffen. Einmal abgesehen ... [ Lesen ]
Geschichten von rechtlosen chinesischen Arbeitern, die für eine warme Mahlzeit bis zum Umfallen arbeiten, sind nicht selten in Deutschland. Oft sollen sie zeigen, wie schlecht es den Menschen allgemein in China geht (und nicht selten, werden sie benutzt, um zu untermauern, dass die Deutschen Arbeitnehmer im Vergleich zum Arbeiter im Billiglohnland China zu anspruchsvoll sind). Und es stimmt: Es gibt in China viele Menschen, die um ihr pures Überleben kämpfen. In ihrer Verallgemeinerung sind diese Storys allerdings so wahr, wie die Behauptung der Chinesen, alle Deutschen seien bienenfleißig und produktiv. (Wer einmal einen Tag in einem beliebigen deutschen Unternehmen verbracht hat, ... [ Lesen ]
Was würde Sisyphos tun, wenn er eine neue Chance bekäme? Der alte Schurke aus Korinth wälzt stets aufs Neue den Stein aus Marmor den Berg hinauf, der einfach nicht oben bleiben will, und jedesmal, kaum oben angekommen, nach unten rollt. So wollten es die Götter. Und Sisyphos muss dem Stein folgen und ihn wieder und wieder nach oben schieben. Seit Tausenden von Jahren genießt er dafür das Mitleid vergesslicher Menschen, die nur die eine Seite der Geschichte behalten haben. Die Schicksalsseite, die Seite der unsinnigen Mühsal. Das Mitleid mit dem geschundenen Helden ist willkommen. Es spendet Trost bei der Betrachtung des ... [ Lesen ]
Wir kennen es alle aus unserer eigenen Lebensgeschichte, ob Schüler, Auszubildender oder auch Student: wir haben alle eins gemeinsam und zwar den Versuch sich in einer Klassenarbeit oder Klausur gegenüber dem Lehrbeauftragten zu beweisen, dass wir mit zu den Superwissenden gehören und die Lehrinhalte einfach durchweg alle checken. Man kann es aber auch anders ausdrücken und zwar als leidvollen Weg junger Menschen, die sich in dieser Form gegenüber ihren Lehrbeauftragten prostituieren müssen. Erst presst man sich vorgeschriebenes Fachwissen und fremdes Gedankengut anderer in seinen Kopf - was auch schon teilweise mit größten Anstrengungen verbunden ist - und tut es dann bei ... [ Lesen ]
In einer post-industriellen Wissensgesellschaft wird gesellschaftliche Teilhabe mehr denn je durch Bildung bestimmt. Nicht zuletzt deshalb haben die Ergebnisse der PISA-Studie die deutsche Öffentlichkeit wach gerüttelt. PISA hat jedoch nicht nur gezeigt, dass unsere Schüler im internationalen Vergleich allenfalls Durchschnitt sind. Auch war in keinem anderen der beteiligten OECD-Staaten der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Eltern und dem Schulerfolg des Kindes so stark wie hierzulande. Das betrifft sowohl Kinder deutscher als auch nicht-deutscher Herkunft, die in einem bildungsfernen Umfeld aufwachsen. Bei Migrantenkindern kommt jedoch erschwerend hinzu, dass ihre Umgangssprache in der Regel nicht deutsch ist. Das selektive deutsche Bildungssystem hat ... [ Lesen ]
Dieser Tage wurde vom Managerkreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (2005) der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote für Unter-Dreijährige, die Einführung einer Vorschulpflicht zunächst ab vier und später ab drei Jahren sowie die Umwandlung von Kindergärten in Vorschulen gefordert. Die Angebote sollen für Eltern beitragsfrei werden; die Kosten sollen von Bund und Ländern übernommen werden. Als Methode zur zentralen Finanzierung und zur Steigerung des Wettbewerbs zwischen Kindertageseinrichtungen werden "Bildungschecks" empfohlen. Schließlich soll die Qualität der Kinderbetreuung gesteigert werden. Es ist selbstverständlich zu begrüßen, dass sich der Managerkreis mit Fragen der Frühpädagogik beschäftigt - schließlich tun dies seit einigen Jahren auch Unternehmen wie McKinsey und Microsoft bzw. ... [ Lesen ]
Die Lehrbeauftragte meiner Fachhochschule gab mir nach mehreren Wochen des Wartens endlich das Ergebnis meiner Hausarbeit zurück. Thematisch ging es um die "Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Fundraising in der Behindertenarbeit". Noch nie zuvor war ich während meines Studiums so überzeugt von dem Inhalt einer Arbeit wie bei dieser. Nur zu schade, dass die Lehrbeauftragte das ganz anders sah. Ich sei sehr engagiert und bemüht in der Recherche nach Informationen gewesen, aber der Inhalt entspräche nicht dem Standard einer wissenschaftlichen Arbeit. Die Beurteilung daher: ein Befriedigend, was schon als ein Entgegenkommen zu verstehen sei, denn lieber hätte sie mir eine 4 gegeben. Was ... [ Lesen ]
Die Vorstellung auf der Bühne der Politik dauert und dauert..., das Drehbuch ergötzt sich in Wiederholungen und die Schauspieler diskutieren hitzig ihre Pointen. Korrigiert, mit einem Pflaster versehen - oder gar demontiert - wird der Witz dem Publikum serviert. Verstört, von jenem politischen Theater peinlich berührt drückt sich dieses in die Plüschsessel. Dass schlechtes politisches Theater abgestraft wird, zeigt nun DIE Wahl. Der gesunde Menschenverstand scheint doch nicht an der Garderobe zu hängen. Doch wie geht es weiter? Bekanntlich fährt das Fahrzeug dorthin, wohin der Lenker schaut: Die Deutschen scheinen so sehr Abhängigkeiten zu lieben, scheinen so renitent zu sein, dass ... [ Lesen ]
Erwartungsgemäß hat das Bundesverfassungsgericht das vom Bund verhängte Verbot von Studiengebühren aufgehoben. Und schon kriechen Studentenvertretungen aus ihren Löchern und rufen zu Demonstrationen gegen die Erhebung von Gebühren auf. "Bildung ist keine Ware" heißt es da, oder "Bildung ist Luxus: Luxus für alle". Studenten sind verständlicherweise verunsichert. Doch zum jetzigen Zeitpunkt die Gebühren an sich in dieser Form in Frage zu stellen, halte ich für falsch. Denn die Gebühren werden erhoben. Es wird Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken und die Gebühren als das zu sehen, was sie sind: Eine Chance für bessere Studienbedingungen. Immerhin hätten Universitäten wie die Potsdamer ... [ Lesen ]
Man sollte meinen, dass nach ausschweifenden Diskussionen, ausgelöst durch eine Studie namens Pisa, die Verantwortlichen der Schulen in diesem Land auf dem Weg wären. Sie sind es wohl auch weitgehend. Nur wohin? Da liegt es wohl das Problem: Man hat sich auf den Weg gemacht und zwar mit Vollgas. Wohin aber, dass scheint nebensächlich. Schulleiter arbeiten hektisch an neuen Konzepten, ohne ihre Ziele selbst zu kennen. Man muss ja gut dastehen im Vergleich. Der Sinn dieser Konzepte ist da vorerst nebensächlich. Er interessiert niemanden wirklich. Beeindrucken muss man, dass ist schon wichtiger. Und zwar vor allem jene, welche noch mehr Verantwortung ... [ Lesen ]
Groß ist das Geschrei. Als ob der Untergang des Abendlandes bevorsteht. Der Föderalismus und die Bildung in Deutschland seien bedroht, hört man. Weshalb? Weil das Bundesland Niedersachsen, vertreten durch seinen Ministerpräsidenten Christian Wulff, angekündigt hat, man wolle den Staatsvertrag über die Kultusministerkonferenz kündigen? Diese Ankündigung kann - bei nüchterner Betrachtung - nicht die anfangs dargestellten Reaktionen hervorrufen. Es muß etwas anderes hinter diesen Reaktionen stecken. Was würde ein niedersächsischer Ausstieg aus der Kultusministerkonferenz (KMK) bedeuten? Würde das Land tatsächlich vollständig aussteigen, wären die Folgen in der Tat sehr weitreichend. Die gegenseitige Anerkennung der Bildungsabschlüsse wäre nicht mehr gegeben. Konkret: das niedersächsische ... [ Lesen ]
Eine Reform des deutschen Bildungssystems ist längst überfällig, das ist eigentlich nicht erst seit PISA bekannt. Dennoch die öffentliche Diskussion wurde durch den PISA-Schock deutlich angeheizt, die Dringlichkeit der Reformen deutlich vor Augen geführt. Man musste erkennen, dass die Bildungsreform der siebziger Jahre - gekennzeichnet durch hitzige ideologische Debatten - am Ziel vorbeigeführt hat. Nun, da man aber den ersten Schock überwunden zu haben scheint, sieht man sich längst wieder mit ähnlichen ideologischen Grabenkämpfen konfrontiert. Während die einen pauschal nach mehr Praxisnähe und Anwendungsorientierung rufen, warnen andere vor dem Niedergang des humboldtschen Bildungsideals. Einerseits werden Ganztagsschulen zum Allheilmittel erkoren, andererseits sucht ... [ Lesen ]
"Demokratie ist Volksherrschaft nur in den Händen eines politischen Volkes; in den Händen eines unerzogenen und unpolitischen Volkes ist sie Vereinsmeierei und kleinbürgerlicher Stammtischkram." Walter Rathenau Dieses Zitat beschreibt einen Teufelskreis, in dem die Ursache, nicht für alles, aber für viel Übel in Deutschland zu sehen ist. Als aktive Wahlkämpferin wird man an Wahlkampfständen ständig damit konfrontiert: Die Menschen sind politisch uninteressiert und ungebildet, sie sind verbittert, resigniert, politikverdrossen. Diese Haltung kann man nachvollziehen. Die BILD und ähnliche Tageszeitungen titeln fast täglich mit Skandalen. Veruntreute Gelder hier, Korruption da. Fast jede politische Entscheidung dieser Tage scheint nur von Nachteil zu sein ... [ Lesen ]